WordPress intern

AUTSCH! Serverumzug mit leichten Macken..

..oder: wenn einfach nicht einfach einfach ist..

letzte Woche rief mich Thomas, der Chef meines Providers “MEDIA to BUSINESS” an. Er teilte mir mit, dass ich auf einen anderen Server umziehen muss. Wer sich nun fragt: Warum? Na, da gab es eine ganze Reihe von Gründen:

  • meine WordPress Installation war und ist leider ein begehrtes Ziel von Hackern. Bereits mehrmals hatten DDoS-Attacken (eine Abkürzung für Distributed Denial of Service) auf meinen Blog den kompletten Server meines Providers ins Nirwana gerissen – dumm für alle anderen Kunden, die ebenfalls dort Ihre Webseite hosten – da gab es für Besucher statt dem gewünschten Inhalt nur eine schnuckelige Error 500 Meldung – witzig ist anders.
  • Der Traffik auf meiner Seite geht weit über den anfänglich geschätzten Rahmen hinaus. 100 GB an Traffic im Monat? Da müssen auch andere Web-Hoster erst mal tief Luft holen, wenn solch ein Performance-Killer bei denen unter kommen wollte. In der Tat, muss man erst mal schauen, was die Hoster bieten – einige der Jungs geizen zu sehr mit dem PHP-Speicher – grade bei einem für den Besucher umfangreichem “Online-Erlebnis” mit BuddyPress Community, Echtzeit-Chat, angeschlossenem Shop und anderen aktivierten Plug-Ins, geht da schnell mal das Licht aus – beziehungsweise an, denn dann sieht man nur noch eine weiße Seite – den berüchtigten “White Screen of Dead” – Tja, ist im Prinzip das gleiche wie ein Blue Screen bei Windows – mit anderen Worten: nüscht geht mehr! Da ist dann nur noch möglich über den FTP-Zugang einzelne Plugin-Ordner umzubenennen um wieder Zugriff auf das Dashboard zu haben.
  • statt der alten  – und im wahrsten Sinne des Wortes altbackenen Benutzeroberfläche – Parallels Oberfläche ist nun das PLESK-Gui aktiv. Ein Unterschied wie Tag und Nacht!
  • und letztlich hat mein Provider ordentlich in neue Hardware investiert! Meine neue Blog-Umgebung ist fürwahr fürstlich bemessen. 256 MB PHP Speicher, 75 GB Festplattenspeicher und bis zu 50 PHP-Datenbanken könnte ich ausreizen – doch da bin ich weit von entfernt. Aktuell sind knapp 5,6 GB an Inhalten auf den Festplatten der Server gespeichert – da komme ich wohl noch einige Zeit mit aus.

plesk-GUIDer Anruf von Thomas hatte aber noch einen anderen Grund: seine Jungs wollten meinen Blog schon seit Wochen auf die neue Serverlandschaft ziehen – doch der Export brach immer mit Fehlern ab (ich wunderte mich schon in der Vergangenheit über seltsame Http 500er Fehler – das waren dann immer die kläglichen Versuche der Skripte, meine Webseite zu verschieben. Die aber alle nur dazu führten, dass mein Blog stundenlang komplett lahmgelegt wurde. Glücklicherweise liefen die Scripte hauptsächlich Nachts – die meisten Gäste meines Blogs bekamen davon nichts mit.

Also machte ich mich selber ans Werk und übernahm die Aufgabe meinen Blog zu verschieben. Autsch! Das hat mich einiges an Schweiß gekostet – ein paar Tränen können auch dabei gewesen sein.

Also zuerst mal die Datenbanken von Piwik und dem Blog auf meinen heimischen PC heruntergeladen (nicht zu vergessen mit dem WordPress-Importer die Blogbeiträge der ganzen Jahre – sicher ist sicher!).

Ich war mir sicher alles richtig gemacht zu haben und gab das “Go”, dass die neue “NERD-O-MANIA” Domain fertig bezogen war und der Verweis nun auf den neuen Server gehen sollte. Tja, da war ich wohl etwas vorschnell, denn die WordPress Installation war völlig vergurkt, nämlich gar nicht vorhanden. Meine Landing-Page aus klassischem HTML funktionierte, aber die Weiterleitung auf WordPress brachte nur die bekannte leere Seite zum Vorschein. Hier musste ich wohl mit der groben Kelle ran.

Also geschaut, was das mir bis dato unbekannte PLESK für Optionen hat. Da gab es zum Beispiel die Möglichkeit direkt aus dem PLESK-Backend WordPress zu installieren. Was konnte ich schon verlieren? Also mal schnell auf den Button geklickt – nach ein paar Minuten war ein nagelneues WordPress installiert. Als nächstes die Datenbank eingebunden und schon gab es den nächsten Schock: statt meinen über 600 Beiträgen, gab es nur einen – nämlich den Standardbeitrag “Hello World”.

Ich sag euch: wenn man diesen Super-Gau sieht – das beschleunigt den Puls aber mal richtig!

Auch die Medienbibliothek erschien “strubbelig”, wie man bei uns im Pott sagt – nur ein Bruchteil der Bilder wurde angezeigt. Der nächste Schock bei meinem Theme “AVADA” (von dem kommt jetzt bald Version 5 mit vielen neuen Features raus– und endlich mit einem Magazin-Template). Alle Einstellungen weg (und da gibt es bei AVADA hunderte!) – und auch alle mit “Layer Slider” in Stunden erstellte Slideshows. Meine Gesichtsfarbe wurde 2 Töne blasser – was war schief gelaufen? Jetzt ging die Suche los..caipi.jpg

In der wp-config.php die von Plesk während der automatischen Installation erzeugten Einträge kontrolliert – dort war soweit alles in Ordnung, wie mir schien. Als nächstes die SQL-Datenbank mal angeschaut: die Inhalte waren da, wurden aber nicht angezeigt. Woran könnte das liegen? Ich ging die wp-config.php nochmal Zeile für Zeile durch.  Beim Eintrag “$table_prefix = ‚x1b5e_‘;” fand ich den Fehler: Das “All In One WP Security” Plug in hatte ich bei der Datenbank die standardmäßige Präfix “wp_” geändert, um zu verhindern, dass Angreifern die Datenbank auslesen können. Der in der wp-config genannte Präfix war anders als die Tabellen in der SQL Datenbank. Dieses Missgeschick trat wohl bei der Neuinstallation auf – also in der wp-config den Präfix der Datenbank geändert und ‘wuuusch’, waren alle Inhalte, Kommentare, Blogeinstellungen wieder da! Uff! Darauf einen Sieger-Caipirinha..

Bis auf den letzten Beitrag mit den WMF-Messern. Der war nicht in der Sicherung und damit war der Beitrag und auch die Kommentare weg. Den Beitrag hatte ich noch auf dem PC, da ich meine Beiträge mit dem antiken Live Writer von Microsoft schreibe, doch dieser Blog Writer hat viele Vorzüge – einer davon ist das sichern von Beiträgen auf dem lokalen Rechner. Deshalb brauchte ich nur den einzelnen Beitrag noch mal hochladen und war wider up to date.

Also, deshalb eine Bitte von mir: sollten die lieben Kommentatoren, dies hier lesen: wäre toll, wenn Ihr euch dazu hinreißen könntet, meinen Blog nochmals aufzusuchen und eure Meinung zum Beitrag erneut zu posten. Ich sag mal derweil Prost..

Doctor Love

Peter (aka Doctor Love) hat schon mal das Attribut "bester Allround-Blogger" von einer bekannten Bloggerin verliehen bekommen - Inoffiziell versteht sich. Er ist in Netzwerken aktiv - schreibt aber hier über alle Themen, die grade aktuell sind (und dabei ist ihm kein Eisen zu heiß..)

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