Essen und Trinken

Kochtipps vom Doc….

…oder: der einzig richtige Weg zum Caipirinha!

J a, dass ihr hier Kochtipps bekommt? Wer hätte das gedacht?
Aber da der alte Doc. H. ja nur einen Katzensprung von der absoluten und multiplen Perfektion in den Fachrichtungen: Frauenverstehen, Kochen, und erotischer Massage (um Irrtümer zu vermeiden! Hier ist die Massage von WEIBLICHEN Körpern gemeint) entfernt ist, warum nicht!

Und da der Sommer vor der Tür steht, was liegt da näher als ein paar Tipps zu einem der beliebtesten Sommer-Drinks zu geben?

Die Rede ist vom Caipirinha! Einem süffigen, erfrischendem Cocktail mit relativ wenig Alkohol, aber Leckschmecker-Garantie..

Ein Caipirinha im Sonnenuntergang(Wer denkt da nicht an Urlaub, Sonne, Meer, Strand, Steel-Band-Musik und String-Tangas?… Ein Caipi im Sonnenuntergang, und selbst der mieseste Tag ist wieder Vergessenheit)

Obwohl der Caipi eigentlich nur aus wenigen Bestandteilen besteht (Limette, Rohrzucker, gecrushtes Eis, Cachaca, Strohhalm), kann man durchaus einiges falsch machen!

Das fängt beim Zucker an. Normalerweise hat sich in unseren breiten brauner (Rohr)Zucker durchgesetzt. Dies ist in Brasilien unüblich. Dort wird weißer Rohrzucker benutzt. Er schmeckt besser, und ist bekömmlicher.

Des weiteren der Chacaca. Dies ist ein Zuckerrohrschnaps, ähnlich wie Rum (der aus Melasse hergestellt wird), der aber aus grünem Zuckerrohr hergestellt wird.

Beim Cachaca wichtig zu wissen: Es gibt 2 unterschiedliche Produkte!

Deshalb ein bisschen Warenkunde:

Heute existieren auf dem brasilianischen Markt mit Cachaça und Aguardente zwei unterschiedliche Produkte. Aguardente gilt als billiges, industriell hergestelltes Massenprodukt ohne jegliche schonende Behandlung. Eine gute Cachaça kommt meistens aus einer der folgenden Regionen Brasiliens: aus dem Nordosten, aus Minas Gerais oder aus Paraty, wo er in zahlreichen Cachaçariaskomplett von Hand verarbeitet wird. Die Herstellung folgt alten Traditionen, in der nur das sog. Herz (Mittelstück in der Länge) des Zuckerrohrs verwendet wird. Zuerst wird durch Auspressen des Zuckerrohres “Caldo de Cana”  (Zuckerrohrsaft) gewonnen, welcher dann 24 Stunden in Edelstahlfässern gärt und schließlich destilliert wird. Ein Zeichen für eine gute Cachaça ist die Farbe. Sie ist typisch gold-braun und stammt von der zwei bis drei Jahre langen Alterung der Cachaça in Holzfässern. Es gibt auch in Handarbeit hergestellte Cachaça, die nach dreimonatiger Lagerung in Erdnussfässern einen an frischen Zuckerrohrsaft erinnernden Geschmack hat.

richtiger Cachaca(Ein hochwertiger Cachaca. Handgefertigt und mit der typischen goldgelben Farbe)

In den meisten Supermärkten in Europa findet man nur billiges Aguardente. Gute Cachaças sind in manchen Internet-Shops zu finden und kosten etwa 80 % mehr.

Einteilung der Cachaças:

  • Industriell hergestellte Cachaças, bekannte Marken: Canario, 51, Pitú, Velho Barreiro etc.
  • Handwerklich hergestellte Marken: Delicana,Coqueiro,Corisco, Mato Dentro, Magnifica, Rochina, Espirito de Minas, Sapucaia etc.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist das gecrushte Eis.. Im Sommer kann man es schon cecrusht häufig in Beuteln an Tankstellen kaufen.

Peanuts? Du willst Geld sparen und es selber machen? Na, von wegen. Gecrushtes Eis zu machen ist gar nicht so einfach. Man kann natürlich eine dieser Elektro- oder-Handbetriebenen Eis-Mühlen benutzen, aber man kann sich auch selber ganz einfach gecrushtes Eis herstellen.

Von dem weitverbreitetem Tipp Eiswürfel in ein Handtuch zu packen, und dieses dann ein paarmal auf den Tisch zu schlagen rate ich aber ab! Das Eis schmilzt im Handtuch an, und friert zum Teil dann wieder an. Es ist kaum möglich das Eis ohne jede Menge Baumwollfusseln in das Glas zu bekommen.

Will man nicht hinterher wie eine Katze ein ganzes Fellknäuel ausspeien, solltest Du folgende Methode benutzen, um ganz einfach zu gecrushtem Eis zu kommen:

Füllt einen handelsüblichen Gefrier-Beutel (die sind stabil genug) zu einem Drittel mit Wasser. Beutel nicht zuknoten, sondern das Ende mit einem Gummiring verschließen. Das ganze ab in den Kühlschrank zum einfrieren!

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Knapp 3-4 Stunden später ist das Eis im Beutel gefroren. Nun den Beutel mit einem Handelsüblichem Fleischklopfer (mit der flachen Seite, nicht der geriffelten) bearbeiten..

Mal eine etwas andere Workstation! Hier eine zur Caipi-Zubereitung

(die perfekte Caipirinha- Workstation! Alles da, was Man(n) braucht! Messer, Gläser, Strohhalme, Limetten, Cachaca, Zucker)

Ein paar Schläge, und das Eis ist gecrusht. Der Vorteil dieser Methode? Man kann das Eis direkt aus dem Beutel ins Glas schütten, den Beutel wieder verschließen, und wieder ins Frostfach legen…

Cachaca(Hier erhältlicher Aguardente. Wird zwar auch als Cachaca bezeichnet, ist aber eigentlich minderwertige industrielle Qualität. Der bekannte Pitu kostet in Brasilien nur umgerechnet 80 Cent, und wird bevorzugt von Alkoholikern eingeworfen)

Last but not Least! Die Limetten! Achte hier auf Qualität. Kaufe Sie lieber einzeln und begutachte Sie vorher genau. Selbstverständlich sollten Sie unbehandelt sein. Dunkelgrün und weich beim drücken sollten sie sein, denn nur dann sind sie saftig genug. Abraten würde ich von den geblisterten 6er Packungen. Viel zu häufig verstecken sich matschige und schon faulende Stellen
auf der Packungsunterseite.  Suche Sie lieber einzeln aus. Nehme Sie in die Hand, und betrachte die Schale genau. Nur einwandfreie Limetten nehmen.

Achja:

Ein positiver Nebeneffekt beim Limettenkauf:  Man(n) kann in der Obst – und Gemüseabteilung mal ein paar junge Dinger ansprechen, mit denen über die richtige Zubereitung des Caipirinha fachsimpeln, und die knackigen, hübschen, weiblichen Lebensabschnittsbegleiterinnen in Spe, gleich mal zu  einem netten Cocktail-Abend einladen. (Merke: seine Traumfrauen findet man eher im Supermarkt als in der Disco! Vielleicht sollte der alte Womanizer da auch mal einen Leitfaden schreiben, wie man im Discounter außer seiner Kühlschrankfüllung auch eine “Bettfüllung” findet!)

Dort sollte dann die Zubereitung geübt sein… Und so wird’s ein perfekter Caipi:

Eine Limette HEISS abwaschen. Mit einem sauberen Tuch abwischen. Die Limette auf einem Brettchen mit der Hand etwas durchrollen. Dann vorne und hinten die Enden abschneiden. Jetzt kommt die Qual der Wahl. Es gibt mehrere Möglichkeiten die Limette zu zerteilen. In hiesiger Gastronomie hat sich folgende Version behauptet:

  • Das Mittelstück aufrecht auf eine Unterlage stellen, und mit einem Messer halbieren. Die Hälfte nochmals längs teilen. Wichtig: Der weiße Mittelstrunk enthält (wie die Schale auch) Bitterstoffe. Diesen Rest mit einem scharfen Messer entfernen. Die Viertel nun noch einmal jeweils quer teilen. Mit der anderen Hälfte der Limette ebenso verfahren..

ich finde folgende Version eleganter und auch im Glas schöner anzuschauen (siehe dazu das oberste Foto links im Beitrag):

  • Wieder das vordere und hinter Stück der Limette entfernen, aber nun die Limette in Scheiben schneiden. Der Vorteil: Es sieht im Glas nicht so nach zerquetschtem Limettenbrei aus, der Nachteil: der bittere Mittelstrunk bleibt erhalten. Da muss man beim drücken etwas aufpassen.

Diese Limettenstücke in ein stabiles Glas (ca. 200ml Inhalt) geben.  Das Glas muss stabil sein, damit es durch das quetschen der Limette nicht zerspringt. Auf die Limetten gibt man je nach Geschmack Zucker. Meistens 2-3 Teelöffel. Nun den Glasinhalt mit einem Stampfer, Stößel oder geeignetem Werkzeug zerdrücken. Wichtig! Dieses Gemisch nun umrühren, damit sich Zucker und Limettensaft mischt. Das Glas mit gestoßenem Eis auffüllen..

Nun mit 5-10 Cl Cachaca auffüllen, und einen nicht zu dünnen Trinkhalm ins Glas stecken. So! Saúde – wie der Brasilianer sagen würde. Ganz entspannt zurücklehnen, der süßen Supermarkt-Eroberung tief in die Augen schauen, ein bisschen Ritmo-do-Brasil- Musik spielt im Hintergrund, die Sonne verschwindet langsam hinterm Horizont, und wenn’s jetzt nicht mit der Zuckerschnecke läuft, dann hast Du es nicht verdient, diesen Blog-Eintrag zu lesen……

Doktor Nerd

Peter (aka Doktor Nerd) hat schon mal das Attribut "bester Allround-Blogger" von einer bekannten Bloggerin verliehen bekommen - Inoffiziell versteht sich. Er ist in Netzwerken aktiv - schreibt aber hier über alle Themen, die grade aktuell sind (und dabei ist ihm kein Eisen zu heiß..)

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11 Kommentare

  1. @Tina – kommt drauf an.. wenn ein ordentlicher Schuss Whiskey drin ist, bin ich dabei. Also: Skøl Mrs. Winterbottom!!.. :-P Natürlich nur rein prophylaktisch, damit die bösen Schweinepest Bazilloterien abgetötet werden 😉

  2. @*JoJo* – Aaah… Gummibärchensaft mit Absturz-Beschleuniger. Ja, das trinke ich auch gerne.. Da stoss ich doch gerne mit Dir an!! Kampai (würde der Japaner sagen)….

  3. Da ich morgen frei habe musst ich dann doch hier nochmal stoppen. Caipi gibt’s heut nit mehr, aber dafür schlürfe ich gerade lecker Vodka Redbull. *Prösterchen*

  4. @Tina – das tut mir leid.. wenn ich dich bei uns hier sehen würde, würde ich dich natürlich sofort versuchen mit meinem Charme einzuwickeln..@Frederike – hört sich lecker an… Ich kenne eigentlich Melonenbowle. Man nimmt dazu eine Wassermelone schneidet das obere Viertel ab, löffelt das Fruchtfleisch aus, schneidet die Hälfte davon klein, füllt es wieder ein, setzt alles über Nacht mit Vodka an, und füllt im Abschluß mit Eiswürfeln und Sekt auf.. Sehr lecker und ein echter Schlüpferstürmer 😉 Hast Du Durst? Dann komm doch mal vorbei…… 😉

  5. @ Doc…. Sekt kaufen bist du ja gerade :P… hmm, ich hoffe, du hast schon gestern den Vodka eingefüllt, du musst es schließlich über Nacht stehen lassen….. :P

  6. Ich habe es nicht verdient diesen Blog zu lesen…..;-)Das einzige, was ich im Supermarkt erobern konnte, waren Rinderrouladen…die waren gerade im Angebot.So brauche ich auch keinen Fleischklopfer ;-.)

  7. @Anette – Es muss ja keine Zuckerschnecke sein.. Je nach Geschmack kann es auch ein Schweineöhrchen, ein Berliner, oder ein gedeckter Apfelkuchen mit Sahne sein :-P

Geistesblitz da lassen..

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