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Black Beauty vs. King Kong…

…oder: warum ein betagtes Nokia N900 ein nagelneues Nokia X6 alt aussehen lässt..

“Naja, wenigstens ist Sie hübsch…° – dieser Satz geht mir manchmal durch den Kopf, wenn ich mal wieder ein bildhübsches junges Ding kennen gelernt habe – um nach 2 Wochen enttäuscht fest stellen zu müssen, dass bei dem Supermodell mit dem genialen Körper leider sowohl auf Intelligenz, Empathie und Alltagstauglichkeit aus Gründen der besseren Optik verzichtet wurde.

Was diese Einleitung mit der Überschrift und einem Handy zu tun hat?

Mehr als Du denkst – es beschreibt nämlich eigentlich genau mein Verhältnis zum Nokia X6 – einem ziemlich aktuellen Handy-Modell des finnischen Elektroriesen.

Auch dieses Handy habe ich erworben, weil mir das Design gefiel. Schwarz, schlank, elegant, und auf leichtesten Fingerdruck reagierend (nein, nein – ich rede WIRKLICH nicht von einer Frau).

Und tatsächlich ist das beste, was man über das X6 sagen kann, dass es chic aussieht. Na gut, um fair zu sein, muss ich auch sagen, dass die Nokia Maps hervorragend sind. Aber leider ist die wirklich gut umgesetzte Software auf dem ziemlich kleinen Display schlecht zu sehen.

N900-vs-X6.jpg

(David gegen Goliath: X6 gegen N900 – Linux gegen Symbian. Schmalhans gegen Boliden. Der Sieg geht ganz klar an das N900! Zusammengeschoben ist es noch ca. 1/3 breiter als das X6 – mit herausgezogener Tastatur macht es sich doppelt so breit)

Überhaupt – das Thema Display: Das ist mit 640 *360 Pixeln relativ klein. Vor allem aber ist es im Format sehr schmal. Bei einem Handy mit Internetfunktion, merkt man beim browsen auf Webseiten schnell: “Nee, macht keinen Spaß” – man sieht immer nur einen schmalen Streifen und scrollt sich einen Wolf, Warum Nokia selbst dem aktuellen Flaggschiff N8 nur das gleiche Pixelformat spendiert weiß wohl nur Nokia selber. Das Apple IPhone, gegen das es antritt quetscht auf sein Display 960*640 Pixel und ist damit das Maß der Dinge.

Erstaunlich – vor allem, da es mit dem N900 ein Handy von Nokia gibt, welches mit einer Hardware-Ausstattung glänzt, die Ihresgleichen sucht. Das Display kommt mit 800 x 480 Pixeln zwar nicht ganz an das Iphone Format heran, ist aber das größte Display, welches die Finnen je bei einem Mobiltelefon verbaut haben. Das merkt man auch im Gebrauch. Die Anzeige ist wesentlich schärfer und Videos sehen brillanter aus. Obwohl es nicht die Farbtiefe von True Color hat, fällt dies bei Videos nicht auf.

Dazu kommt ein weiterer Leckerbissen: Nokia war mal innovativ und spendierte dem N900  statt dem standardmäßig installiertem (und leider schon leicht angestaubtem) Symbian das Maemo Betriebssystem.  Und das ist mal wirklich eine Superidee gewesen!

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Zusammen mit der leistungsfähigen Hardware des N900 (immerhin werkelt ein 800 Mhz Prozessor im N900 und dank Open GL2 ist selbst 3D Optik auf dem Display möglich) macht das arbeiten mit dem N900 einfach richtig Spaß. Der “Desktop” , ja, man kann das Display wirklich so nennen, hat mehr mit einem Windows Desktop gemeinsam, als mit einem Handy-Display. Der Desktop ist ein 4teiliges Endlosband, welches durch streichen über den Touchscreen weiter befördert wird. Die Icons lassen sich darauf völlig frei anordnen, Widgets kann man platzieren wo man möchte – und dank 3D sieht das alles auch noch richtig klasse aus..

Aber nicht nur die Optik stimmt!

Im alltäglichen Gebrauch spielt es das X6 nicht nur gegen die Wand, sondern nagelt es dort quasi fest:

Navigation und die Berechnung gehen wesentlich schneller von statten, als unter dem neuen X6 Handy. Hier merkt man, dass entweder das Symbian-OS nicht optimal geeignet ist, oder die aktuell verbaute Hardware einfach eine Klasse schlechter.

Aber auch Medienstreaming ging noch nie einfacher – unter Windows Vista und Windows 7 in der Systemsteuerung die Freigabe aktivieren, und wenn das Handy im WLan bekannt ist, werden im Media-Player  des Handys die Bibliotheken des lokalen Rechners angezeigt. Auf dem Foto links sieht man gerade eine aufgezeichnete Sendung mit Professor Lesch über die Geheimnisse des Universums – und dank Video-Adapterkabel lassen sich die über das heimische Netzwerk gestreamten Daten  auf dem Großbildfernseher ausgeben. Und das  in guter Qualität. Mit dieser Funktion kann man schnell mal in einem anderen Zimmer bequem Videos schauen ohne dafür ein Video-Kabel quer durch die Wohnung verlegen zu müssen.

screenshot031.png

(Ein “Screenshot” (ja, das kann man auch wie bei Windows machen) vom Media-Player –  unten links sieht man den heimischen Server –mit seinem unendlichem Vorrat an Videos und MUSICA E)

Ein weiterer Punkt, der dafür spricht, dem älteren Handy den Vorzug gegen die neuen Modelle von Nokia zu geben, ist die Maemo-Community. Da Maemo auf Linux basiert, gibt es etliche tausend Tüftler, die kostenlose Apps veröffentlichen, und zum Teil sogar Multiboot Umgebungen schaffen. So gibt es unter Youtube etliche Videos von Programmieren, die mal eben statt dem Maemo das Android Betriebssystem laden, oder ein Debian Linux – selbst Windows 95 läuft (allerdings in der Anwendung Dos-Box). ich bin gespannt, wann der erste es geschafft hat, dort die IPhone Software zum laufen zu bringen..

Jedenfalls macht diese Handy Lust auf mehr.

Ich bin total gespannt, was alles noch kommt!

letzte Änderung: 03.11.2010 00:17 Uhr

 

Schlagworte

Doctor Love

Peter (aka Doctor Love) hat schon mal das Attribut "bester Allround-Blogger" von einer bekannten Bloggerin verliehen bekommen - Inoffiziell versteht sich. Er ist in Netzwerken aktiv - schreibt aber hier über alle Themen, die grade aktuell sind (und dabei ist im kein Eisen zu heiß..)

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5 Geistesblitze

  1. Pingback: Black Beauty vs. King Kong…
  2. Ich find es auch interessant, gerade Leute die sich ein neues Handy kaufen wollen, lesen solche Blogs . Ich lese gerne Testberichte *g* nicht nur von Handys, sondern auch von verschiedenen Artikeln … meist aber von technischen Geräten . Man weiß ja nie , wenn so ein Teil mal wieder kaputt geht und dann bin ich nicht ganz ahnungslos*g*

    LG Timebandits

  3. Mal ganz im Ernst Peter. Wer interessiert sich schon für die ganzen verschiedenen Handys? Noch uninteressanter wurde die Geschichte, seit Apps richtig Geld kosten. Jeder hat seine eigenen Preferenzierungen. Mein Handy ist mittlerweile 6 Jahre alt und gleicht sich unter Windows 2000 – Windows 7 sehr gut mit meinem Outlook ab. Was will ich mehr?

    1. Na, mich interessierts, sonst würd ich nicht drüber schreiben.. 🙂
      Und was die Apps angeht – da Maemo ein Linux-Gewächs ist, ist dort eine große Community, die etliche gute Apps kostenlos zur Verfügung stellt.
      Die einzige gekaufte Anwendung für mein Handy ist die wirklich gut gemachte Navigationssoftware von Sygic für 29,90 (Lifetime-Lizenz für D-A-CH). Alles andere ist kostenlos von der Maemo Community.
      Und das sich ein Handy mit Outlook synchronisiert, sollte eigentlich Standard sein – ist es aber nicht bei allen Herstellern..

Geistesblitz da lassen..

auch interessant..

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