AlltagsabenteuerUnterhaltung

Draussen nur Kännchen!!…

…oder die Biergartensaison ist eröffnet.

Herrlich! Es ist Pfingsten! Superwetter! Alles schreit danach das schöne Wetter auszunutzen (wir leben schließlich in Deutschland; da ist ja spätestens nach 3 Tagen Sonne wieder mit Hitzegewitter, Plädderregen, Windhosen oder noch schlimmeren zu rechnen).

Auch ich habe das schöne Wetter ausgenutzt. Ein schöner langer Spaziergang bescherte mir nicht nur qualmende Sneekers, einen leichten Sonnenbrand (bedingt durch mein fehlendes Haupthaar, reagiert mein Kopf ziemlich gemein auf verstärkte Sonneneinstrahlung), sondern auch irgendwie ein bisschen Durst um die verlorene Flüssigkeit wieder auszugleichen.

Durch starke Dehydrierung gefährdet, lenkte ich also meine Schritte in Richtung meines beliebten Aufenthaltsortes in der City. Leider hatte mein bevorzugtes Straßencafé noch geschlossen, was mich dazu veranlasste meinen gepeinigten Körper zu einem ähnlichen Etablissement zu schleifen.

Dieses Café war bis jetzt noch nie eines meiner Aufenthaltsorte gewesen, aber bevor man jetzt durch die ganze Dortmunder City rennt um irgendwo noch ein halbwegs schattiges Plätzchen zu erwischen, sollte dieses Cafe für mich reichen. Die Kellner schienen gerade im Kräftemessen mit der Putzfrau oder im Streik zu sein.

Der Tisch (wie alle andern nicht besetzten) war noch mit den benutzten Gläsern der vorigen Gäste verziert. Ich suchte deshalb einen Tisch, der sich nicht unter der Last schmutzigen Geschirrs durchbog. Mit Glück fand ich tatsächlich einen halbwegs abgeräumten Tisch, bei dem der Kellner wohl gemerkt hatte, dass stundenlang rummüffelnde Essensreste die heimischen Stechinsekten irgendwie magisch anzieht.

Nachdem ich mich als in freudiger Erwartungshaltung an den Tisch meiner Wahl gesetzt hatte, wobei ich vorher erst den Stuhl von Blättern und ähnlichem Biomüll befreien musste, wartete ich auf den Kellner, damit der die Reste des vorigen Gelages abräumt und eventuell den Tisch von den überall rumverstreuten Nahrungsklecksen säubert. Ein Kellner kam (besser schlich) an meinen Tisch, sammelte umständlich die Porzellan- und Bestecküberbleibsel zusammen und quetschte aus den Mundwinkeln ein : „WASDARFSSEIN?“ raus.

Ich antwortete mit einem lächeln: „einen sauberen Tisch!“, und wusste im gleichen Moment, das DIESER Kellner mich damit nicht mehr in sein Nachtgebet einschließen würde. Er trabte missmutig ab und kam 5 Minuten später mit einem Lappen an, der aussah, als hätte man damit die Kloschüssel gesäubert!

Mit diesem „Reinigungsinstrument“ wischte er dann ein paar Mal sehr ungestüm qreuz und quer über den Tisch, was dazu führte, dass mir die verflüssigten Speisereste des vorigen Gastes links und rechts um die Ohren flogen. Einige Tropfen landeten auch auf meiner beigen Hose, was aber nicht weiter schlimm ist, da so eine Abwaschbrühe ja leicht zu entfernende Flecken gibt.

Zu glauben, dass nach dieser „feuchten Säuberung“ wenigstens ein trockenes nachwischen erfolgen würde, war wohl zu viel verlangt. Auf der Tischoberfläche schwamm jetzt eine schmutzige Brühe, was mir auf jeden Fall das ablegen meiner mitgebrachten Utensilien wie Zeitschrift, Handy und Sonnenbrille verleidete. Jetzt habe ich ja eine ziemlich hohe Toleranzgrenze (jeder kann ja mal einen schlechten Tag haben), was mich dazu veranlasste, dieses Dienstleistungs-Desaster geflissentlich zu übersehen, und freundlich nach der Karte zu fragen. Tatsächlich gab es so etwas ähliches wie einen halbwegs leserlichen, schwarzweiß fotokopierten Preiszettel!…

Uuups; eigentlich hatte ich ja Durst auf eine Eisschokolade oder einen Eiskaffee! Der Durst verging mir aber gleich wieder: 3,80 € (ich rechne im Kopf immer noch um; der Bundesfinanzminister möge mir verzeihen!) Also fast 8,00 Deutsche Mark für ein bisschen kalten Kaffe und billiges Vanilleeis?

Nöööö! Nich‘ mit Doktor Love. Nicht weil ich den Strassencafes die Einnahmen nicht gönne, sondern weil der Preis einfach Wucher ist! Ich habe selber jahrelang in einer angesagten Dortmunder Disco gejobbt. Selbst in der Disco haben wir mehr als 300% auf den Einkaufspreis als ungerechtfertigt angesehen. Nun ist Kaffee das Getränk mit der größten Gewinnspanne. Im Gegensatz zu Bier, was man ja der Brauerei abnehmen muss, und wo der Preis von der Brauerei vorgegeben ist, ist Kaffee frei kalkulierbar. Das Wasser kommt aus dem ganz normalen Wasserkran, obwohl einige Gastronomen scheinbar glauben es wäre flüssiges Gold. Aus dem Kilo Kaffeebohnen machen die modernen Maschinen etliche Tassen der warmen, braune Brühe. Im Schnitt kosten eine Tasse Kaffe in der Herstellung knapp 10 Cent!! Dazu ein bisschen Milch und ein bisschen Zucker; Okay, sagen wir alles in allem maximal 20 Cent.

Warum ich also für eine Tasse Kaffee 2,20 € zahlen soll entzieht sich meiner Logik. Solche Preise in einer Nacktbar, und man bräuchte sie wegen Wucher nicht zu bezahlen!!

Aber ich habe wie ein echter Kerl reagiert:
Dann trinke ich eben draußen zum Frühstück schon ein leckeres Pils!!
P.S.: Den Eiskaffe habe ich mir dann übrigens zu Hause gemacht. Da ich über Drei Euro bei jedem gespart habe, habe ich gleich 3 Stück getrunken. SO kommt man zu Wohlstand!!

Frohe Pfingsten allerseits…

Doctor Love

Peter (aka Doctor Love) hat schon mal das Attribut "bester Allround-Blogger" von einer bekannten Bloggerin verliehen bekommen - Inoffiziell versteht sich. Er ist in Netzwerken aktiv - schreibt aber hier über alle Themen, die grade aktuell sind (und dabei ist ihm kein Eisen zu heiß..)

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