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Sonntagsgedanken: Von einem der auszog das Gendern zu lernen..

..oder: Gendern? Nein Danke, aber auf diesem Blog nicht mehr!..

..oder: Gendern? Nein Danke, aber auf diesem Blog nicht mehr!..

“Heeeeinz.. der Wasserhahn im Badezimmer tropft!”.. “Mein Gott, Hilde – dann ruf doch den Klempner an..”

Was so wahrscheinlich in der Bundesrepublik Deutschland von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung ohne Probleme vom Ohr ins Gehirn wandern würde, und dort zu einem Telefonanruf bei einem Betrieb der Klempner-Innung führen würde, sorgt bei selbsternannten Gender-Experten (die natürlich überwiegend weiblichen Geschlechts sind) für sofortige Schnappatmung und Fuchtelfingerhebung: “Klempner*in” muss es heißen, Bitteschön!

(Bild links: die Gendervorschläge gleichen einem Spiel beim Glücksrad – ich kaufe ein Gendersternchen und möchte lösen: “Genderverweigerer*in”. Bööp! Leider falsch – es muss Genderverweigerer!in heißen. Oder wie auch immer.. So oder ähnlich könnte das Spiel ausgehen, wenn es um die richtige Genderbenutzung geht. Deshalb wird Sie hier im Blog nicht mehr angewandt – Bildquelle: Public Domain Wikipedia)

Klempner oder Klempnerin? Das Ergebnis zählt

Nee! Muss es nicht! Denn mit Klempner ist der Beruf gemeint – keine Person. Und wenn ich einen Klempner bestelle und statt einem Mann steht eine Frau in blauer Latzhose und Wasserpumpenzange vor mir, ist es auch ein Klempner – nur eben weiblich.

Wo ist das Problem? Wenn hinterher der Wasserkran nicht mehr tropft ist es mir doch egal ob in der verdreckten Latzhose ein männlicher oder weiblicher Klempner steckt. Sehe ich die Frau als Mensch zweiter Klasse an? Nein, im Gegenteil – ich hätte sogar Respekt davor, dass eine Frau in einer Männerdomäne die gleiche Leistung bringt.

Dazu kommt: der Begriff Klempner ist sprachlich männlich (der Klempner) – nicht ohne Grund: Dieser zuweilen echt unschöne Job wird eben überwiegend von Männern, die auch hart im nehmen sein sollten, ausgeübt, denn in der Regel stecken Frauen nicht gerne ihre Hände in versiffte Klos um Scheisse aus verstopften Rohrleitungen zu klauben.

Dass es Menschen gibt – und damit meine ich Männer UND Frauen – die schon mal überrascht nachfragen, weil es eben etwas ungewöhnlich ist – ja Sorry, aber wer so dünnhäutig ist, dass er dies schon als Angriff auf seine Person oder sein Geschlecht sieht, der sollte lieber den Job wechseln und wieder zu Hause mit Puppen spielen, denn das ist nun mal der Preis dafür, wenn man als Frau in einem Männerberuf arbeitet. Das könnte man allerdings auch vorher wissen, wenn man sich für diesen Beruf entscheidet.

Gott weiß es: ich habe es wirklich versucht! Also das gendern meine ich – aber ganz ehrlich. Es kam mir wie eine Vergewaltigung der deutschen Sprache vor.  (ja, ich hätte auch den Begriff “Verschandelung” nehmen können – aber das Wort “Vergewaltigung” triggert die Feministinnen so schön – bin schon auf die hasserfüllten Kommentare gespannt, die mir die Pest an den Hals wünschen)

Gendern ist vor allem erst mal Rosinen picken

Für mich ist diese Gender-Blase voller Feministinnen reine Heuchelei: denn nachdem immer ersichtlicher wird, dass das gendern die Erfindung von Frauen ist, die ihrem männerhassendem aber ansonsten bislang sinnlosem Leben etwas Sinn verleihen wollen und Aufmerksamkeit und sprachlichen Gehorsam einfordern (ja sorry, Mädels – aber wenn ich das will, dann gehe ich in ein Domina-Studio), wird es deshalb auf diesem Blog kein Gendern – egal ob mit Sternchen, Ausrufezeichen, Doppelpunkt oder was auch immer sich die Wortführer im Geschlechterkrieg des geschriebenen Wortes haben einfallen lassen – geben.

Dieses verbissene “ich will, dass gegendert wird”-Verhalten zeigt, dass die Angehörigen der Fraktion genauso einen an der Waffel haben, wie die ebenfalls nur noch nervenden Covidioten. Nur, dass Sie zu einem Dachschaden eben auch noch PMS haben.

Nun, mit beiden Fraktionen bin ich mittlerweile müde zu diskutieren, weil es nichts bringt. Und wie wir wissen wächst aus bedingungsloser Einforderung nur Widerstand. Seht mich deshalb nicht als Anti-Feministisch, sondern als einen Widerstandskämpfer gegen menschlichen Irrsinn.

(Bild rechts: Taktisches heulen. Welche Frau hat das nicht drauf? Solange es nach ihrem Willen geht, ist alles toll – aber wehe man springt nicht mehr durch jeden Reifen. Schon spielt sie die “ich fühle mich unterdrückt “– Karte. Du hast natürlich Schuld wegen deiner mangelnden Bereitschaft Ihre Macken zu unterstützen und wenn es zum schlimmsten kommt, braucht Sie dutzende Sitzungen beim Meisendoktor um das Oberstübchen wieder grade zu kriegen. Funktioniert aber nie wirklich..)

Eigentlich ist es sogar noch schlimmer, denn die federführenden Köpfe sind natürlich auch bestrebt Seminare im korrekten “Gendern” für Firmen anzubieten. Es ist also in deren Interesse, dass dieses Thema möglichst immer wieder heiß hoch gekocht wird – schließlich werden vielleicht auch Firmen aufmerksam und dann verdient man ja gutes Geld damit. Da muss dann auch schon mal “aus einer Mücke ein Elefant gemacht werden” – Ach Entschuldigung, korrekt wäre dann ja wohl: “aus einer Mück*in ein* Elefant!in gemacht werden”?

Hier wurde die “rote Linie” überschritten..

Tatsächlich hat eine Kolumne von Margarete Stokowski, sowie einige Kommentare zu meinem Tweet auf Twitter den Ausschlag gebracht, warum ich definitiv keine Lust mehr darauf habe, dass Feministinnen ihre Minderwertigkeitsprobleme auf die Gesellschaft (bevorzugt auf den männlichen Teil) reflektieren. Und auch die Nicht-Nutzung von Wörtern, die denen nicht in den Kram passen, lasse ich mir nicht vorschreiben.

Doch worum geht es genau? Frau Stokowski wirft Herrn Hallervorden vor, das Wort Vergewaltigung im Zusammenhang mit den Gender-Bemühungen der deutschen Sprache zu benutzen wäre ein Affront. Es würde die Straftat gegenüber Frauen verharmlosen. Das ist gelinde gesagt ziemlich dummes Zeug.

Es zeigt aber auch, dass Frau Stokowski gerne jeden Blödsinn aufgreift um in ihrer Kolumne Gift verspritzen zu können. Dass Sie subtil Herrn Hallervorden als Dödel darstellt, indem Sie ausgerechnet das Zitat (»Palim Palim… ich hätt gern ne Flasche Pommes Frites«) als Beispiel für Hallervordens scheinbar kleinmütigen Geist und mangelnder Sprachkenntnis zitiert, ist ebenfalls bezeichnend für den Charakter.

Bashing von anderen um eigene Ziele durchzusetzen – netter Psycho-Trick der Feministinnen

Ja, kann man machen – zeigt aber, dass es hier eben nur um reines Bashing geht, denn Dieter Hallervorden hat selbstverständlich auch ernste Rollen wie zum Beispiel in “Honig im Kopf” gespielt. Alleine die Anzahl seiner Auszeichnungen übersteigt fast das Lebensalter von Frau Stokowski. Und ich gehe mal davon aus, dass die nicht jedem so einfach nachgeworfen werden.

Und dass Herr Hallervorden als Schauspieler durchaus weiß, welche Wörter er benutzt setze ich deshalb ebenfalls mal voraus. Er hat mit Absicht nicht das Wort verschandeln gewählt. Denn verschandelt wird ein Objekt, keine Person. Man verschandelt ein Haus durch Graffiti, eine Frisur durch einen schlechten Schnitt, ein Auto durch hässliche Alufelgen. Dies sind alles tote Dinge – und die können sich nicht wehren.

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Sprache ist lebendig – unterliegt Veränderungen. Allerdings kann Sie sich nicht wehren, sofern die Hilfe nicht von außen geschieht. Das Wort Vergewaltigung ist also korrekt gewählt. Herr Hallervorden hat dies gewusst – Frau Stokowski in ihrem Feministinnen-Wahn aber nicht..

Dazu kommt ein wichtiger Punkt: Frau Stokowski ist zum einen eine überzeugte Feministin und hat zu dem Thema 2 Bücher veröffentlicht – zum anderen eine “freie Journalistin” und ist aus diesem Arbeits-Verhältnis heraus nicht fest angestellt. Das heißt – sie muss liefern, sonst bekommt Sie kein Geld. Also muss jeder Furz stinken. Tut er es nicht, wird so lange gepuhlt, bis er stinkt und man darüber schreiben kann, wie sehr einen der Gestank stört.

Doch Sie ist natürlich nicht die einzige. Wie damals als bei “Metoo” seltsamerweise alle Frauen plötzlich Erlebnisse zum besten gaben, dass Sie sexuell bedrängt worden wären (erstaunlicherweise haben Sie solange es ihrer Karriere förderlich war, den Mund gehalten) bringen sich momentan alle “Experten” in Stellung um bloß zu den Ersten zu gehören, die Seminare zum bessern Gendern abhalten (gegen Kohle versteht sich) – möglichst sogar dass deren eigener Gendervorschlag als einzig korrekte Wahrheit anerkannt wird – denn dann kann man sich auch noch gut im Fernsehen verkaufen.

Gendern aber richtig. Tja, das geht leider nicht..

Dementsprechend gibt es zahllose Vorschläge. Ich habe die mal von einer Webseite hierhin kopiert (ebenfalls mit dem Kontext aus dem sich der ganze Wahnsinn erklärt)

“Gender Gap”
Die Lücke mit Unterstrich öffnet den Raum für geschlechtliche Variationen.

“Gendersternchen”
Es gibt nicht nur Männer und Frauen. Der Asterisk steht für geschlechtliche Vielfalt.

“Femininum”
Weiblicher Plural. Männer fühlen sich nicht mitgemeint. Funktioniert nicht generisch.

“Ausrufezeichen”
Alternative zu Gendersternchen und Gender-Gap, Vorschlag der Linguistin Luise F. Pusch.

“Doppelpunkt”
Macht dem Genderstern als gefällige Variante Konkurrenz. Ihm fehlt jedoch die symbolische Kraft.

“Substantiviertes Adjektiv”
Geschlechtsneutraler Oberbegriff für alle, die in den Medien arbeiten.

Man sieht also schon: es gibt gar keine einheitliche richtige Form des Genderns. Doch schauen wir auf die seltsamen Definition im Einzelnen: “Der Asterisk steht für geschlechtliche Vielfalt”. Ach? Und die anderen Zeichen nicht? Scheinbar, denn besonders bezeichnend und schwierig ist der Satz bei der Doppelpunkt-Trennung: “Ihm fehlt jedoch die symbolische Kraft.” – Soso.. Was soll das bedeuten? Ja, sprachlich ist es eine Schande, rein begrifflich ist es korrekt aber Frauen fühlen sich trotzdem diskriminiert? Werden jetzt sogar schon Satzzeichen diskriminiert? Es geht doch verdammt nochmal nur darum textlich kenntlich zu machen, dass dieser Begriff alle Geschlechter meint und nicht um die Wahl des “Genderzeichen des Monats”!

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Ebenso dämlich ist die Benutzung eines geschlechtsneutralen Oberbegriffs. In dem Beispiel der entsprechenden Webseite war für das Wort Journalist das Wort “Medienschaffende” als adäquater Ersatz gewählt worden. Das ist aus mehreren Gründen der falsche Ansatz. Denn ein Medienschaffender kann alles mögliche sein: Ja, auch ein Journalist. Aber darüber hinaus auch ein Webdesigner, Fotograf, Texter, Praktikant, usw. Ein Journalist ist aber nun mal ein Journalist und nichts anderes.

Grade weil die deutsche Sprache so pointiert ist und es für viele Begriffe Synonyme mit jeweils anderer Bedeutung gibt, beneiden uns viele Länder um diese Sprache und auch deshalb ist Sie so schwer zu lernen. Nehmen wir das Wort hocken: man kann sitzen, kauern, knien… ich mache es euch einfach – es gibt 67 Synonyme für dieses Wort! Im englischen sind es derer 5.

(Bild links: anstatt die Sprache zu verhunzen sollte man pragmatischer vorgehen. Geschlechtsneutrale Begriffe, Stellenanzeigen mit Berufsbezeichnungen o.ä. könnte man zum Beispiel mit dem UNISEX – Icon kenntlich machen. Dies wäre auch für Blinde, oder andere Personen die auf Sprachprogramme zum lesen angewiesen sind eine große Erleichterung. Dieses hier ist aus der Font Awesome Bibliothek mit Namen “fas fa-transgender-alt”)

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Rat für deutsche Rechtschreibung (der in Deutschland von der Bundesregierung eingesetzt ist um Sprache zu verwalten) Gendern nicht zwingend vorschreibt, sondern nur eine Empfehlung des Gebrauchs gibt. Der Rat sagt aber auch übereinstimmend, dass KEINES der bisher eingesetzten Zeichen – egal ob Gendersternchen, Doppelpunkt, Gendergap, Ausrufezeichen und was sich sonst noch die Genderexperten haben einfallen lassen – ihre Zustimmung erfährt, weil es die Sprache unnötig schwer lesbar macht.

Schon die Infiltration mit Anglizismen hat die deutsche Sprache “beschädigt”. Aus der Personalabteilung wurden die Human Resources und aus der Einstellung (des Charakters) das Mindset. Der Schlussverkauf ist nun ein “SALE” – diese Aufzählung ist unendlich. Es wird Zeit dem Wahnsinn Einhalt zu gebieten..

Und meine Idee zu dem Wahnsinn: Anstatt die Sprache zu verschandeln sollte man einen pragmatischeren Weg wählen. Alle Bezeichnungen bleiben wie sie sind – egal ob männlich oder weiblich, will man etwas genderneutral machen setzt man das Unisex Icon dahinter. Man hat sowohl für das @ Zeichen, sowohl wie für das € Symbol einen Platz auf der Tastatur gefunden – da wird es ja wohl noch ein Plätzchen für dieses Icon geben..

Ja, dieser Text mag vielen gegen den Strich gehen – vielleicht werden mir Leute entfolgen. Das ist aber der Preis dafür, wenn man es nicht jedem Recht machen kann UND will..

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Doktor Nerd

Peter (aka Doktor Nerd) hat schon mal das Attribut "bester Allround-Blogger" von einer bekannten Bloggerin verliehen bekommen - Inoffiziell versteht sich. Er ist in Netzwerken aktiv - schreibt aber hier über alle Themen, die grade aktuell sind (und dabei ist ihm kein Eisen zu heiß..)

10 Kommentare

  1. Lieber Peter,
    da fasst Du ein heißes Eisen an, Respekt. Mir fehlte bisher der Dreh, dieses Eisen zu schmieden, um die Leser zum Lachen und zum Nachdenken zu bringen. Wahrscheinlich ist “Gendern” gar nicht zum Lachen, oder schon so aufgeladen, dass allen schnell das Lachen vergeht. Jedenfalls: Danke für Deine klare Kante und Deinen wortgewaltigen Beitrag.
    Ich bin wahrlich kein Freund des Genderns, wie es jetzt immer gebräuchlicher wird. In der Sprache und im Schriftdeutsch wirkt es meist aufgesetzt, übertrieben, eher bemüht als authentisch. Was hilft schon eine Gendersternchen z.B. bei der Ansprache von Mitarbeitern, wenn in Unternehmen nach wie vor der Gender Pay-Gap herrscht? Am Handeln muss man die Aufgeschlossenheit, die Toleranz und die Gleichberechtigung erkennen. Dann wird die Sprachen folgen.

    1. Hi Buddy,
      dein Satz “Am Handeln muss man die Aufgeschlossenheit, die Toleranz und die Gleichberechtigung erkennen. Dann wird die Sprachen folgen.” sagt es schon: Gleichberechtigung beginnt im Kopf. Danach folgt alles andere automatisch.
      Doch dieser Weg dahin lässt sich nicht in 2 Jahren durch Gesetze schaffen – wahrscheinlich wird der Kohleausstieg eher kommen, als eine echte Gleichberechtigung für Frauen.
      Auch wenn es sich vielleicht nicht so klar heraus kristallisiert beim lesen, weil ich den Beitrag mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch auf Frau Stokowski geschrieben habe (was vielleicht nicht immer sinnvoll ist) – ich bin grundsätzlich für die Gleichstellung aller Menschen und auch für eine Vereinheitlichung der Sprache und der Anreden. Mich stört aber der Weg dahin und wie es von einigen Menschen (denen es nur um den persönlichen Gewinn geht) instrumentalisiert wird.
      Es wird immer Menschengruppen geben, die durchs Raster fallen – muss ich deshalb Regeln schaffen, die auch wirklich ALLE Menschen abbildet – auch wenn dadurch der Großteil derer, die es nicht betrifft benachteiligt wird?
      Ich bin so modern erzogen worden, dass Mann und Frau gleichberechtigt sind. Dass Frauen sich nicht gleichberechtigt verhalten oder sich im Job billiger verkaufen ist aber nicht mein Problem. Für mich bedeutet Gleichberechtigung oder Gleichstellung nicht, dass ich mich auf eine Stufe herablasse, sondern dass ich das Gegenüber auf meine Stufe hole. Wenn Sie das nicht will oder kann, dann ist es auch keine Gleichstellung. Denn Gleichstellung bedeutet auch Ergebnisgleichheit.
      Egal welche “Lösung” (die alle vom Rat der Rechtschreibung abgelehnt worden sind) ich mich entscheide. Genauso wie Du, ich und wahrscheinlich die meisten Leser Probleme haben gegenderten Text zu lesen, wird es Menschen mit Sehbehinderung oder Blinden fast gänzlich unmöglich sein. Ich verlagere also das Problem für die Befindlichkeit von einigen übereifrigen Weltverbesserern auf eine behinderte Randgruppe? Also nein – ohne mich.
      Bleib gesund – wir lesen uns..
      CU
      P.

  2. Ich kann Dir ja nicht so euphorisch zustimmen, lieber Peter. Deine Kritik am Gendern sehe ich ähnlich: Es nimmt überhand und skurrile Formen an. Die deutsche Sprache ist extrem geschlechter-orientiert durch die unterschiedlichen Artikel für m/w/n, das ist aber nicht zu ändern. Dennoch: Eine gewisse Aufmerksamkeit auf das Thema finde ich aber nicht schlecht. So kann man beispielsweise durchaus von “Mitarbeitenden” sprechen, auch wenn das zunächst ungewohnt ist. Und man kann ein “jeder, der…” durch ein “alle, die” ersetzen. In unseren Marktforschungsberichten haben wir schon seit Jahren immer “die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie…” geschrieben. Das zu verkürzen durch ein “Teilnehmerinnen” finde ich nicht schlecht. Und Du sagst ja selbst, Sprache darf /muss sich verändern, ist lebendig. Trotzdem rufe ich den Elektriker und nicht der/die/das Elektrikerin. Ich denke, es geht um Maß und Ziel, aber bei viel zu vielen – auch damit hast Du Recht – kippt es in Ideologie und Verbohrtheit. Was ich aber nicht finde: Das Thema ist keines, was nur “die Gender-Blase voller Feministinnen” was angeht. Wir sind in Sachen Gleichberechtigung schon weiit, aber nicht überall so weit, wie wir sollten. In vielen meiner Kundenunternehmen gibt es immer noch keine Frau in der Chefetage – und das, obwohl es keine Männerdomäne im eigentlichen Sinne ist, sondern eine Macho-Domäne. Und oft müssen Frauen in gewissen Umfeldern immer noch um Anerkennung kämpfen. Sprache ist dabei sicher auch ein Faktor, aber eben nur EINER unter ganz ganz vielen. Und wenn ich jetzt an Afganisthan denke und was das für die Frauen bedeutet, dann macht mich diese Männerdominanz, die ja in vielen Ländern auf der Welt noch herrscht, unglaublich wütend. Das ist übrigens für mich der springende Punkt: Richten wir unsere Energie und Aufmerksamkeit auf die richtigen Themen? Und das ist – wie Du zu Recht mit Bezug auf Hallervorden anmerkst – ganz oft nicht der Fall. Denn richtig wichtig ist Gendern nun wirklich nicht….

    1. Hallo Sabine,
      ja, da hast Du natürlich recht. Dieser Beitrag ist natürlich (wie häufig bei mir 😉 ) etwas gepfeffert. Ich habe festgestellt, dass durch eine etwas lebendigere Ausdrucksweise (ich möchte das Wort “überzogen” vermeiden) Menschen eher angesprochen werden, auch etwas zu schreiben – sowohl positiv, wie auch negativ.
      Natürlich stimmt das, was Du sagst und ich bin auch durchaus bereit die Genderneutralität als für die menschliche Gesellschaft als durchaus wünschenswert anzusehen – die Erreichung des Ziels ist aber in vielen Fällen fragwürdig – besonders wenn es nicht um die Erreichung des Ziels für die Allgemeinheit, sondern aus dem Zweck heraus geschieht, das eigene Ego zu pudern..
      Wie Du es sagst: “Ideologie und Verbortheit” – diese beiden Eigenschaften sind ein schlechter Ratgeber um sachlich solche Themen umzusetzen. Denn so etwas braucht auch nun mal Zeit. Sprache ändert sich ja nicht auf Mausklick oder per Gesetz sondern ist ein wachsender Prozess quer durch alle Alters- und Bevölkerungsgruppen.
      Das Thema Männerdominanz wird sich – so vermute ich aber mal – nicht dadurch ändern, dass Frauen nicht mehr als Frau sondern als gleichwertiger Kollege angesehen werden, sondern dass Männer die in diesen höheren Positionen sind bereits früh Seilschaften geschmiedet haben, wo einer dem anderen hilft nach oben zu kommen.
      Es gibt aber auch positive Beispiele: Bei thyssenkrupp gibt es gleich zwei Frauen in höchsten Stellen: Frau Martina Merz als CEO der thyssenkrupp AG und Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather als Vorsitzende der Alfred-Krupp-Stiftung. Es geht also durchaus für Frauen etwas in Führungspositionen.
      Und zum Thema Afghanistan – ja, da klagen wir zum Thema Gleichberechtigung und Gendergleichheit in diesem Land auf ganz hohem Niveau.
      Ich bin auch wie Du der Meinung, dass wir hier nicht nur in Deutschland, sondern auf diesem Planeten jede Menge wichtigerer Baustellen haben, denen wir uns widmen sollten – aber eins nach dem anderen..
      CU
      Peter

  3. OMG …Du sprichst mir aus der Seele! Treffender kann man(n) diesen Wahnsinn nicht beschreiben. Die deutsche Sprache wird seit Jahrzenten ‘verhunzt’. Rechtschreibereform, Anglizismen und jetzt dieser Gender-Schwachsinn… . Die deutsche Sprache und ihre Literatur wird im Ausland (noch) sehr geschätzt – wieso also arbeiten wir daran dies zu ändern?
    Eine Sprache, die sich im Laufe von 2-3 Generationen ständig verändert, findet zumindest kein Anklang bei denen, die diese Sprache als Fremdsprache erlernen möchten… .
    Ist dies vielleicht ein mögliches (politisches) Motiv die deutsche Sprache, die nach wie vor in Europa großen Einfluss hat, weiter zu zerstören?
    Danke Peter für Deine klaren Worte – und das Du ‘Kante’ zeigst. Respekt dafür!
    Weiter so…

    1. Hi Thorsten,
      Du mal wieder hier? Freut mich!
      Ja, hatten wir ja gestern noch drüber gesprochen. Als Du mir gestern erzählt hast, dass fast alle Ungarn auch Deutsch sprechen und selbst die bei dem Genderwahnsinn verzweifeln war der Entschluss klar – ein Blog-Beitrag musste her.. 😉
      In wiefern dies politisch motiviert ist – naja, schaue ich mir unsere deutschen Politiker an, glaube ich, dass von denen keiner soviel Grips hat derlei Bestreben zu haben. Da müsste man schon mal Richtung großer Teich schauen..
      Wir sehen uns 😉
      P.

  4. Sehe ich ganz genauso. Das Gendern ist ein Irrsinn, der den Lese- und Sprachfluss erheblich stört und nur dazu dient, Gefühle der Minderwertigkeit zu lindern. Auch auf meinem Blog wird es kein Gendern geben. Und nun rufe ich jefrauden aus der Klempnernden-Fraktion an, um meinen Rohrschaden beheben zu lassen .

    1. Guten Morgen Elke,
      dadurch, dass ausgerechnet eine mitten im Leben stehende und durchaus selbstständige Frau diesen Kommentar schreibt, scheint sich meine Ahnung zum Gerndern und der Absicht dahinter zu bestätigen. Danke dafür!
      lg
      P.

Geistesblitz da lassen..

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