Zur Werkzeugleiste springen
Sport

ES IST HEISS! SEHR, SEHR HEISS!!…

..oder: ‘Publik Viewing’ draußen bei Affenhitze oder lieber ‘Group Viewing’ zuhause vor der Klimaanlage?

Südafrika, Deutschland – Uff! Es ist eine Affenhitze in Deutschland! Vereinzelt waren die Temperaturen bei knapp 40° Grad.. im Schatten! Dabei die tollen deutschen Spiele der deutschen Mannschaft bei der WM beim Publik Viewing genießen? Auf Baumlosen Beton-Plätzen in der City, die keinen Schatten spenden? Da läuft einem der Schweiß in Sturzbächen den Rücken runter, man dehydriert in Rekordzeit, selbst das atmen draußen schmerzt! – Danke! Nicht für mich!

Ich bin froh, dass ich die Hitze aussperren kann. Denn, es gibt nichts schöneres als zuhause eine Klimaanlage zu haben, die für erträgliche kühle Temperaturen in der Wohnung sorgt!

Während draußen die brütende Hitze die aufgeheizte Luft auf den Straßen flimmern lässt, ist es in der Wohnung herrlich küüüühl! Noch wichtiger als die Kälte- Reduzierung ist aber auch das herausfiltern der hohen Luftfeuchtigkeit auf ein angenehmes Niveau.

 

(Wohnzimmer – erfrischende, fast kühle 20° Grad und kaum Luftfeuchtigkeit. In den restlichen Räumen 28° Grad und tropische, feuchtwarme Luft..)

Da verzichtet man liebend gern auf “Publik Viewing”, sondern organisiert ein “Group Viewing” im kleinen Kreis unter Freunden – mit Chips, Bier, Grillen auf dem Balkon und leckeren Cocktails..

Und dann ist Fußball ein richtig schönes und kräfteschonendes Erlebnis.

Und wenn man sieht, was die Jungs um Jogi Löw auf dem afrikanischen Rasen mit ihren Gegnern anstellen, dann kommt man aus dem staunen nicht heraus: Australien mit 4:0 im Auftaktspiel schwindelig gespielt – England 4:1 (na sagen wir 4:2, denn dass dieses nicht gegebene Tor drin war, war ja offensichtlich.) vom Platz gefegt – Argentinien mit 4:0 die zweithöchste Niederlage der Geschichte beschert. Einzig gegen Serbien mit 0:1 verloren, und gegen Ghana NUR mit 1:0 gewonnen. Aber die anderen Weltmannschaften waren auch nicht besser – im Gegenteil. Die mit Superstars gespickten Mannschaften von Frankreich und Italien sind glanzlos schon in der Vorrunde ausgeschieden.

Da kommt man ins grübeln, oder? Wie schafft die junge Truppe rund um den deutschen Bundestrainer das Kunststück die Weltklasse-Mannschaften der Rivalen quasi nach belieben aus dem Turnier zu werfen?

Und dazu noch ohne medienwirksame Millionenstars. Im Gegenteil: Arne Friedrich spielt mit Berlin in der zweiten Liga. Klose und Podolsky haben in der Bundesliga eine katastrophale Saison gehabt. Müller, Özil, Kedira, CACAU, Tasci? Bis zur WM kannte ich die meisten Namen nicht mal…

Und jetzt? Alle rennen füreinander, man hilft sich gegenseitig bei den Aufgaben – vorbei der Standfußball früherer Tage, als die Stars sich nur bewegten, wenn der Ball in ihre Richtung unterwegs war, und ansonsten in leichtem Trimmtrab versuchten sich warm zu halten. Das momentan zelebrierte Spiel der deutschen Mannschaft ist eines der dynamischsten, wirkungsvollsten und attraktivsten, die es bei der WM zu sehen gibt. Und ich wage sogar mal die Behauptung: „Der Ausfall Michael Ballacks war das Beste, was der Mannschaft passieren konnte, denn mit Mit Michael Ballack wäre die Deutsche Elf nicht so weit gekommen“. Weil diese WM gezeigt hat: Mannschaften, die um ein oder zwei Superstars gruppiert wurden, haben nicht funktioniert!

Im Gegenteil. Diese WM war ein Paradebeispiel für den Satz: „Fußball ist ein Mannschaftsspiel“. Dies sagt auch die Presse. Denn was auffällt, wenn man mal durch ausländische Zeitungen zappt: Nirgendwo ist Häme gegen unser Team. Selbst die Engländer, die sonst nicht allzu zimperlich mit Ihrer Wortwahl Deutschland gegenüber sind, waren sehr fair, und hatten nach der Niederlage im Achtelfinale nicht dem neuen Flatterball Jabulani, oder das nicht gegebenen Tor als Ursache für das ausscheiden ihrer Mannschaft angeführt. Nein, sie haben erkannt, dass die deutsche Bundesliga wohl qualitativ doch nicht so schlecht ist, wie man in England meint, der momentan gespielte deutsche Fußball attraktiver und wirkungsvoller ist, als das englische System, und dass ihre Superwaffen Gerard, Lampert und Rooney gegen eine geschlossene Mannschaft wirkungslos bleiben mussten. Und als „Löws Wild Bunch“ Argentinien mit 4:0 vom Platz fegten, konnte man sogar schon wieder ein bisschen lachen, und meinte, mit dem 4:2 wäre man ja wenigstens besser als Argentinien..

Was aber über den Fußballplatz und die Presse hinaus richtig toll ist, und was für Deutschlands Innenpolitik ein Zeichen setzen kann: In dieser Mannschaft spielen junge Fußballer aller möglichen Nationen –  Zwar mit deutschem Pass, aber mit Migrationshintergrund. Und alle zusammen setzen alle erdenklichen Kräfte ein, um das gemeinsam definierte Ziel für Deutschland zu erreichen.

Hier kann etwas sehr großes in Bezug auf Ausländerakzeptanz in unserem Land heranwachsen. Wir dürfen es nur nicht wieder durch unüberlegte Äußerungen zerstören…

Aber mal ganz davon ab – Wer glaubt jetzt noch, dass wir die WM NICHT gewinnen?

Datum letzte Änderung: 05.07.2010 04:51 Uhr

 

Schlagworte

Doctor Love

Peter (aka Doctor Love) hat schon mal das Attribut "bester Allround-Blogger" von einer bekannten Bloggerin verliehen bekommen - Inoffiziell versteht sich. Er ist in Netzwerken aktiv - schreibt aber hier über alle Themen, die grade aktuell sind (und dabei ist ihm kein Eisen zu heiß..)

verwandte Artikel

Geistesblitz da lassen..

Back to top button
Close
Close
%d Bloggern gefällt das: