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QUO VADIS, PETRUS?…

.oder: Jünger - folgt meinen Spuren!

..oder: Jünger – folgt meinen Spuren!

Das Phänomen der Selbstbelohnung kennen wir alle – die einen gönnen sich 5 mal im Jahr Urlaub auf irgendwelchen nicht von Tsunamis gefährdeten Inseln im Mittelmeer, die anderen kaufen sich technische Gimmicks wie Kameras oder wie ich Handys.

Nun, mein NOKIA N900 ist – gemessen an den von der Marketingabteilung als Nonplusultra beworbenen aktuellen Modellen – immer noch die technisch bessere Wahl. Zugegeben ist es klobiger (böse Zungen nennen es: ”Klotz”), dafür hat es immer noch das Display mit der größten Auflösung, denn während selbst die teuersten momentan erhältlichen Nokia Modelle mit einem Schmalband-Display von 640 x 360 Pixeln daherkommen, glänzt das “alte” N900 mit fast gigantischen 800 x 480 Pixeln.

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Der größte Vorteil des Handys – welches damals von NOKIA als “kleinster Tablet-PC mit der Möglichkeit zum telefonieren” tituliert wurde, ist auch gleichzeitig sein Nachteil: das MAEMO Betriebssystem.

Denn obwohl das auf Linux basierende Betriebssystem auf dem Handy ein echter Quantensprung in Bezug auf Optik und Usability im Vergleich zum langweiligen und trägem Symbian ist, hat NOKIA die Entwicklung eingestellt, und spendiert den neuen Handys lieber ein aktuelles Symbian -Os (welches selbst in der neuen Version langweilig und träge ist).

Mit Maemo ist das Handy wirklich eher ein PC, als ein Handy -bzw. kann man es so nutzen. Da NOKIA das N900 und MAEMO Projekt in Schönheit hat sterben lassen, und deren Entwickler vermutlich in einem 50 Seelen zählendem finnischen Dorf mittlerweile unter einer Zentimeterdicken Staubschicht verrotten, hat sich – quasi als Gegenbewegung – eine sehr innovative Community gegründet, welche auf www.maemo.org dafür sorgt, dass das “beste Handy aller Zeiten” nicht nur weiterlebt, sondern sogar die aktuellen Modelle äußerst alt aussehen lässt.

Warum NOKIA das Projekt einstampfte, dürfte wohl damit zu tun haben, dass man mit den Apps beim N900 kein Geld verdienen konnte. Denn während die aktuellen Handys sich am Apple iPhone ein Beispiel nehmen, und fehlende Funktionen und Gimmicks gegen einen meistens überteuerten Obulus auf irgendwelchen Kaufportalen anbieten, ist für das MAEMO ‘everything free!’ Nun, natürlich ist auch hier nicht ALLES umsonst, aber außer für die wirklich gute Navigationssoftware von SYGIC (denn wie könnte es anders sein – Nokia entwickelt auch die hauseigene Navigationssoftware Nokia Maps für das N900 nicht weiter), – die läppische 29,90 € für eine Lifetime License kostet, habe ich keinen Cent für die zahlreichen Apps bezahlt.

Überhaupt ist das eine echt coole Nummer, wenn man etwas technikverrückt ist, und das N900 mal ausreizen will. Denn während man für die aktuellen Nokia Smartphones bei NOKIA gegen Geld nur eine abgespeckte Office-Version bekommt, und man selbst für den Acrobat Reader (der eigentlich immer frei erhältlich war) für das Symbian OS Geld zahlen muss, bist Du mit dem N900 fein raus. Die freien OpenSourcler haben nämlich für das N900 ein komplettes 2 Gigabyte großes Debian Image (was ebenfalls auf Linux basiert) zum Download und installieren zusammengestellt, was so ziemlich alles enthält, was man auf dem heimischen PC benutzt.

(zugegeben ist es nicht so schick wie das Apple iphone – dieser dicke Brummer hat eher eine Rubensfigur, aber es bietet auch Möglichkeiten ohne Ende – ich habe es jetzt über ein halbes Jahr, und immer noch finde ich neue Dinge, die man damit anstellen kann)

Da ist natürlich auch das bekannte und kostenlose OpenOffice drin enthalten, welches der Klassenprimus im Bereich der freien Software ist, und selbst in Firmen mit kleinem Budget anstatt dem Microsoft Office Paket eingesetzt wird. Dass der Acrobat Reader ebenfalls vorhanden ist (kostenlos natürlich!), brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen, oder?

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Dass es sich mit meinem PC bestens versteht, und ich über das WLAN meine komplette Medienbibliothek auf dem Fernseher ausgeben kann, hatte ich schon mal erwähnt? Dass ich meine im DIVX Format gespeicherten Kinofilme ohne Sie erst stundenlang in ein Handy kompatibles Format runterrechnen lassen zu müssen, einfach auf die Speicherkarte ziehe und dank den gängigsten installierten Codecs und dem Adapterkabel auf allen Fernsehern in Super Qualität ansehen kann, auch?

Hatte ich auch schon in den Raum geworfen, dass es serienmäßig mit MSN Messenger , Google Talk und Skype daherkommt, und sich damit kostenlos weltweit telefonieren und videofonieren lässt?

Dass es ein ANDROID Betriebssystem mit kompletten ‘Look and Feel’ für die Hardware gibt, welche NITDroid (Nokia Internet Tablets Android) heißt, und man wie beim PC, wenn man bootet, sich entscheidet, welches Betriebssystem geladen wird?

Nicht? Naja, ich wollt’s nur mal gesagt haben..

Ja, eigentlich könnte man glücklich mit diesem tollen Stück Technik sein.

Doch irgendwas ist ja immer..

So hatte ich früher die Software Nokia Sportstracker genutzt, um meine sportlichen Aktivitäten mit zu tracken. Die waren von den Nokia Betalabs entwickelt worden, und nachdem die Software ausgereift war an den meistbietenden verscherbelt. So wurde aus NOKIA SPORTSTRACKER kuzerhand SPORTSTRACKER. Die frühere Nokia Webseite wurde dichtgemacht, und auf die neue Site des kommerziellen Dienstes verwiesen.

Soweit so schlecht – denn dummerweise wurde diese Software – obwohl von NOKIA für deren Mobiltelefone entwickelt NIE für das N900 zur Verfügung gestellt. Dies lag wohl daran, dass das MAEMO OS nur ein Versuchsballon war, und die Besitzer der wenigen N900 keine Kundengruppe war, die man versorgen musste.

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Deshalb hat man sich als Zielgruppe nun die iPhone-Jünger und Android-Besitzer ausgeguckt, um seinen Marktanteil zu steigern

Doch auch hier hatte die MAEMO Entwickler Community ein Einsehen. Die Software eCoach bietet alle Funktionen, die der Sportstracker auch hatte. Selbst eine Webseite gibt es. Und die wirkt nicht billig, als wenn da Hinterhof-Entwickler was zusammengeschustert haben, sondern die kommt ganz professionell mit Flash und Web 2.0 daher!

(www.heiaheia.com – unter diesem etwas verwunderlich klingendem Namen ist die Community der Nokia N900 Sportverrückten vereint. Die Webseite ist zwar nicht so stylisch wie Sportstracker.com, aber Sie erfüllt ihren Zweck)

Und das schöne an eCoach ist: es speichert die Trainings im Google Maps Format gpx ab. Und diese Dateien können fast alle Geo-Programme wie Google Earth oder Webseiten für Sportler interpretieren.  In den GPX Dateien werden alle Weginformationen gespeichert. Die Programme interpretieren dann daraus dann Strecke, Geschwindigkeit, Höhenunterschiede und bei hinterlegten Eckdaten des Users auch noch den Kalorienverbrauch.

Es gibt natürlich auch noch andere professionelle Anbieter. Endomondo zum Beispiel:

(Endomondo – auch nicht schlecht. Optisch etwas schlicht, aber mit allen nötigen Funktionen. Und natürlich kann man auch hier die GPX-Dateien hochladen)

Da ich bei beiden einen Account bei habe, brauche ich die Sportstracker Software fürs Handy deshalb gar nicht, ha!

Ich lade einfach die entsprechenden GPX- Files zu meinem Account (dies wird unterstützt), und schon sieht man das Training:

(So sieht das ganze dann aufbereitet aus. Mit der Maus kann man dem Streckenverlauf folgen, und sieht dann rechts die entsprechenden Daten. Schick, schick, das alles, oder?)

Ich habe mir jetzt angewöhnt, dass ich sowohl Morgens wie Abends den Weg zur Arbeit zu Fuß gehe – pro Weg sind das knapp 7 Kilometer, die ich in einer Stunde watschel. 14 Kilometer am Tag  also – Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass ich mit dem Bus auch eine halbe Stunde unterwegs bin.
Warum ich das tue? Na, ich will schließlich immer noch abspecken. 20 Kilo weniger sind das Ziel – und das hätte ich gerne im August erreicht…

im Abschluss hier eine Funktionsübersicht der verschiedenen Tracking Webseiten. Wie man sieht, hat die ‘non-commercial’ Software eCoch in Verbindung mit Heiaheia.com alle Funktionen, welche die kommerziell betriebenen Webseiten Sportstracker und Endomondo bieten.

 

GPX Upload grafische Darstellung Flash teilen mit Freunden Challenges Gewichts-Kontrolle Freunde suchen Historie Herzschlag Anzeige

Sportstracker

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Endomondo

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Heiaheia

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Doktor Nerd

Peter (aka Doktor Nerd) hat schon mal das Attribut "bester Allround-Blogger" von einer bekannten Bloggerin verliehen bekommen - Inoffiziell versteht sich. Er ist in Netzwerken aktiv - schreibt aber hier über alle Themen, die grade aktuell sind (und dabei ist ihm kein Eisen zu heiß..)

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