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Windows Live Wallpaper – Microsoft Vista Ultimate lässt grüßen..

..oder: wenn dein Desktop zum Leben erwacht...

Hidiho liebe Community! Was machen normale Menschen wie Du über die Weihnachtsfeiertage? Genau, sie machen auf Familie, hauen sich die Plautze voll, tanzen um den Weihnachtsbaum und haben soviel Spaß wie die Familie Grisworld in dem Kultfilm „schöne Bescherung„.

Und was machen Nerds wie ich? Die sind verpeilt wie Sheldon Cooper aus „The Big Bang Theory“ und haben endlich Zeit ein komplettes Backup des Rechners zu machen und dann alle Betriebssysteme neu zu initialisieren und zu installieren..

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Was ihr sicher nicht gewusst habt: John Galecki spielt sowohl in the Big Bang Theory, als auch in „schöne Bescherung“ mit. In „The Big Bang Theory“ spielt er Dr. Leonhard Hopstaedter – den Mitbewohner von Sheldon Cooper – und in „schöne Bescherung“ ist er der Sohn „Rusty“ von den Grisworlds.. Hättet ihr ihn erkannt?

Ganz so war es natürlich nicht, aber in der Tat habe ich ziemlich viel Zeit am Rechner verbracht – bloss weil ich nächste Woche in Rente gehe, heißt das ja nicht, dass ich mich nicht mehr für die Computertechnik interessiere. Und dabei stiess ich auf einen interessanten Bericht zu Windows 11, indem es um das Thema Windows Live Wallpaper ging.

Auch wenn ich vieles an Microsofts Vermarktungspolitik von Windows und deren Softwareprodukten nicht mag – das ewige unterschieben von dem Edge Browser nach Updates nervt extrem, ebenso wie die bekloppte Linked In Kacke (Nutzt die überhaupt jemand?) – dieses Betriebssystem funktioniert auf so fast jeder Hardware, mag sie noch so exotisch sein. Jaja.. auch wenn Linux-Fanboys schwören, dass Linux das bessere Betriebssystem ist.

Dass dem nicht so ist, davon kann Martin von „Loft 75″ ein Lied singen. Ein Betriebssystem ist gut, wenn es einfach zu bedienen ist, auf jeder verfügbarer Hardware läuft und die meisten wichtigen Funktionen wie Mail-Empfang, Internet-Browsen und kleinere Office-Anwendungen out of the Box funktionieren.

Opa erzählt mal wieder Geschichten aus der Klamottenkiste..

Wer in den neunziger Jahren die Ansätze von Microsoft Windows mitbekommen hat, und die bisweilen nervtötenden stundenlangen Versuche eine Hardware ans laufen zu bekommen, weil man erst einen kompatiblen Treiber im Internet suchen musste, damit die Hardware funktionierte, der ist dankbar, dass Windows mittlerweile fast Idiotensicher ist.

Doch kommen wir zum Punkt: Microsoft hat ja mal von Zeit zu Zeit ein paar coole Ideen gehabt und die dann in ihre Betriebssysteme eingebaut. Vor einiger Zeit hatte ich ja schon mal einen Beitrag zum wieder eingeschläferten Windows Media Center geschrieben und auch die Idee eines PLUS! Pakets um Windows mit Spielen, multimedialen Zusatzprogrammen und Desktop-Verschönerungen zu verbessern war ja gar nicht mal so schlecht.


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Diese Themes funzen auch noch unter Windows 11 und auch darüber hatte ich mal einen Beitrag geschrieben und die Themes gibt es auch immer noch HIER bei mir zum Download – falls jemand Lust auf Tapetenwechsel hat.

Beim Thema Desktop-Verschönerungen sind wir gleich im Thema – Stichwort: Windows Vista Ultimate Dream Scene, einer Komponente, die es beim Windows Betriebssystem Vista aus dem Jahre 2007 nur in der Ultimate Version gab. Das besondere an diesem Feature war die Möglichkeit statt einem statischen Hintergrund dynamische Inhalte darzustellen. Das konnten Videos sein oder angepasste Webseiten.Windows Live Wallpaper - Die Anfänge: Packard Bell Navigator

(Animation oben: Für heutige verwöhnte Useraugen eine Beleidigung – war dies vor einem Vierteljahrhundert Standard. Eine Auflösung von 640×480 Pixeln bei 16,7 Millionen Farben war üblich. Wer eine Grafikarte mit mehr als 1 Megabyte Speicher hatte, der konnte sich auch 800 x 600 mit 16,7 Millionen Farben anzeigen lassen – mit einem Megabyte (Standard) war bei 65.000 Farben Schluss und Auflösungen von 1024 x768 konnten grade mal 256 Farben darstellen. Du ahnst sicher was dir bei 1280 x 1024 Farben blühte? Genau! Schlappe 16 Farben konnte die Grafikkarte darstellen. Wenn Du Dir für ein paar hundert D-Mark einen 1 Megabyte RAM Baustein auf deine Grafikkarte stecken konntest, fühltest Du dich wie ein König.

So ein Teufelswerk wie 3D-Beschleunigung war noch in den Anfängen und nur durch teure Zusatzkarten zu realisieren. 3D auf den PC kam erst 1996 mit den Voodoo Beschleunigerkarten, die das über ein Kabel durchgeschliffenes Bildsignal von einer ebenfalls erforderlichen Grafikkarte erzeugten.)

Ganz neu waren dynamische Desktops aber bei weitem nicht: schon 1997 hatte der damals große und sehr bekannte Hersteller Packard Bell (nicht mit Hewlett Packard verwandt oder verschwägert), eine Benutzerfreundliche Oberfläche namens Packard Bell Navigator auf seinen PCs installiert. Dieser Navigator war eine virtuelle Wohnung mit mehreren Zimmern die man mit „Click and Point“ betreten konnte. Jeder Raum enthielt dann auf der klickbarenn Oberfläche die Verknüfung zu entsprechenden Programmen. Im Büro auf dem Schreibtisch stand beispielsweise ein Fax-Gerät. Durch anklicken wurde dann das in Windows integrierte Fax-Programm gestartet. Mit viel gutem Willen kann man das heute als Windows Live Wallpaper bezeichnen..

Dieser Aufsatz war eine CD, auf der dann auch die entsprechenden Programme wie das Schreibprogramm Microsoft Word, ebenso wie Microsoft WORKS (der kleine Bruder des Office-Pakets) war, die Enzyklopädie Encarta (quasi das Wikipedia der 90er Jahre) AOL natürlich für den Internetzugang, Microsoft  Money (ein Finanzprogramm, das von Microsoft bis 1999 angeboten wurde, dann aber für Deutschland nicht mehr weiterentwickelt wurde.

Microsoft kapitulierte an der Euroumstellung und den deutschen Steuergesetzen, die so kompliziert waren, dass es fast unmöglich war, dieses Programm kostendeckend zu entwickeln und anzubieten. Da dieses Programm eher ein Nischenprodukt war, wurde es auch in anderen Ländern irgendwann eingeschläfert.

Die letzte Version wurde im Jahre 2009 für Kanada vertrieben. Es gibt aber noch eine Deutschsprachige Community, die das alte Money 98 weiter am Leben halten und weiter einsetzen, da es auch noch auf aktuellen Betriebssystemen läuft. der Autor

Auch das damals bekannte Paint Shop Pro als Grafikprogramm war auf der CD. Mit fast 600 Megabyte war die CD, die den Packard Bell Navigator enthielt pickepackevoll. Man darf nicht vergessen, dass Programme zu der Zeit platzsparender programmiert werden mussten, denn die alten 386 und 486er Rechner hatten im Schnitt zwischen 2 und 4 Megabyte RAM. Mein besser ausgestatteter Pentium 60 hatte gigantische 32 Megabyte RAM Ja MEGABYTE nicht GIGABYTE! RAM war teuer und viel mehr konnten die Kisten von damals mit den 32 Bit Betriebssystemen auch nicht verwalten, bzw. konnten nur angehende Millionäre oder Firmen solche aufgemotzten Kisten einsetzen.


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Dazu kam, dass auch die Festplatten im Vergleich zu heutigen Terabyte-Monstern winzig waren. Mein erster Rechner hatte eine Festplatte von knapp einem Gigabyte, und mit so einem sündhaft teuren High-End Speichermonster hatte man Mitte der Neunziger Jahre das große Los gezogen – und man fühlte sich absolut sicher, dass man so einen gigantischen Speicher sein ganzes Leben nicht voll bekommen würde. Wie wir nur wenige Jahre später bemerken mussten, hatten wir uns da gehörig geirrt!..

Die Packard Bell PCs waren übrigens bekannt dafür, dass sie ein unglaublich umfangreiches Software-Paket mitbrachten. Bei meinem ersten PC, der ebenfalls von Packard Bell stammte, war der Flugsimulator von Microsoft vorinstalliert, dazu Works, Money und der Microsoft Publisher, sowie noch einige andere Microsoft Produkte und OEM-Software anderer Softwareentwickler.

Auch wenn die jüngeren Leser jetzt glauben, dass der alte Mann geistig verwirrt ist: es war tatsächlich möglich Programme so effizient zu programmieren, dass sie auf ein paar wenige Disketten von grade mal anderthalb Megabyte passten und trotzdem funktionierten.

Das frühe Windows Live Wallpaper namens Packard Bell Navigator geriet in Vergessenheit – auch weil seine angestaubte Oberfläche in die Jahre gekommen war. Die verpixelten Bilder, die mit 640×480 Auflösung zur damaligen Zeit noch ausreichten, waren nicht mehr standesgemäß.

Rin inne Kartoffeln – raus ausse Kartoffeln: Microsoft und das integrieren von Features..

Wie bereits oben geschrieben, hatte Microsoft – leider nur bei der Vista Ultimate Version – die Idee, den Desktop stärker als Benutzeroberfläche einzubinden und den Bildschirm nicht nur als Ablageort für Verknüpfungen zu verschwenden. Mit der Möglichkeit kurze Videos in Endlosschleife abspielen zu lassen kam etwas mehr Dynamik auf den Desktop. Ganz optimal war es nicht, denn das Video wurde zwar Bildschirmfüllend abgespielt – aber die auf dem Desktop liegenden Verknüpfungen und Icons waren hinter dem im Vordergrund ablaufendem Video nicht mehr zu sehen und man konnte auch nicht mit ihnen interagieren.


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Leider hat Microsoft da wohl Angst vor der eigenen Courage gehabt, denn dieser interessante Ansatz verschwand leider wieder, obwohl die Firma Stardock, die im Desktop Modding bekannt ist und eigenständige Desktoperweiterungen anbietet, seinerzeit mit an der Entwicklung beteiligt war.

Unter Windows 11 wurde in der Insider Preview 26220.6690 dieses Feature wieder integriert – man konnte die mittels ViVeTool (dazu hatte ich vor kurzem einen Beitrag geschrieben) und dem Aktivierungs-Code 57645315 freischalten. Jedenfalls eine kurze Zeit, denn dann wurde dieses Feature wieder bei den folgenden Builds wieder entfernt.

Dieser jahrelange Zickzack-Kurs von Microsoft nervt extrem, denn selbst im Apple Universum ist ein Desktop, der sich farblich zumindest an die Tageszeit anpasst als Standard einstellbar und wer ein ANDROID Smartphone von SAMSUNG hat, der kann sich sogar mit dem Bordmittel „GoodLock“ seine eigene animierte Benutzeroberfläche zusammenbauen. Das ganze ist weniger ein Performance-Problem sondern ein Kosten-Problem (denn warum soll man Entwicklerzeit bezahlen, wenn dieses Feature nur ein nettes Gimmick ohne Nutzen ist).

Es geht auch ohne Microsoft – „WebView2“ sei Dank!

Glücklicherweise hat Microsoft ein Werkzeug im Koffer, womit man selbst Webinhalte in Anwendungen einbinden kann. Das ganze nennt sich „Microsoft Edge WebView2“ und ist ein mächtiges Tool um im Edge Browser dynamische Inhalte darstellen zu können. Da es auch die WinUI Programmierumgebung unterstützt, mit denen man Desktopanwendungen programmieren kann bekommt man damit auch dynamische Inhalte endlich vernünftig auf den Desktop.

Dynamische Desktops: Razer Chroma, Lively Wallpaper & Steam Wallpaper Engine machen’s möglich..

Man muss keinen Flunsch ziehen, weil Microsoft es nicht gebacken bekommt den langweiligen Desktop aufzupeppen – es gibt mindestens 3 Möglichkeiten seinen Desktop aufzuhübschen – von dezent bis schrill ist alles möglich.

Als Besitzer der Razer Huntsman RGB Tastatur kam ich mit der RAZER Chroma Software näher in Kontakt. Damit konnte ich nicht nur die Tastatur.Beleuchtung für verschiedene Anwendungen farblich anpassen, sondern auch psychedelische Farbspiele auf Ihr abspielen. Dazu gab es von Razer auch noch die Software AXON, die Wallpaper farblich animiert, bzw. die Tastatur farblich zum Wallpaper beleuchtet. Das ist ganz schick und sicher für jüngere Gamer-Kids ganz interessant – ich habe da eher einen visuellen Buffer Overflow bekommen..

Dazu sind die dynamischen Wallpaper von Razer echte Speicherfresser – je nach Größe des Wallpapers sind da 250 bis über 300 Megabyte Speicherplatz fällig. Will man auf 3 Monitoren jeweils einen anderen Hintergrund haben, kann man sich mal von einem Gigybyte Festplattenspeicher verabschieden.

Wesentlich ökonomischer behandeln das Thema dynamischer Desktop die beiden Programme „Lively Wallpaper“ (im Microsoft Store kostenlos verfügbar), welches als Open Source Projekt auch auf Github zu finden ist – und das über die Gaming-Plattform Steam erhältliche „Wallpaper Engine“. Diese beiden Programme ähneln sich so stark von den Einstellungen und den verfügbaren Templates, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass es sich hier um verschiedene Entwickler handelt. Beide Programme bieten schon out of the Box tolle Desktop-Hintergründe.

Der große Nachteil von der Wallpaper Engine von Steam – man soll sich jedesmal erst dort anmelden und das finde ich extrem nervig, weshalb ich dem Open Source Projekt Lively den Vorzug gebe.

Die Hintergründe von Lively sind von schlicht bis bizzar: ich persönlich mag am liebsten das Wallpaper bei dem Regentropfen an die Monitorscheibe tropfen und von dort den Bildschirm herunterlaufen. Den Hintergrund kann man selbstverständlich durch eigene Fotos ersetzen und die schöne Animation lässt sich noch weiter einstellen. Umgebungshelligkeit, Regentropfengröße und die Geschwindigkeit beim herunterlaufen an der Scheibe, selbst Gewitterblitze – da bleibt Schlechtwettermäßig kein Wunsch offen! Und was die Resourcen des Betriebssystems angeht, da ist Lively genügsam:

Lt .Taskmanager genehmigt sich Lively zwar so knapp 200 Megabyte Arbeitsspeicher – belastet dafür aber die CPU kaum. Da die meiste Arbeit von der 3D-Grafikkarte übernommen wird, merkt man im Betrieb keine Beeinträchtigung.

So – und jetzt Ihr! Wäre so ein „Desktop mit Pfiff“ was für euch? Oder reichen euch die Standard-Themes aus dem Microsoft-Store? Ist euer Desktop ein klinisch reiner Ort oder kann man vor lauter Verknüpfungen den Desktop-Hintergrund schon nicht mehr sehen? Keine Angst – ihr könnt es mir sagen – ich habe in meinem Leben schon die dollsten Dinge gesehen…

Der Autor ist sich darüber im klaren, dass der persönliche Desktop ein heikles Thema ist und es vielen Abonnenten deshalb peinlich sein kann, darüber zu sprechen – der eigene Desktop ist ja ungefähr so persönlich wie der Browserverlauf mit den mannigfachen Seiten rhytmischer Fortpflanzungsgymnastik oder die Beschwerden beim morgendlichen pullern. Er (also der Autor) schwört aber Stein und Bein, dass alles was hier in den Kommentaren geschrieben wird, diese Webseite nicht verlassen wird. Echt, im Ernst, Ehrenwort…

der Autor

Dr. Nerd

Peter, auch bekannt als DOKTOR NERD, hat schon mal das Attribut "bester Allround-Blogger" von einer bekannten Bloggerin verliehen bekommen - Inoffiziell versteht sich. Er war früher in sozialen Netzwerken aktiv - bis er feststellte, dass die sozialen Netzwerke ohne Ihn besser dran sind (und umgekehrt!). Hier schreibt er über alle Themen, die grade aktuell sind (und dabei ist ihm kein… mehr..

2 Kommentare

    1. Pffff.. reisst echt nicht ab bei Dir.. :-(
      Alkohol und Musik war heute auch auf meiner Agenda – schauen wir mal ob ich bis Mitternacht noch aufrecht stehen kann. Wir hören, sehen und lesen uns im neuen Jahr. Alles wird gut!

Geistesblitz da lassen..

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