{"id":1931,"date":"2009-07-11T14:51:00","date_gmt":"2009-07-11T14:51:00","guid":{"rendered":"http:\/\/thehackenbushtimes.wordpress.com\/2009\/07\/11\/part-2-schilda-ist-uberall%e2%80%a6"},"modified":"2022-11-03T18:27:57","modified_gmt":"2022-11-03T17:27:57","slug":"part-2-schilda-ist-uberall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nerd-o-mania.de\/wordpress\/2009\/07\/part-2-schilda-ist-uberall\/","title":{"rendered":"Part 2: Schilda ist \u00fcberall\u2026"},"content":{"rendered":"<h2>..oder: Qualifiziert die \u00dcberqualifizierten!!<\/h2>\n<p>Wer nun glaubt, die Agentur f\u00fcr Arbeit tut sich nur schwer damit, Arbeitsuchenden die passenden Jobs zu vermitteln, der irrt. Sie blockieren dar\u00fcber hinaus auch noch gekonnt die Arbeitsaufnahme durch ihre eigene B\u00fcrokratie..<\/p>\n<p>Wie das geht? Ganz einfach..<\/p>\n<p>Wie erw\u00e4hnt, hatte ich vor einiger Zeit einen Termin bei meinem Fallmanager. Beim Termin sprach ich ihn auf einen Vermittlungsgutschein an.<\/p>\n<p><em>Wer nicht wei\u00df, was das ist: Ein VG ist ein Gutschein im Werte von 2000 Euro, den private Arbeitsvermittler erhalten, wenn Sie selber einen Arbeitslosen vermitteln. Der Gutschein kann in Kopie bei beliebig vielen Arbeitsvermittlern abgegeben werden. Kommt ein Arbeitsvertag zustande, dann bekommt der Vermittler das Original des Gutscheins und rechnet mit dem Amt ab. Nach 6 Wochen bekommt er die ersten 1000 Euro und nach einem halben Jahr die zweiten 1000 Euro.<\/em><\/p>\n<p>\u201cJoh\u201d, sagte der gute Mann, \u201caber dazu m\u00fcssen Sie erst mal 2 Monate arbeitslos sein.\u201d \u201cNa\u201d, sagte ich: \u201cOK! Bekomm ich den Gutschein eben n\u00e4chsten Monat.\u201d<\/p>\n<p>Der junge Fallmanager schien mir sehr wohlgesonnen, weil er mich immer wieder fragte, ob ich nicht eine Qualifizierung haben wolle? Nun, eigentlich halte ich mich f\u00fcr Qualifiziert genug, aber da er mich echt a bisserl nervte, und weil ich mir immer sage, naja d\u00fcmmer wirst du ja nicht, sagte ich dann zu.<\/p>\n<p>Das Ergebnis war ein Brief vom Arbeitsamt mit einer Einladung zu einer Gruppenveranstaltung bei der CONTEXT GmbH.<\/p>\n<p><em>(die CONTEXT GmbH. Vom Arbeitsamt beauftragt im Projekt GANZIL (Ganzheitliche Integrationsleistung), Menschen wieder den Weg in die Arbeitswelt zu erm\u00f6glichen. Ach ja, ich habe jetzt auch die Ehre dort gecoacht zu werden\u2026)<\/em><\/p>\n<p>Die Gruppenveranstaltung am ersten Tag, war eine Horrorvorstellung. Von 15 Eingeladenen kamen grade mal 8 Leute.<\/p>\n<p>Von den 8, die den Weg gefunden hatten, waren 2, die von dem was man ihnen versuchte zu erkl\u00e4ren auch nicht ein Wort verstanden, weil sie der deutschen Sprache nicht m\u00e4chtig waren. Eigentlich waren nur 2 der ganzen Truppe etwas intelligenter, das war eine junge Studentin, die nicht wusste, was Sie da sollte. und ich (der auch nicht wusste was er da sollte). Ziel dieses Coachings, was sich \u00fcber einen Zeitraum von 4-9 Monate ziehen kann, ist die Integration des Arbeitslosen zur\u00fcck ins Arbeitsleben.<\/p>\n<p><em>Auszug: \u201dIm Rahmen von \u201cHilfe zur Selbsthilfe\u201d erhalten Teilnehmer dieses Programms die Gelegenheit ihre Arbeitssuche neu anzulegen. Wir begleiten und beraten, damit auch andere Wege erfolgreich ausprobiert werden k\u00f6nnen.\u201d<\/em><\/p>\n<p>Im Angebot der CONTEXT folgendes Portfolio:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div>Deutsch lernen f\u00fcr Anf\u00e4nger und Fortgeschrittene <em>(brauche ich bestimmt, habe ja mit dem lesen und schreiben hier so meine Schw\u00e4chen. Sieht man ja bei meinen Blogeintr\u00e4gen)<\/em><\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div>PC- Grundkurs <em>(Jau, unbedingt n\u00f6tig, da ich zwar die letzten 18 Monate bei Microsoft im Vista Projekt war, und die letzten 10 Jahre in der EDV-Branche, aber noch ein Schein, mit dem man sich den Popo putzen kann, warum nicht)<\/em><\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div>Bewerbungstraining <em>(Oh ja! Unbedingt n\u00f6tig! Zwar sagen alle Personalchefs, die meine Bewerbung gelesen haben, die w\u00e4re Top. aber man kann ja alles verschlimmbessern) <\/em><\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>und last but not least<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>\n<div>Schuldnerberatung <em>(Jepp. Was soll ich dazu noch sagen?)<\/em><\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ahja.. hei\u00dft dann wohl zwischen den Zeilen, dass ich zu bl\u00f6d bin, meine Bewerbungen korrekt zu schreiben?<\/p>\n<p>Das schien bis zu dem Zeitpunkt eigentlich nicht der Fall zu sein, da meine bis Dato verschickten Bewerbungen bereits positiv beantwortet wurden, und gleich 2 Arbeitsvermittler mich zu einem Bewerbungsgespr\u00e4ch einluden.<\/p>\n<p>Voraussetzung war hier nat\u00fcrlich der Vermittlungsgutschein. ich hakte also noch mal telefonisch f\u00fcr 3,9 Cent\/Minute beim Amt nach.\u201cJaja\u201d, sagte der Mann am Telefon \u201cbei ihnen sind ja die Voraussetzungen erf\u00fcllt, ich sende ihnen den Gutschein zu.\u201d Die Zeit ging ins Land, und doch schon nach 10 Tagen bekam ich einen Brief vom Amt. Im Brief stand im sch\u00f6nsten Beh\u00f6rdendeutsch: \u201cIhrem Antrag kann nicht entsprochen werden, da nach Paragraph Blabla\u2026. sie in den letzten 3 Monaten keine 2 Monate arbeitslos waren\u201d. Ah Ja? Ich rechnete mal kurz nach\u2026.arbeitslos seit 31.3., beantragt am 19.6., Absage am 25.6.<\/p>\n<p>Soso.. ich wunderte mich.. Also rief ich nochmals an. Der Herr der Hotline war sichtlich gereizt. Ich erz\u00e4hlte ihm erst mal worum es ging: Vermittlungsgutschein! Nach durchgabe der Kundennummer, kam von ihm ein: \u201cJa, haben Sie ja bekommen!\u201d\u00a0 \u201c\u00d6h N\u00f6!\u201d war meine Antwort, \u201cIch habe eine Absage bekommen!\u201d.. \u201cHmm, Moment, ich zieh mir mal den Datensatz!\u201d kam aus der Leitung\u2026 etwas sp\u00e4ter\u2026 \u201cJa, stimmt.. ist abgelehnt worden\u201d\u2026 Ich fragte: \u201cWeshalb?\u201d.. Seine Antwort: \u201csteht in der Begr\u00fcndung des Schreibens\u201d.. \u201cNeee\u201d, sagte ich, \u201cdas Feld f\u00fcr die detaillierte Begr\u00fcndung ist leer. Er k\u00f6nne mir doch sicher sagen weshalb der Antrag abgelehnt worden ist?\u201d\u2026\u00a0 \u201cNein, kann er nicht\u201d, war die Antwort.. (<em>Nun, wenn man schon beim Amt anruft, weil man Fragen hat, sollte man schon erwarten, dass die Leute die dort sitzen, einem eine einfache Frage beantworten k\u00f6nnen.) \u201c<\/em>OK\u201d, sagte ich, \u201cdann beantrage ich den VG eben nochmals!\u201d\u2026 \u201cDer wird auch abgelehnt!\u201d, kam von der anderen Seite. So langsam wurde ich sauer, obwohl mir meine Oma beigebracht hatte, dass Freundlichkeit kein Geld kostet!! Nachdem ich mir nochmals seinen Namen geben lie\u00df, um mich beim Amtsleiter pers\u00f6nlich f\u00fcr seine Fachkompetenz zu bedanken, wurde der Herr am anderen Ende des Telefons mitteilsamer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>(Don\u2019t call us. We call You! Wer bei der Agentur f\u00fcr Arbeit mal eine Frage hat, sollte besser selber die Antwort kennen, sonst sieht\u2019s mau aus)<\/em><\/p>\n<p>Grund f\u00fcr die Nichtausstellung des Gutscheins ist scheinbar folgender:<\/p>\n<p>Dadurch, dass ich in einer Weiterbildung, Qualifizierung, o.\u00e4. bin, bin ich nicht mehr <strong>Arbeitslos<\/strong>, sondern <strong>Arbeitssuchend<\/strong> (wieder dieser feine Unterschied). Dadurch habe ich <strong>keinen<\/strong> Anspruch mehr auf einen Vermittlungsgutschein. Der positive Nebeneffekt f\u00fcr das Amt: ein Arbeitsloser weniger in der Statistik im Superwahljahr! Denn arbeitsuchende tauchen nicht in der Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit auf.. Ist das nicht Toll?? So werden die W\u00e4hler verarscht!!<\/p>\n<p>Positiver Nebeneffekt f\u00fcr mich? Keiner!! Normalerweise werden Tage der Weiterbildungen zusammenaddiert, und durch 2 geteilt, dadurch erh\u00f6ht sich der Bezug des Arbeitslosengeldes um diese Zeit.<\/p>\n<p>Dieses \u2018Coaching\u2019, zu dem man nur alle 14 Tage hingehen muss, hat Null Einfluss darauf.<\/p>\n<p>Mittlerweile war ich das erste mal beim Coaching. Der Herr, der mein Profiling machte, sch\u00fcttelte nur den Kopf, und fragte mich, was ich bei ihm soll?<\/p>\n<p>Nach Durchsicht meiner Unterlagen meinte er, ich w\u00e4re dort wohl etwas fehl am Platze. Er meinte, ich solle Widerspruch einlegen, und den VG wenn n\u00f6tig einklagen. Denn er kenne auch die Problematik der Individual-Bewerbungen bei normalen Stellenanzeigen. Vielen Firmen ist es einfach zu teuer, sich durch 500 Mappen zu w\u00fchlen, und geben ihre Job-Offerten gleich an die privaten Arbeitsvermittler. Der gibt ihnen dann statt 500 nur 3-5, die aber auf die Stelle passen. Dadurch gewinnt sowohl die Firma, wie auch der Arbeitsvermittler. Dieses Verfahren setzt sich immer mehr durch\u2026<\/p>\n<p>Ich darf also jetzt mindestens 4 Monate lang, alle 14 Tage dort hin dackeln (was dann 8 volle Tage Coaching macht!.. Huuh, wenn man wollte, k\u00f6nnte man das aber auch locker auf 2 Wochen am St\u00fcck straffen. Aber dann w\u00e4ren die Leute ja wieder in der Arbeitslosenstatistik). Sch\u00f6n, wie man hier Steuergelder versenkt, um die Statistiken zu sch\u00f6nen. Wenn man deshalb aber keinen Job bekommt, ist\u2019s nicht witzig!!<\/p>\n<blockquote class=\"quote-light\"><p>\n<strong>Achja.. Mein Fallmanager bei der Agentur f\u00fcr Arbeit ist meiner Meinung nach ein Idiot!!<\/strong>\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>..oder: Qualifiziert die \u00dcberqualifizierten!! Wer nun glaubt, die Agentur f\u00fcr Arbeit tut sich nur schwer damit, Arbeitsuchenden die passenden Jobs zu vermitteln, der irrt. 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