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Die Sommerpause ist vorbei – der weltbeste Blog ist wieder eröffnet..

..oder: der Preis für den wahren “Fixer Upper” geht an mich..

Artikel-Höhepunkte
  • Es ist soweit: der Umbau meiner Butze ist fast völlig abgeschlossen! Zeit also, mal eine kurze Wasserstandsmeldung zum Stand der Renovierung zu veröffentlichen und mich wieder zurück zu melden - bereit im Internet wieder für Unruhe zu sorgen. Schließlich ist das WWW ohne mich ja nur halb so interessant (oder sollte ich sagen boshaft?).

..oder: der Preis für den wahren “Fixer Upper” geht an mich..

Heidiho, liebe Follower, Stammleser und Zufallsbesucher auf dem Weg zu spiritueller Erleuchtung! Die selbstauferlegte Sommerpause ist vorbei – ich bin wieder geladen (und damit meine ich nicht nur, dass meine Akkus aufgeladen sind, sondern dass ich auch “geladen bin”, wenn ich mir anschaue, was in den fast 3 Monaten meiner Selbstklausur so alles auf der Welt passiert ist).

Doch gemach – eines nach dem anderen. Heute gibt es zum warm werden, nur einen Bericht über meine (fast) abgeschlossene Wohnungsrenovierung

Und was ist denn jetzt das Ergebnis meiner Renovierung – und wieso habe ich mir den ganzen Stress überhaupt angetan? Ganz einfach: Die jetzige Wohnung, die ich seit 1997 bewohne habe ich von meinen verstorbenen Großeltern übernommen. Dies bot sich an, weil die Probleme mit dem Vermieter meiner bisherigen Wohnung, einfach überhand nahmen. Der Vermieter war eine Privatperson und Reparaturen – die leider häufig waren, da alles nur billig, billig und deshalb gepfuscht gemacht wurde – wurden monatelang hinausgeschoben, weil er derzeit kein Geld dafür habe. Nun, wenn ich ein Haus habe, dann muss ich auch Geld für Reparaturen haben, das ist jedenfalls meine Meinung – kann ja nicht sein, dass man als Mieter im Winter friert, weil die Heizung nicht funktioniert, aber der Vermieter als Lösung anbietet einen Pulli anzuziehen, anstatt mal einen Heizungstechniker zu beantragen.

Die 60er haben angerufen – Sie wollen Ihre Möbel zurück..

(Bild links: irgendwie bin ich stylisch im Jahr 1965 hängen geblieben – die Möbel meiner Großeltern habe ich seinerzeit so übernommen. Es störte mich nicht wirklich, dass Sie in die Jahre gekommen waren – immerhin bin ich in der Wohnung aufgewachsen und hatte mich mit deren Design arrangiert. Vielleicht hatte es mich auch assimiliert – ich weiß es nicht. Doch deren 60er Jahre Design schrie nun geradezu nach Veränderung. Auch das verspielte mediterrane Farbdesign war jetzt nicht mehr so meins.. Mit anderen Worten: die ganze Bude brauchte ein Make Over!)

Ich übernahm die Wohnung also quasi, so wie sie war  (inklusive allem Mobiliar)– was mich erst mal nicht störte, denn natürlich waren mit der Wohnung auch sehr viele Kindheitserinnerungen verknüpft, da ich ab dem Alter von 5 Jahren von meinen Großeltern aufgezogen wurde und auch dort lebte, bis ich mit meiner damaligen Freundin ein eigenes Nest baute – in eben jener Wohnung mit dem finanzschwachem Vermieter..

Doch wie es halt so ist: irgendwann muss das Auge mal etwas anderes sehen – und natürlich waren die betagten Möbel auch alles andere als Design-Wunderwerke. Das Bedürfnis, dem Auge mal etwas gefälligeres zu bieten, wurde möglich weil sowohl ein prall gefülltes Bankkonto und ein unbändiger Bewegungsdrang (hervorgerufen durch meine immense Gewichtsreduktion von 30 Kilo durch Ozempic) – gepaart mit der Möglichkeit, tagsüber im Home-Office viele Renovierungstätigkeiten durchzuführen, zusammentrafen. Jaja, es ist nicht alles schlecht im Home-Office..

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Wie sollte die neue Casa della Dottore Nerd aber aussehen? Die Optik sollte cool sein – Ich hatte da auch schon klare Vorstellungen, wie es aussehen sollte. Die Stirnwände der Räume sollten eine Steinverblendung als Eye-Catcher bekommen, die Unterhaltungselektronik und IT-Komponenten weitestgehend unsichtbar bleiben. Der Fernseher sollte das zentrale Element an der Wand sein – natürlich schwenk-und neigbar.

Der Router sollte auf die andere Seite des Zimmers wandern – in die Nähe der Komponenten mit RJ45-Konnektivität – ebenfalls unsichtbar im Lowboard untergebracht. Da er bis dato in der Nähe des DSL-Anschlusses hing, liefen vier knapp zehn Meter lange Netzwerkkabel quer durch den Raum, um die anderen EDV-Komponenten mit Daten zu versorgen. Nach der Verlegung des Fußbodens sollte man aber keine Kabel sehen – selbst das nun nur noch einmal benötigte DSL-Kabel zum Router sollte nicht sichtbar sein.

Nach kurzem aber intensivem Brainstorming (früher sagte man nachdenken dazu) fand ich eine Lösung: nicht in einem Kabelkanal am Boden, sondern in unauffälligen Kabelkanälen unter der Decke wurden die noch benötigten DSL, Strom und Lautsprecherkabel gestopft.

Am Anfang war der Plan, das Wohnzimmer sehr schlicht zu lassen und nur auf der einen Seite das Lowboard und den Fernseher zu stellen, während auf der anderen Seite des Raumes ein große Wohnlandschaft zum verweilen einladen sollte.

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Nachdem ich aber mal kurz darüber reflektierte, wer mich überhaupt besucht, war klar, dass eine Couch-Landschaft gar nicht sinnvoll war: Besuch ist – wenn überhaupt männlicher Natur und tritt auch nicht in Rudelstärke auf. Eine bequeme Sitzgruppe für Weibsvolk und deren Blagen, die da drauf rumhopsen um die Haltbarkeit der Polster und Nähte zu testen, wurde deshalb ersatzlos gegen etwas sinnvolleres gestrichen. Dafür kam nämlich ein Barbereich in den Fokus meiner Begierde. Letztlich ist der auch für mich ein beliebterer Aufenthaltsort. Aus dem gleichen Grund wurde auch der Side by Side von der Küche ins Wohnzimmer gestemmt – Crushed Ice für den Caipirinha ist damit nur noch einen einzigen Schritt entfernt (Ich habe echt manchmal geniale Momente)..

Eine Mietwohnungsgerechte Umsetzung ist gefragt..

Die Vorstellung von mir waren das eine – das umsetzen etwas anderes. Denn die Ausführung des Umbaus musste natürlich für Mietwohnungen geeignet sein. Dadurch verbat sich das verkleben von Fußböden und auch die Steinwandoptik an den Stirnseiten der Zimmer mussten optisch identischen, aber eben auch wieder relativ einfach zu entfernenden PVC-Verblendungen weichen. Naja, man muss positiv denken: finanziell war das glücklicherweise auch eine riesige Einsparung..

Trotzdem hatte ich so vorher 10.000 € geschätzt, was mich der ganze Spaß kosten würde. Und so knapp 7.500 € hat mich (bis jetzt) das Material und die neuen Möbel gekostet. Ein nicht unbedeutender Posten von fast 700 € ging für die “Kleinigkeiten” ins Geld. Mal eben Leim, Gips, Silikon, Farbe, Kaschierfolie für die Türen, Steckdosen, Pinsel, Klebeband zum abkleben, Fußbodenleisten, Kabelkanäle und.. und.. und..

Fast jeden Tag kam der Lieferwagen von Amazon vorbei, weil wieder irgendeine Kleinigkeit fehlte, die ich am Anfang gar nicht auf der Liste hatte, aber erst bestellen musste um weiter arbeiten zu können. Mein positiver Kontostand schwand dahin wie Schnee in der Sonne..

Während dem Total Make-Over sah die vertraute Wohnung eher armselig aus:

Alter Schwede! Opa hatte beim tapezieren ordentlich gepfuscht: Das Schlafzimmer bot ungefähr 5 Lagen Tapeten, die übereinander geklebt waren. Die unterste Schicht war noch mit Goldornamenten – ich vermute aus der KuK-Zeit..

Tage später – endlich sind die alten Wandverschönerungen entsorgt. Jetzt noch spachteln und dann kann tapeziert werden. Die Fußböden in der Wohnung sind noch aus dem beim Bau der Häuser verlegten Linoleum.

Home-Office mal anders: nicht Bauhaus-Design, sondern Rohbau Atmosphäre (den Wortwitz mit Bauhaus habt ihr mitgekriegt, ja?)

Es war echt ein Riesenstück Arbeit! Ich denke aber, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann:

Das Hifi-Rack aus Glas und der große Wohnzimmerschrank wichen einem Lowboard in dem sich sowohl Router, NAS und Quadstore  verstecken.

Wo früher mein Schreibtisch mit dem PC stand ist nun ein Barbereich. Auch der Side by Side wurde von der Küche ins Wohnzimmer (nun Büro-Bar) geschlörrt – fand ich irgendwie cool..

mein altes Futon-Bett wich einer modernen Bettanlage. Entschuldigt, dass ich es für das Foto nicht frisch gemacht habe..

Nachmachwillige seien gewarnt: Der Unterschied eine leerstehende Wohnung bei einem Neubezug einzurichten oder eine, in der man bereits wohnt und die voller Möbel ist, ist ungleich größer. Jeder Raum, der renoviert werden soll, muss erst mal leer geräumt werden – bedeutet: Inhalt der Möbel verstauen und dann die Möbel abbauen und in anderen Räumen zwischen lagern (oder für die nächste Sperrmüllsammlung im Keller oder Dachboden bis zur Abholung deponieren). Der Inhalt der abgebauten Schränke muss natürlich auch irgendwo hin – Stellraum in einer Wohnung ist aber unglücklicherweise nicht endlos. Ständig muss man wieder irgendwas suchen, oder wieder Kisten umstapeln, weil – völlig klar – das, was man benötigt, getreu Murphys Law immer in der letzten oder untersten Kiste ist und gefühlt 100 andere im Weg stehen..

Kleiner Fun Fact: Nachdem ich mein Futon-Bett entsorgt hatte, dachte ich, ich könnte ein paar Tage nur auf der Matratze, die auf dem Boden lag schlafen. Schon beim ersten auf die Matratze fallen lassen, habe ich mir fürchterlich den Hintern gestaucht, weil kein federnder Lattenrost mehr vorhanden war. Das aufstehen war das nächste Problem. Wie eine schwangere Seebär-Kuh zappelte ich rum um auf die Füsse zu kommen. Nutzte nix – das Ergebnis war, dass ich auf allen Vieren von der Matratze kroch um mich an der Türklinke hochzuziehen..

Da kamen mir die Styropor-Boxen von MyTime wieder in den Sinn. Von denen hatte ich immer noch etliche im Korridor stehen, weil ich die immer nur einen nach dem anderen zerbröselt in den Verpackungsmüll entsorgen konnte. Die schrien gradezu danach nun als Bettgestell umfunktioniert zu werden. Zusammengeschoben waren Sie genau passend für die Matratze und hatten auch die richtige Höhe! Die nächsten 2 Wochen schlief ich ohne Rückenschmerzen..

Vor der Arbeit ist Nachdenken gefragt – oder “work smart, not hard”..

Aufgrund des Umstandes, dass ich aus dem oben beschriebenen Platz-Problem immer nur einen Raum nach dem anderen auf Neu machen konnte, zog sich die Renovierung wie Gummi. Seit Mitte April bin ich dabei – es sind also knapp 3 Monate um (klammern wir die 2 Wochen mit der Affenhitze mal aus, denn da hatte ich echt keinen Bock mir auch noch einem Kreislaufkollaps einzufangen – wenn man über 60 Jahre auf dem Buckel hat, sollte man seine Grenzen kennen), und 1 Raum muss noch “gepimpt” werden – da warte ich aber noch auf den Boden, der erst nächste Woche geliefert wird..

Da in der gesamten Wohnung eben besagter Boden komplett neu verlegt wird, musste jeder Raum völlig leer sein, denn  die Trittschallmatte musste flächig verlegt sein und auch die darauf verlegten Vinyl-Planken mussten sich mindestens 24 Stunden auf Zimmertemperatur erwärmen.

(Bild rechts: Not macht erfinderisch – auf einer nur 7 cm dicken Matratze direkt auf dem Boden zu schlafen mag bei vielen Erinnerungen an die Camping-Ausflüge aus Ihrer Jugend hervorrufen – ich bin morgens kaum vom Boden hochgekommen. Gut, dass ich noch die Versandkisten aus Styropor habe, in denen MyTime Kühl- und Tiefkühlprodukte versendet. Knapp 20 Kisten wurden nun als Bettgestell mit akzeptabler Höhe umfunktioniert.) 

Die “Planken” sollten aus Gründen der einheitlichen Optik in der ganzen Wohnung in die gleiche Richtung laufen, da musste schon am Anfang überlegt werden, ob der Trittschall längs oder quer verlegt werden muss. Der muss nämlich genau quer zur Verlegerichtung  des Oberbodens aufgebracht werden. Da der Korridor lang aber schmal ist, war dieser Raum für mich sozusagen die Richtungsvorgabe – denn in der Länge hatte ich wesentlich weniger Verschnitt. Die anderen Räume sind alle mehr oder weniger quadratisch – hier differenzierte der Verschnitt nur unwesentlich – egal ob längs oder quer verlegt.

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Wen es interessiert, was der ganze Spaß gekostet hat, für den habe ich nachfolgend mal die Kosten aufgeschlüsselt. Vielleicht hat ja noch jemand Lust seinen Kontostand um etliche tausend Euro abzusenken.

Kosten der Renovierung:

  • 12 Pckg. Fußboden Vinyl-Planken (ca. 60 qm) 1081,35 €
  • 9 Rollen Verlege-und Trittschallfolie (ca. 60 qm) 695,61 €
  • 47 x PVC-Wandverkleidung in Steinoptik (für 2 Wände 2,5 x 5 Meter) 444,47 €
  • 8 x Montagekleber für PVC-Verkleidung 151,37 €
  • 1 Bettanlage mit Sitzbank 599,99 €
  • 2 Lattenroste 90*200 cm 189,99 €
  • 2 Matratzen 90 x 200 cm (Bett 1) 398,00 €
  • 3 Jalousien (auf Maß) 149,00 €
  • 4 Plissee Vorhänge 129,00 €
  • 1 Lowboard 279,99 €
  • 1 Tresen 459,00 €
  • 4 Barhocker 198,00 €
  • 1 Hochregal 529,99 €
  • 1 zweier-Couch mit Relax-Funktion 639,99 €
  • 1 Couchtisch 59,99 €
  • 1 Sessel mit Relaxfunktion 469,99 €
  • 2 LED Seil-Lampensysteme (Wohnzimmer) 250,00 €
  • 1 LED Lampe 6-flammig (Schlafzimmer) 59,99 €

Zwischensumme 6785,72 €

Kosten für Sperrmüllabholung, Farbe, und anderes Material wie TV-Arm, Alu-Leiter, LED-Lampen, Vitrinenbeleuchtung, Gips, Elektromaterial (u.a. Steckdosen, Schalter)  Pinsel, Leim, Dekofolie für Türen u.v.m. ca. 650,00 €

Dazu kam noch eine Klimaanlage mit 12.000 BTU Kühlleistung für 499,00 € (die gehörte jetzt nicht direkt zum Umbau, wurde aber nötig, da eine meiner Klimaanlagen nach 5 Jahren treuem Dienst merklich an Leistung nachliess.) Damit knacken wir also fast die 8.000,00 € Grenze – und wenn ich das letzte Zimmer fertig habe, werden die geschätzten 10.000,00 € wahrscheinlich restlos verbraten sein. Das nenne ich perfekt wirtschaften (sollte sich unsere Regierung mal ein Beispiel dran nehmen)…

Probleme sind dazu da, gelöst zu werden

Natürlich ging es nicht ohne Pannen und mit jeder Menge vergossenem Schweiß ab: Sämtliche Möbel kamen auseinandergebaut in etlichen Kisten an. Spitzenreiter war das Bett, welches gleich in 7 riesigen Paketen von der Hermes Möbelspedition angekarrt wurde.

(Bild links: wer gerne puzzelt, wird am Aufbau der Möbel seine Freude haben. Etliche Kartons, unzählige Tüten mit Dübeln, Schrauben, Exzenter Möbelverbinder (natürlich alle unterschiedlich lang), Holzteilen in allen unterschiedlichen Größen warten darauf korrekt zusammengesetzt zu werden)

Na gut, in meiner Jugend habe ich mehrere Jahre Messebau gemacht – das lesen von Bauplänen ist mir deshalb nicht fremd. Dumm nur dass die Scheiben der LED-Beleuchtung völlig zerbröselt im Karton waren und die Ersatzteile 2 Wochen Lieferzeit hatten. Noch blöder, dass ich das Bett ohne die nicht komplett zusammenbauen konnte. Am allerblödesten, dass ich mein altes Bett schon entsorgt hatte. Deshalb blieb mir nichts anders übrig, als 2 Wochen auf den Styropor-Boxen des Lebensmittel Lieferdienstes MyTime (ich berichtete hier darüber) zu nächtigen.

Als ich das Bett endlich aufbaute stellte ich fest, dass gar keine Lattenroste dabei waren. Das hatte ich glatt bei der Produktbeschreibung überlesen. Also nochmal 2 Lattenroste bestellen – schon waren wieder knapp 200 € weg, die ich nicht eingeplant hatte.

Doch der Aufbau des Betts hatte noch mehr Überraschungen parat. Als ich die Matratze von meinem Futon, die ich weiter benutzen wollte, da die relativ neu war, auf die Lattenroste legte, stellte ich fest: Die Matratze war zu schmal – es fehlten 20 cm in der Breite. Es war zum Haare raufen. Ich war immer der Meinung, dass mein Futon 180 cm breit war – dann hätte die Matratze die zwei mal 90 cm perfekt abgedeckt. Und jetzt stellte sich heraus, dass der Futon – und natürlich auch die Matratze – nur 160 cm breit gewesen war.

Also musste ich auch noch zwei Matratzen kaufen – ich entschied mich für die Bett 1 Matratzen – ich wollte keine Experimente mehr machen – und wieder wechselten 400 nicht einkalkulierte Euros den Besitzer.

Das war aber noch nicht alles aus der Abteilung “Pleiten, Pech und eigene Blödheit”..

Eine fast zweiwöchige Verzögerung entstand dadurch, dass meine Deckenfarbe zur Neige gegangen war und ich Online einen 10 Liter Nachschub geordert hatte. Am gleichen Tag bekam ich noch eine Versandbestätigung von DHL – einen Tag später war der Karton bereits im Zustellzentrum…

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Und da blieb er auch! Normalerweise bekomme ich so gegen 9:00 Uhr morgens den Hinweis, dass das Paket ins Zustellfahrzeug geladen wurde – aber nichts dergleichen geschah. Den Tag passierte gar nichts mehr. Einen Tag später bekam ich die Meldung, dass das Paket nach Bochum ins “Nachverpackungs-Zentrum” (what ever this means) gebracht wurde. Das dauerte wieder 3 Tage in denen nichts passierte – weder im Nachverpackungszentrum, noch in meiner Wohnung – denn ohne Farbe konnte ich nicht weiterarbeiten.

Am 5. Tag bekam ich die Meldung, dass die Ware beschädigt sei und zurück zum Versender ginge. Wow, da hat man erst nach 5 Tagen bemerkt, dass der Farbeimer ausgelaufen war, aber nutzte ja nichts – also setzte ich mich mit dem Versender in Verbindung. Den Tag passierte nichts mehr, denn es war schon Nachmittags – aber am anderen Morgen meldete sich der Versender. Da die Bestellung über Amazon lief, konnte der aber nicht einfach einen neuen Karton rausschicken, sondern die 1. Bestellung musste storniert werden und ich musste neu bestellen. Also das gleiche Spiel von vorne: Bestellung bei Amazon eingetütet, Benachrichtigung erhalten und einen Tag später war der Karton auf dem Weg. Hier kam dann jetzt das Wochenende dazwischen aber Montags Mittags darauf bekam ich dann doch die Farbe und ich konnte die Schlafzimmerdecke zu Ende streichen.

Beim anbringen der neuen  Deckenbeleuchtung, bei der ich mich für 2 längs und quer laufende Seilsysteme entschieden hatte, bohrte ich gleich drei mal hintereinander in eine Stromleitung. Danach hatte ich dann echt keinen Bock mehr – das ist ein Hattrick, den niemand braucht.

(Bild rechts: das muss man auch erst mal schaffen – dreimal an verschiedenen Stellen in die Wand bohren und jedesmal eine Stromleitung penetrieren, die das mit schwarzen Wölkchen, Funken und dem herausfliegen der Sicherung rächt)

Ganz ohne Hilfe ging’s dann doch nicht..

Glücklicherweise hatte ich den Tag Hilfe von meinem Freund Willi, der früher bei SIEMENS Telefonanlagen entwickelt hat, und elektrisch das volle Programm drauf hat. Der schaute sich die schwarzen Löcher in der Wand an, wiegte vielsagend den Kopf und sagte: “Können wir nicht so lassen..” – was defacto nichts gutes bedeuten konnte: also Wand aufkloppen und die Leitungen reparieren, denn eine angebohrte Leitung kann durch den nun niedrigeren Leitungsquerschnitt bei Last dort anfangen zu kokeln.

Doch die Reparatur ging schneller als gedacht und dank meiner genialen Fähigkeit Pfusch so zu verstecken, dass ihn niemand bemerkt, sieht die Wand so aus, als wäre das Malheur nie passiert.

Bis auf den eben beschriebenen Tag hatte ich keine Hilfe. Ein bisschen Stolz kann ich sagen: Ich habe es (fast) ganz alleine geschafft! Aber es war auch eine elende Plackerei! Ich bin ja nun nicht mehr der Jüngste (vorigen Monat bin ich 63 Jahre geworden) und die letzte sportliche Betätigung ist gefühlt 10 Jahre her. Die Muskeln mussten erst mal wieder aktiviert werden, das ging glücklicherweise relativ schnell.

Trotzdem hat man im Alter nicht mehr die Kraft wie ein junger Athlet. Und ich wohne in der obersten Etage – alles was entsorgt werden sollte (und das war reichlich!) musste ich durchs Treppenhaus in den Vorkeller tragen um dort der Entsorgungsfirma schnellen Zutritt am Tag der Sperrmüllentsorgung zu gewährleisten.

Positver Nebeneffekt: neues Fitnesslevel Supersportler

Vor einem Dreivierteljahr war ich schon in Schnappatmung, wenn ich nur ein einziges Mal die 2 Stockwerke hochgetrabt war – jetzt ging ich am Tag 20 mal und mehr die Treppe hoch und runter. Meine Smartwatch quittierte dies regelmäßig mit einem “Super gemacht!”, denn ohne das Haus zu verlassen, schaffte ich täglich über 6000 Schritte. Diese Art der Kalorienverbrennung ist also auch bestens geeignet, um weiter abzunehmen.

Ich war jedenfalls jeden Abend fix und alle. Üblicherweise bin ich bereits um 20:00 Uhr todmüde ins Bett gefallen..

Doch jetzt ist nur noch ein Raum übrig und der ist schnell erledigt, weil sich die dort anstehenden Arbeiten im Rahmen halten. Die Tapeten sind schon entfernt, die paar dort stehenden Möbel ausgeräumt. Das Arbeitszimmer sollte – wenn nächste Woche das Material kommt, innerhalb von 3-4 Tagen fertig sein.

Und wie steht’s bei euch? Auch Lust auf ein Make Over der Butze bekommen oder gebt Ihr soviel Geld lieber für ein paar coole Gimmicks für euer Auto aus?

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Doktor Nerd

Peter (aka Doktor Nerd) hat schon mal das Attribut "bester Allround-Blogger" von einer bekannten Bloggerin verliehen bekommen - Inoffiziell versteht sich. Er ist in Netzwerken aktiv - schreibt aber hier über alle Themen, die grade aktuell sind (und dabei ist ihm kein Eisen zu heiß..)

8 Kommentare

  1. Hallo Peter,

    Willkommen zurück, wer selber renoviert, weiß was das für eine elende Maloche sein kann. Nach den Bildern zu urteilen hat es sich aber gelohnt. Und – der Erstkommentarin widersprechend, ein Barbereich ist das HIGHLIGHT in einer Wohnung. Wir haben so was bei uns in der Küche.
    Gäste stellen sich grundsätzlich und immer an die Theke, zumindest wenn sie männlich sind. Ich denke das ist so eine Gen-Geschichte, da kann man[n] garnix für 😉

    1. Hallo Peter – schön dass Du mal wieder reinschaust!
      Schade, dass Du deine Kommentarfunktion ziemlich schnell schließt. Zu dem vorletzten Thema “kurze Hosen” und dem schmückenden modischem Beiwerk hätte ich noch was zu sagen gehabt – bin ja selber nicht mit den sexiest Legs on Earth gesegnet. Aber Beine rasieren? Das ist ein Wimpernschlag von Permanent Make Up entfernt und eines Mannes unwürdig – außer du bist ‘ne Dragqueen beim CSD…
      Zu meiner Butze und der Bar – ja, das ist das grundsätzliche Problem bei Männern und Frauen – beim Nestbautrieb ist Frau eher darauf bedacht, dem Mann den Spaß am leben zu vereiteln. Dass ein Mann alleine in einer Wohnung lebt, sieht man sofort im Bad. Bei Weibsvolk stehen 1000 verschiedene Cremes auf dem Waschbeckenrand, der Spiegelablage, im Badezimmerschrank.
      Dazu Seife in allen möglichen Farben und Formen.
      Bei ‘nem Kerl ist in der klinisch reinen Nasszelle ‘ne Rolle Klopapier aus Krepp – (natürlich einlagig mit 1000er Körnung) und auf dem Waschbecken liegt ein Stück Kernseife. UND GENAUSO MUSS DAS! MEHR IST FIRLEFANZ! Aber es ist wie Du sagst: ist halt ein Gendefekt – also bei den Frauen.. 🙂
      CU
      Peter

  2. Da ist sie ja, die fertige, schicke Wohnung und auch die Erläuterung dafür, warum du dir so viel Arbeit gemacht hast. Die vielen Schichten Tapete vom Vorgänger finde ich faszinierend, da kann man wie in den urzeitlichen Steinschichten Schicht für Schicht die Geschichte an seinem inneren Auge vorbei ziehen lassen 🙂
    Sieht klasse aus, das Ergebnis, Fernseher im Zentrum der Aufmerksamkeit (typisch Mann…). Skeptisch bin ich nur, was den Bar-Bereich betrifft. Mal abwarten, ob du den wirklich nutzen wirst. Mit Bars für Zuhause ist es so eine Sache; in der Kneipe hocken wir uns gerne an die Bar, weil es da irgendwie auch geselliger ist, aber daheim wählen viele doch ihre gemütliche Couch, um ihr Bierchen zu trinken.

    Die Steinwand habe ich bereits auf Instagram bewundert, sowas mag ich ja total. Hast du auch schon die Küche umgebaut? (Wirst du die Küche umbauen? HAST du eine Küche? 😉

    Lg Kasia

    1. Also wirklich junge Dame! Muss ich Dir mal die Ohren langziehen? Was ist denn das für eine Frage?! Da muss ich mal dezent auf meinen Test der KENWOOD Cooking Chef XL connect verweisen, der seit Oktober letzten Jahres bei google auf Platz 1 ist und mir schon über 11.000 Besucher beschert hat. Schon der Name KÜCHENMaschine sagt es: NATÜRLICH habe ich eine Küche – und da steht voll der geile Scheiss drin.. 🙂
      Aber hast Du nicht noch am 6. Juli bei Frage 12. “kannst Du kochen und wenn ja was besonders gut?” geantwortet: “ich kann nicht kochen und will es auch nicht lernen”?.. Soso…
      Für eine junge Dame, die eine Küche nur betritt um das dreckige Geschirr in die Spülmaschine zu stellen, bist Du aber ganz schön neugierig, wie meine Küche aussieht. Ich glaube bei Dir besteht doch ein latenter Wunsch das kochen zu lernen.. 🙂

      Nein, jetzt im Ernst: Meine Küche ist ziemlich klein – eigentlich ZU KLEIN!
      Ich gebe es zu: ich hätte echt gerne eine große Küche – am liebsten mit einer Kochinsel. Möglichst in einem eigenen Haus. Leider habe ich wieder nicht den Euro-Jackpot geknackt – und eine reiche, intelligente, junge, gutaussehende, nicht an Sex interessierte Lebensgefährtin, die mir alle diese Wünsche erfüllt, lässt unglaublicherweise auch auf sich warten. WIE KANN DAS SEIN?
      Ich koche eigentlich auch gerne – meine Mampf-Fotos hast Du sicher auch schon auf Insta gesehen, aber seitdem ich OZEMPIC nehme, koche ich kaum noch. Warum soll ich kochen, wenn ich keinen Hunger habe? Meine Cooking Chef setzt mittlerweile Moos an – im Ernst: ich habe das Megateil jetzt schon monatelang nicht mehr genutzt..Gestern habe ich den ganzen Tag über nur 3 belegte Brötchen gegessen – Morgens nichts, Mittags um 14:00 Uhr 2 und Abends um 21:00 Uhr das Dritte.
      Ja, das mit den Tapeten stimmt – da kam ich mir auch vor wie ein Archäologe. Nur versuchen die möglichst viel zu erhalten um Rückschlüsse auf Kultur und Lebensweise der verstorbenen Personen zu bekommen. Ich wollte nur möglichst schnell das ganze Altpapier von der Wand haben. Glaub mir – die unterste Schicht mit den Goldeinlagen war der Endgegner! Das bekam ich echt nur Zentimeterweise ab, weil es mit Superkleister angepappt war. Wahrscheinlich wurde der nach der Jahrhundertwende verboten, weil er als chemische Waffe eingesetzt werden konnte. Solchen Kleister gibt es nirgend mehr zu kaufen! GOTT SEI DANK!

  3. Hi Peter,
    ich glaube, ich sehe das erste Bar-Büro meines Lebens. Ein gut gefüllter Barschrank, Barhocker, eine Kaffeemaschine, und, träume ich, ein Kühlschrank? Du schreibst, “wo früher Dein Schreibtisch stand”. Ich finde, Du hast eine Wohlfühl-Arbeitsatmosphäre geschaffen. Respekt!

    1. Hi Buddy,
      aber natürlich – das Konzept “work smart, not hard” durfte auch im Home-Office nicht vergessen werden. Und Du hast ganz richtig erkannt: der Kaffeevollautomat wurde auch von der Küche ins Wohnzimmer… ähhh.. Bar-Büro gebeamt. Der Angestellte von heute hat also die Wahl zwischen den zwei “C”s: “Coffee or Caipirinha”. 😉
      Dir natürlich auch noch einen schönen Tag im Büro. Schlag doch eurem “EmmDee” auch mal diese Form des Büros vor.. Volltrunkene Motivierte Mitarbeiter will doch jeder Chef.. 😉
      Beste Grüße

  4. Uiii,

    alter Verwalter, da hast du ja zu tun gehabt. Ist aber gut geworden. Und jetzt freue ich mich einfach über die Dinge, weshalb du geladen bist. Aber ich kann sehr gut verstehen, dass du erstmal den Blog hast liegenlassen, wenn du auf ner Großbaustelle gewohnt hast.

    1. Hi Henning,
      Danke, ja, war eine Ecke Arbeit. Ich habe den Beitrag auch noch mal editiert, weil ich etwas voreilig beim hochladen war. Stimmt, zum schreiben braucht man Ruhe und einen klaren Kopf – beides hatte ich über Monate nicht. Und ich bin auch nicht der Typ, der mal schnell einen Blogbeitrag rausrotzt weil er eine bestimmte Quote erfüllen will/muss.
      Aber jetzt ist ja Licht am Ende des Horizonts. Was jetzt noch kommt ist Kinderkram – und ich habe (wie Du ja weißt) jetzt auch wieder viel Zeit.. 🙂
      CU
      Peter

Geistesblitz da lassen..

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