Privat

Tanz in den Mai…

…oder: die einen Tanzen, die anderen saufen, und für den Doc. ist’s Stress Pur!

Vor ein paar Tagen fragte mich ein alter Freund, ob ich ihm helfen könnte. Klar, Freunden helfe ich ja immer, wenn Sie in Not sind..
Wäre ich auch noch so hilfsbereit gewesen, wenn ich gewusst hätte worum es ging?
Ach ja doch.. Freunde lässt man nicht hängen. Und außerdem: Den ganzen Abend coole Mucke, junge Hühner und umsonst trinken? Welcher Kerl sagt da NEIN? 

Mein Kumpel bat mich darum ihm bei einer Veranstaltung zu helfen (meine langjährige Erfahrung im Messebau und Nachtgeschäft sei Dank!). Seit mehreren Jahren machen er und Willi Eicken die Mobile Disco Szene unsicher. Und man muss sagen, es gibt keine andere Mobile Disco mit dermaßen umfangreichem Equipment. Außer Beschallungsanlage, etlichen Alu-Traversen für den Aufbau, Lichttechnik, Beamern und großen Leinwänden, wird alle auch noch mit modernster Kameratechnik in Full HD aufgenommen, und auf die großen Leinwände projiziert.

das Equipment aufgebaut (so sieht’s dann fertig aus! Drei Leinwände und Beamer auf denen verschiedene Effekte und, Musik-Clips und Kameraaufnahmen projiziert werden) 

Die Veranstaltung war der Tanz in den Mai in der alten Rohrmeisterei in Schwerte. Seit Jahren ist dieses Veranstaltung gut besucht. Knapp 1200 Leute… Da wird’s echt eng…

Schwerte. die alte Rohrmeisterei.. (die alte Rohrmeisterei in Schwerte. Eine gelungene Symbiose aus ansässigen Multimedia-Firmen, Gastronomie und Events!)

Aber fangen wir mal chronologisch an, damit der Leser weiß, was der alte Doc. H. alles für euch auf sich genommen hat, damit ich mal wieder einen Blogeintrag für euch schreiben kann.

Aufgestanden ziemlich zeitig um 7:00 Uhr, da ich noch einige Dinge zu erledigen hatte. Mittags machte ich dann meinen Mittagsspaziergang, der mich 10 Kilometer weit von meinem trauten Heim entfernte.

Um 17:00 traf ich mich mit meinem Freund, da wir um 18:00 anfangen wollten die Bühne aufzubauen. Natürlich war Stau. Klar! Langes Wochenende bedingt durch das Superwetter, den Feiertag und den Samstag als Brückentag dazwischen. Da waren viele Deutsche auf den Weg in den Kurzurlaub.

eine jungfräuliche Bühne. NOCH!!

(eine jungfräuliche Bühne. Knapp 2 Stunden später geht’s hier drauf ab.. Doc. H. natürlich wieder mal mitten drin!)

Wir waren trotzdem pünktlich da. Der andere hatte weniger Glück, und kam mit einer halben Stunde Verspätung. Leider sind in dem Transporter von Ihm die Aufbauteile. Nur mit dem Multimedia-Schnickschnack konnten wir nicht viel machen. Darüber hinaus hatte der Veranstalter den Einlass von 21:00 auf 20:00 vorverlegt. Eile tat also not…

Knapp anderthalb Stunden später war alles aufgebaut, und hunderte Meter Kabel auf der Bühne verlegt. Steuerkabel und Stromkabel; Datenleitungen für ein Backup-System, falls ein Rechner ausfallen sollte.. Darüber hinaus die DJ -und VJ -Pulte aufgebaut, sowie die Bühnen-Kameras.

Alles Fertig! Soundcheck.. und ab geht die Party!! (Testlauf! Check..check..check.. Jepp! Funzt alles!!)

Es war ein echter Just-In-Time-Aufbau, da sich kaum 10 Sekunden nach dem Soundcheck die Türen zum Saal öffneten, und die ersten neugierigen Besucher eintrudelten.

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Ab 21:00 wurde es dann langsam voll. Ab 22:00 dann richtig rappelvoll!

die Bühne vom Ende des Saals. Jetzt kommt man noch durch..(fast noch leer! 1 Stunde später war kein durchkommen mehr!)

Meine Aufgabe während der Veranstaltung, war die Standkamera zu bedienen, und zu schauen, wo Aktion ist, damit man besonders auffällige Tänzer auf die Leinwände projizieren konnte.

Auch hier bewahrheitete sich leider der alte Gastronomie-Spruch: “Je später der Abend, desto voller die Gäste”. Denn obwohl es extra am Bühnenaufgang Zettel, Stifte und einen Behälter für Musikwünsche gab, meinten die "gaaaanz" wichtigen und hübschen Hühner, Sie müssten höchstpersönlich auf die Bühne stolzieren, um den DJs ihren Musikwunsch ins Ohr zu säuseln. Nun, das geht mal gar nicht. Zum einen ist das keine Dorfdisco mit an einer Hand abzählbaren Gästen, zum anderen steht da natürlich hochempfindliches Elektronik-Equipment im Wert  von etlichen Tausend Euro rum, es ist dunkel wie im Bärenarsch, überall liegen Kabel als Stolperfallen, und dann will noch eine strunzdumme, affektierte, lallende, wankende Dorfschönheit, die sich kaum auf den Beinen halten kann, und die einem das Ohr abkauen will, da durchstampfen, damit Sie Ihre 30 Sekunden Ruhm hat. Da ist ein technischer Totalausfall (beiderseits) schon vorprogrammiert. Aber ist ja klar, “man” , bzw. “Frau” ist ja "sooo" immens wichtig, und jeder Typ unten sieht einen, wenn man auf der Bühne steht. Da waren Sie bei Doc. H. (der früher auch mal als Türsteher gejobbt hat) aber an der falschen Adresse.

Da ich’s auch gar nicht mag, wenn Sie schon so alkoholisiert sind, dass Sie einem um den Hals fallen (nicht weil Sie sich in mich unsterblich verliebt haben, sondern weil die Einwirkung von 5 Cocktails die Beine in Wackelpudding verwandelt hat), und einen dann mit feuchtem Atem ins Gesicht lallen: “Äh, schb(spuck..)iel ma wasch won Dipp(spuck..)esch Mod..”, dann ist mein Gesicht feucht von Weiberrotze und mein Geduldsfaden aber echt schon auf maximale Dehnung!!…

Mit meiner gekonnt charmanten Art überredete ich die blondierten Hühner ihren dicken Hintern schleunigst von der Bühne zu entfernen, da sonst eine Kamerastativ-Spitze drin stecken würde. Manchmal verstanden Sie schon nicht mehr was ich sagte, wollten es nicht verstehen, oder stellten sich absichtlich doof, so dass ich dann doch die dünnen Ärmchen mal fester umgreifen musst, was dann doch immer zum gewünschten Erfolg führte. (Notiz: das zerdrücken von Bierdosen mit der Faust war doch kein sinnloser Zeitvertreib!) Für Dummhasen- Nachschub war aber gesorgt, so dass es mir nicht langweilig wurde, und ich wahrscheinlich hunderte, verliebte Mädchenherzen wegen meiner rüden Art gebrochen habe..

Trotzdem bekam ich an dem Abend 2 Heiratsanträge. Zählen gelallte Willenserklärungen auch? Da konnte ich echt nur noch mit den Augen rollen und denken: "Oh Gott! Beschütze mich vor Armut, Impotenz und blonden Frauen!" Sorry, Mädels – ich weiss ich bin ein Arsch!! Gebt mir eure Nummer wenn Ihr wieder nüchtern (und intelligent) seid!

Nachdem ich auch einen renitenten Typen, der zwar einen Kopf grösser als ich war (aber stark angetrunken) mit dezent angewendeter Gewalt (dauerte keine 2 Sekunden!) gezeigt hatte, wo er sich seinen Musikwunsch hinstecken kann, und er den Bühnenabgang danach mit schmerzverzerrtem Gesicht, und auf allen Vieren benutzte, hatten es dann aber doch die meisten geschnallt, dass es an MIR nur über meine erkaltete, erstarrte Leiche vorbeigeht.

Und glaubt es oder nicht: Die Bühnengeilen Hühner waren alle Blond!! Was will uns das in Bezug auf Blondinenwitze sagen? Dass die leider alle noch untertrieben sind!

Um 3:00 Uhr wurde es dann leerer, Zeit mal durchzuschnaufen, und sich selber mal was aus der Cocktailbar zu besorgen (schon alleine, um mit den Gästen auf das gleiche Niveau zu kommen).

Um 5:30 waren dann noch zwanzig unverzagte da, die dann aber nachdem das Licht anging von der Bar-Mannschaft rausgekehrt wurde. Dann noch ruck-zuck den Abbau. dauerte nochmal knapp 45 Minuten und ab nach Hause. Um 6:30 (also fast genau 24 Stunden später!) zu Hause. ENDLICH!

Positiver Nebeneffekt: Ich habe an dem Abend 2 Kilo Gewicht verloren!

EGAL! Jetzt ist erst mal nur eines wichtig: Gleich morgen früh zieh ich los, und kauf alle erdenklichen Sorten Käse..
(Notiz auf dem Einkaufszettel: Nur diejenigen Sorten, die bereits bei Körperwärme schmelzen, damit ich mir beim nächsten Frühstück im Bett keine Verbrennungen zuzieh..!!)

Achja, und einen lauschigen Tisch bei McDonalds mit Kerzenschein und romantischer Musik (und weit weg von der Toilette) muss ich ja auch noch bestellen…..

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Doktor Nerd

Peter (aka Doktor Nerd) hat schon mal das Attribut "bester Allround-Blogger" von einer bekannten Bloggerin verliehen bekommen - Inoffiziell versteht sich. Er ist in Netzwerken aktiv - schreibt aber hier über alle Themen, die grade aktuell sind (und dabei ist ihm kein Eisen zu heiß..)

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6 Kommentare

  1. Göttlich!Das hört sich fast a, wie ein Abend in dem asozialsten Laden, den es hier in Wuppertal gibt.Trotz meines Images als Friendstäubchen, hätte ich wohl schon bei dem ersten blondierten Huhn auf der Bühne meine Geduld verloren.Alkohol sollte für diese Sorte Mensch verboten werden 😉

  2. @Anette – ach grüble nicht weiter. Frauen die grübeln sind nix gut! Hatte ich schon mal in einem Blog geschrieben, dass da ‚eh nur Murks bei rauskommt.. Das ist eher ein Running Gag für eingeweihte.. *Lach*

  3. ´@Wolken Schieber – manchmal geht es eben echt nicht anders, weil du keine andere Möglichkeit hast. Ich bin sicher kein gewaltbereiter Mensch, und versuche zu erklären warum Gäste manche Dinge eben nicht machen können. Wer dann aber mit Gewalt an mir vorbeiwill, der hat’s scheinbar auf die nette Art nicht verstanden. Da bleiben dann eben nicht mehr viele Optionen..

  4. So so ,Doc ,dann haben also nicht nur die Bäume aus geschlagen ??!!wünsch dir noch einen schönen …..

Geistesblitz da lassen..

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