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Sterneküche schlägt Systemgastronomie

..oder: Die Alternative zu Pizzataxi, McDonald und Co. heißt: KOCHPARTY..
K

ochen ist unmännlich? Von wegen! Vergesst alles, was ich über den Zuckerschnecken Abschlepp-Laden IKEA gesagt habe.. hier lesen.

Denn es gibt eine neue TOP-ANTWORT auf die Frage: “wo lässt sich am einfachsten Weibsvolk kennen lernen (und hinterher Kochrezepte und Körperflüssigkeiten auszutauschen) – und die Antwort heißt: IM KOCHKURS!

Nee, nicht den im Maggi Kochstudio, wo eine verpickelte, schusselige BWL-Erstsemestlerin lernt Tütensuppen zu öffnen um die Grundstoffe eines Chemiebaukasten in unschuldige Flüssigkeiten zu verklappen und dies hinterher stolz, vor Ihren WG-Mitbewohnern, Suppe nennt..

Es gibt nämlich auch Kochkurse für gehobene Gastronomie, wo echte Sterneköche – in Küchen, die in einem das “will ich haben”-Gen wecken – den wissenshungrigen Pizzadienstanrufprofi darüber aufklären, dass man Obst und Gemüse nicht nur kauft um es beim vergammeln in Dekoschalen zu beobachten, um spätestens nach 2 Wochen deren verschrumpelten Überreste in der Biotonne zu bestatten – sondern wo einem diese Nahrungsmittelzubereitungskünstler mit echten, in jedem Supermarkt erhältlichen (naja, sagen wir mal außer ALDI und Co.), Lebensmitteln zeigen, wie man aus verschiedensten Grundstoffen echte Kunstwerke zubereitet, die nicht nur den Gaumen, sondern auch das Auge schmeicheln.

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(Küche? Nein, das ist doch nur der Kaffeezubereitungsplatz. Natürlich steht dort nicht irgendeine Kaffeemaschine, sondern ein Wunderwerk aus dem Hause WMF.. allerdings schmeckte mir der Espresso aus diesem wunderschönem Chrom-Monster auch nicht besser als der aus meiner JURA..)

Und weil Gott es mal ausnahmsweise mal wieder gut mit mir meint, ist eines dieser Mekkas, wo kochwütige besserverdienende Edelzicken in Hochhackigen am Herd stehen nur eine halbe Peterslänge Luftlinie von mir entfernt.



(Anmerkung: 1 Peterslänge entspricht ungefähr einem europäischen Kilometer, 0,9 eines russischen Werst, knapp 6 Zehntel einer englischen nautischen Meile, einem Viertel der französischen Postmeile, einem Füntel Furlong oder dem knapp 500fachen eines österreichischen Klafters – wer’s ganz genau wissen will, sollte mich fragen)

Ja, Hombruch, dieser verträumte Vorort der Metropole Dortmund, hat auf der Hauptgeschäftsstraße Harkortstrasse als Attraktion nicht nur den Samstags regelmäßig stattfindenden Wochenmarkt, der dem “Khan El-Khahili”-Basar aus Kairo ebenbürtig ist, sondern darüber hinaus beherbergt die unscheinbare Hausnummer 35,  den Schneckenabschlepp-Tempel Numero Uno, die Event- & Showküche ‘ErlebBar’..

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(Hühner am Herd – das könnte auch der Name einer Koch Show sein. Am Anfang noch etwas zugeknöpft. Aber wenn Sie nach 1 oder 2 Prosecco etwas aufgetaut sind, stürzen sich die lernwilligen, zukünftigen Sternekoch-Damen mit Feuereifer auf Ihre Aufgaben.)

Ich hatte durch Zufall die Möglichkeit bekommen an solch  einem Event teilzunehmen – dazu war es mit 12,50 € ein echter Schnapp. Schließlich sprechen wir hier von einem Kurs, der knapp 4 Stunden dauerte, und der Preis beinhaltete alle Lebensmittel und Getränke. Dazu kannte ich die meisten der Anwesenden von früheren Partys – also hin und mal gucken..

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(Am Anfang noch etwas ratlos – doch das gab sich schnell, als Profikoch Nils Walbrecht anfing uns zu erklären an welchem Ende man das Messer anfasst, und wie man die schicken Schürzchen umbindet)

Die Entscheidung war Richtig! Kurz vor 19:00 Uhr stieß ich zu der Gruppe vor dem Eingang und wir gingen dann geschlossen in die 1.Etage direkt über den riesigen REWE-Laden, der diese Erlebnisgastronomie möglich gemacht hatte.

Das Ambiente was uns empfing war beeindruckend. Edle Oberflächen, teuerste WMF – Artikel, Profi-Geräte (ja, sogar einen ESGE – Zauberstab gab es hier) – hier ließ sich sicher gut kochen!

Es empfingen uns 2 Service-Kräfte, die uns einen Begrüßungssekt einschenkten und uns auch weiterhin den ganzen Abend mit Getränken versorgten. darüber hinaus servierten Sie dreckiges Geschirr ab und räumten auch die benutzten Küchenutensilien ab.  Nach einigen Minuten erschien dann der angehende Sternekoch Nils Walbrecht, der beim bekannten Johann Lafer gelernt hat.

Nils erklärte zuerst, was es den Abend zu speisen geben würde. Das hörte sich vielversprechend an, weil ich einiges nicht kannte (so hatte ich noch nie im Leben Blutwurst gegessen, und auch bei Cous Cous auf einer Speisekarte hätte ich abgewunken), die Beschreibung des Gerichts und die Zutaten aber interessant klangen.

Die Menüfolge sah den Abend so aus:

1.) Vorspeise: Riesengarnelen auf Cous Cous mit Cashewkernen

2.) Hauptspeise: Stampfkartoffeln mit Zwiebeln und Blutwurst

3.) Dessert: mit Johannisbeercreme gefüllter Bratapfel in Zimtsauce

Nachdem wir uns alle so ein bisschen beschnuppert hatten – dies ist übrigens die erste gute Möglichkeit mit Fremdhühnern ein kleines Schwätzchen zu beginnen, um später vielleicht nicht nur Kochrezepte zu tauschen – formierten wir uns in Grüppchen an den Arbeitsstationen und bereiteten die Speisen gemäß den Anweisungen unseres Nahrungsdompteur zu. Dabei kam auch der Spaß nicht zu kurz – wie überhaupt der ganze Abend sehr kurzweilig und unterhaltsam – dabei aber trotzdem lehrreich war.  Weiß ich doch jetzt endlich, wie ich ein Messer richtig anfasse um damit Gemüse vom Leben zum Tode zu befördern – scheinbar war die Technik die Steven Segal in seinen Action-Filmen zeigt nicht mit der gehobenen Küche kompatibel..

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(Leider habe ich versäumt die Vorspeise zu fotografieren – die gebratenen Scampi an Cous Cous mit Kräutersauce sahen optisch ansprechender aus. Hier ist schon die Hauptspeise: Stampfkartoffeln mit Zwiebeln und Blutwurscht!)

Aus Sicherheitsgründen nahm man mir deshalb dieses tolle glitzernde und funkelnde Messerdings kurzerhand weg und drückte mir mit einem “Entkerner”, ein Utensil in die Hand, welches nicht so tiefe Schnittwunden verursachen konnte – vor allem bei unbeteiligten, unschuldigen Mitessensbereitern.

Fortan war meine Aufgabe aus den Äpfeln, die das Dessert bilden sollten, die Kerngehäuse auszustechen.

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(perfekt gestanzte und anschließend wieder gefüllte Löcher – ja, wenn sich einer mit Löchern auskennt, dann ist es der alte Doctor Love)

Dank gewecktem sportlichen Ehrgeiz schaffte ich dies als Erster und konnte fortan den anderen dabei zusehen, wie die netten Damen aufgrund der zunehmenden Wärme in der Küche sich nach und nach störender Kleidung entledigten, während Sie mit Feuereifer Zwiebeln garten, Kartoffeln stampften und andere appetitanregende Dinge taten.



Am Ende saßen wir alle zusammen an einem schön eingedecktem Tisch, aßen die kulinarischen Leckereien, quatschen, lachten und wurden von den Servicekräften nach allen Regeln der Kunst verwöhnt.

Dass daraus Einladungen für Heiligabend und Silvester für mich raussprangen, versteht sich von selbst, oder?

Also Leute – kochen bringt’s!

Das wird ab sofort mein neues Hobby – ich schwör!

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Doctor Love

Peter (aka Doctor Love) hat schon mal das Attribut "bester Allround-Blogger" von einer bekannten Bloggerin verliehen bekommen - Inoffiziell versteht sich. Er ist in Netzwerken aktiv - schreibt aber hier über alle Themen, die grade aktuell sind (und dabei ist ihm kein Eisen zu heiß..)

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2 Kommentare

Geistesblitz da lassen..

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