Privat

Requiem für eine Freundschaft….

…oder: trotz Wiederbelebungsversuch, nach kurzer schwerer Krankheit verstorben…

Probleme, Probleme, Probleme! Davon gibt es weiß Gott genug in meinem Leben. Und auch wenn mir viele Dinge im privaten Bereich langsam über den Kopf wachsen, habe ich immer noch Zeit für meine Freunde. Wichtiger noch als meine Familie, die mir weder helfen kann (und will), noch sich die Zeit nimmt, sich meine Probleme anzuhören. Sollte ich mal eine Audienz bei meiner Mutter haben (die so ungefähr zwei Mal im Jahr ist), und ich von meiner momentanen Lebenssituation erzählen, wird wie beiläufig nach 5 Minuten das Gespräch mit Sätzen wie: “Ach, die Vögel müssen schon wieder gefüttert werden” in eine Richtung gelenkt, die kein großes Nachdenken erfordert.

Deshalb sind mir meine Freunde wichtiger als meine “Familie”. Und wie gesagt, für meine Freunde habe ich immer Zeit.

Auch hier bei Live-Spaces kann man Freunde finden. Sogar welche, mit denen man eine sehr enge Bindung aufbaut.

L eider können Freundschaften auch durch diverse privaten Veränderungen einschlafen, oder durch Missverständnisse in der Ausdrucksweise beim chatten, oder falsche Formulierungen in E-Mails, beendet werden. Dem Medium Text fehlt ja leider das Attribut Körpersprache und Betonung. Gelesen kann ein Satz völlig falsch interpretiert werden, als mit einem Augenzwinkern ausgesprochen.

Schon zweimal wurde versucht, eine Freundschaft, die sehr eng war, wieder zu beleben. Das Ende (ich gebe es zu) kam jedes Mal von meiner Seite aus.

I ch fühlte mich hinterher auch mies. Auch der letzte Versuch, scheiterte kläglich! Aber diesmal habe ich ausnahmsweise mal kein schlechtes Gewissen (was ich sonst jedes Mal hatte, weil es mir auch selber leid tat). Doch diesmal nicht!

Ich habe mich wirklich bemüht, war nett, unvoreingenommen, väterlicher Freund, gab Ratschläge, äußerte Bedenken. Wollte wirklich neu bei Null anfangen.. Alles Dinge, die ich eigentlich nicht tun müsste, weil ich selber mehr als genug Probleme habe.

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Aber ich gehöre eben nicht zu den oberflächlichen “Freunden” von denen es genügend Leute gibt, die Allerweltsätze wie: “Ach, das wird schon”, oder “warte erst mal ab” abgeben, um ihr Hirn nicht anstrengen zu müssen, und damit sie auch die Rosarote Brille, die Sie scheinbar auch Nachts tragen, nicht absetzen müssen.

Das Leben ist nämlich leider nicht Rosarot. Fragt man mich um Rat, dann gebe ich einen Rat. Der ist manchmal nicht schön. Kann die rosarote, leicht naive Welt eines Menschen, schon mal grau trüben. Auch mal bitter schmecken. Das liegt aber daran, dass ich in meinem Leben so viele schlechte Erfahrungen gemacht habe, dass es für das Leben von 3 Erwachsenen reichen würde. Trotzdem habe ich meistens leider Recht, weshalb mich meine Freunde eigentlich gern und häufig um Rat fragen. Ich bin deshalb aber kein Pessimist (was mir schon ganz gerne unterstellt wird, wenn ich versuche unerfahrene Menschen für das normale Leben zu sensibilisieren), obwohl es sicher genug Leute gibt, die sich meinem Leben gar nicht gewachsen fühlen würden. Mein bester Freund nennt mich “ein Stehaufmännchen”, weil ich mich von keiner noch so ausweglosen Situation habe unterkriegen lassen. Und er sagt es mit stolz! Ich bin ein Realist, und habe mir sogar noch meinen Humor bewahrt (wenn er auch etwas schwarz ist). Zum Verhalten einiger Menschen passt leider ganz gut dieser Satz, den ich heute Nacht auf einem Blog gelesen habe:

  1. Kluge Menschen lernen stets von anderen
  2. mittelmäßige Menschen lernen durch Schaden und Spott
  3. dumme Menschen lernen nichts mehr, denn sie können und wissen bereits alles

Traurig, dass es möglich ist, dass zwei Menschen, die noch vor Monaten nächtelange Gespräche führten, plötzlich völlig aneinander vorbei reden, und der eine nicht versteht, was der andere sagt. Sich letztlich sogar kloppen wie die Kesselflicker, weil jeder für sich stur wie ein Panzer ist, und jedes Gespräch in einem Desaster endet.

Und was für einen Rat, soll man einem Menschen geben, der eigentlich die Freundschaft wieder will, dann aber doch wieder unsicher ist, und sich auch mental unter Druck gesetzt fühlt, wenn man sagt: “kannst ja kurz das Telefon durch klingeln lassen, wenn du zu Hause bist.” weil man nicht die ganze Zeit am Rechner sitzt?

Tja, schade, ich hätte es ja noch mal versucht, muss aber auch gestehen, die Trennung fällt mit jedem Streit leichter…

letzte Änderung: 27.09.2009 07:34 Uhr

Doktor Nerd

Peter (aka Doktor Nerd) hat schon mal das Attribut "bester Allround-Blogger" von einer bekannten Bloggerin verliehen bekommen - Inoffiziell versteht sich. Er ist in Netzwerken aktiv - schreibt aber hier über alle Themen, die grade aktuell sind (und dabei ist ihm kein Eisen zu heiß..)

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14 Kommentare

  1. ja Tina. manchmal find ich auch keine Ruhe um mich zu beschäftigen. jetzt hab ich mir aber erst mal ne Wärmflasche und was zu essen gemacht ^^

  2. Ich bin auch nicht so die große Chatterin. Das meine ich aber nicht böse, sondern es ist eben so, daß meinereinermeistens mehrere Dinge gleichzeitig am Wickel hat. Heisst, malen/zeichnen, Kaffee trinken, lesen….etc….Halt alles die Dinge, die man abends schön in Ruhe geniessen kann, wenn der Rest der Familie schläft. Da wäre es für den Gegenüber eine Mißachtung, wenn man sich nicht genau auf ihn konzentrieren würde. Aber wenn ich es dann tue, dann auch ganz! Die, die mich kennen, wissen das aber auch….hoffe ich 😉

  3. @Tina – ja, das mit den chats mit mehreren Personen gleichzeitig.. das ist so ein Thema… ich persönlich glaube nicht, dass es möglich ist, sich auf das Chat-"Gespräch" mit jemandem zu konzentrieren, wenn man gleichzeitig noch mit 2 anderen Leuten chattet, nebenher Hausaufgaben macht, und dabei noch der Fernseher läuft. Ich beende dann das Gespräch, weil ich einfach nicht gerne Gespräche führe, in denen der andere unterhalten wird, und ich tippe wie ein Bekloppte Stenotypistin, und alle 2-3 Minuten von der anderen seite ein "LOL", "Haha", und ein Smiley kommt…. Ich bin dann noch nicht mal böse, erachte es aber als Zeitverschwendung, das gespräch weiter zu führen. Ich sage dann höchstens, dann melde dich, wenn Du Zeit hast..- und ich habe bei dir nie das Gefühl gehabt, dass Du abgelenkt bist.. das liegt aber daran, dass ich so ein "fesselnder" Typ bin…^^

  4. na, wenn ich schlecht gelaunt bin, so wie heut zb, kann ich mich auch über das Vogelgezwitscher nicht freuen, weil ich mir nicht auch noch meine schlechte Laune nicht vermiesen lass. Ich hab mir jetzt erst mal ne Depression genommen. vllt hilfts ja.

  5. @Rainbow – Ja, viele Spacianer haben deshalb das chatten aufgegeben… Ich habe das erst letztens auf einem Blog gelesen, bei dem es um "Pro oder Contra" chatten ging.. Das mit dem es wird nichts so wie es war, stimmt. Das liegt denke ich daran, dass selbst starke Zugehörigkeitsgefühle bei jeder Trennung ein bisschen leiden, bis letzlich einfach nur noch die Frage im Raum steht: "warum eigentlich noch weitermachen?"

  6. achja. manchmal versinke ich auch in Selbstmitleid und denk: wenn ich sie nur besser genommen hätt. damals. naya. jetzt geh ich erstmal wählen. was ich gewählt hab, sag ich nach 6 bei twitter ^^

  7. @puzzle – ein Bekannter (der in Dortmund ein bekannter Zuhälter war), hat 2 Sätze gesagt, die sich in meinem Leben mehrmals bewahrheiteten. Der erste war: "in jeder Frau steckt eine Hure" (diesen Satz habe ich lange nicht wahrhaben wollen, er ist in längerer Form auch als Sprichwort überliefert: "Alle Frauen sind Prostituierte, außer unserer Mutter und der Frau, die wir im Augenblick lieben. Die tugendhaften Frauen sind so sporadische Fälle wie die Ausgemusterten und die Fahnenflüchtigen." [Pitigrilli]). Leider musste ich in meinem Beziehungen erkennen, dass er teilweise stimmt. Der andere war: "Du kannst einen Dicken nicht fragen, wie man abnimmt!" Dieser Satz stimmt 100%ig. Nur wer selber schon mal den ganzen Mist erlebt hat, der einem im Leben passieren kann, der kann mitreden. versteht dann auch vielleicht, wie abgezockt manche Menschen sind. In meinen "besten" Zeiten lagen gleich mehrere Haftbefehle zeitgleich gegen mich vor. Ja, auch das ist Doc. Hackenbush! Alles das ist etliche Jahre her, Vergangenheit! Und trotz meiner Vergangenheit ist aus mir ein ehrlicher, geschätzer (und ja auch liebevoller), sogar teilweise intelligenter Mensch geworden. Aber wenn ich nicht durch diese harte Schule gegangen wäre, die mich menschlich hat reifen lassen, wäre ich vielleicht auch nur einer dieser oberflächlichen Dummschwätzer, die mit dummen Phrasen noch dümmere Menschen beeindrucken, und noch schlimmer beeinflussen. Dann sollten viele Menschen besser gar nichts sagen, als: "ach mach doch erst mal!". Das ist für einen unerfahrenen Menschen quasi ein Freibrief..- Und natürlich mag mich nicht jeder! Da leg ich auch keinen Wert drauf. Ich bin wie ich bin. Halb Arschloch, halb Engel, je nachdem welches Ende Du grade an mir erwischt…- und ich kann mich trotzdem freuen, wenn ich Morgens von Vogelgezwitscher geweckt werde, es ein schöner Sonnentag wird, und ich kann mich auch über einen schönen Sonnenuntergang freuen. Und ja, ich kann (auch wenn es viele Frauen nicht glauben) sogar lieben!

  8. ja, ich chatte auch nur noch selten. meistens bin ich jetzt anders beschäftigt. es gibt aber sicher Leut, die das vermissen. dabei ist der vorteil beim chatten, dass man sich nicht sieht und hört. es sei denn man hat so eine webcam. daraus haben sich bei mir schon tolle Gespräche entwickelt. der nachteil ist dann aber auch, dass man sich nicht sieht und hört. es sei denn man hat so eine webcam. naya. ich bin da ambivalent ^^ im übrigen würd ich sagen: wenn du down bist, blog es trotzdem @@

  9. Ja, das Gefühl kenne ich… …und dennoch bleibt ein bitterer Nachgeschmack, selbst wenn es nicht mehr weh oder leid tut. Dieses sich verstanden fühlen und jemanden verstehen und denken ‚hui, der/die tickt genau wie ich‘, man hat das Gefühl sich schon ewig zu kennen und alles ist gut. Und dann dieses aneinander vorbei reden. Es gibt Streit über einen Satz, den der eine so verstehen will und der andere aber gar nicht so gemeint hat. Ich denke auch, es ist dann besser, zu gehen bzw. gehen zu lassen. Nichts wird so, wie es mal war und wenn man dann anfängt jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, sich zu beschneiden in der Wortwahl, nicht mehr spontan sein kann, weil man ständig darüber nachdenkt, wie der andere es versteht… …dann macht es nicht wirklich Spaß…Deshalb habe ich das Chatten weitestgehend aufgegeben. Da fehlt halt doch das Augenzwinkern oder ein spitzbübisches Grinsen… 😉

  10. Für mich ist vorstellbar, daß sich jemand zuweilen von der Art, deine Wirklichkeit darzustellen, überfordert fühlen könnte. Allgemein wird empfohlen, wenn man selbst down ist, die Gesellschaft von Menschen zu meiden, bei denen man nicht das Gefühl hat, daß sie einem Zuversicht vermitteln. Das ist mit Sicherheit subjektiv, und darum mag das schon sein, daß du für die einen ein hochgeschätzter Freund bist, während andere sich zunehmend davon überfordert fühlen.Das persönliche Selbstwertgefühl meldet sich zu Wort, aber ich glaube, das ist beim Ende einer Freundschaft gar nicht gefragt. Manche Kontakte enden früher oder später, weil die persönlichen Entwicklungen, Vorstellungen und Ziele letztendlich aneinander vorbeigehen, aber sie verlieren doch deswegen nicht ihren Wert für die Zeit, solange sie dauerte.

Geistesblitz da lassen..

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