Elektroherd

  • Umluftherd Mikrowelle oder Airfryer? Mit welchem der 3 klappt das Heißluftgaren am besten?..

    Umluftherd, Mikrowelle oder Airfryer? Oder lieber gleich alles zusammen?

    Hidiho liebe Community! Heute begeben wir uns mal zur Abwechslung in die Versuchsküche der Dr. Nerd Labs und wir widmen uns der Frage: Umluftherd, Mikrowelle oder Airfryer – what’s the Best?

    Umluftherd Mikrowelle oder Airfryer - Midea Airfryer mit 2 Garkammern(Bild rechts: Eine Heißluftfritteuse – wie diese von MIDEA – hatte ich eigentlich gar nicht auf dem Schirm, um sie auch noch in meine Küche zu stellen – muss aber gestehen, dass ich durchaus die Vorzüge dieses Speisenerwärmungsgerätes zu schätzen lerne.)

    Bei mir steht nämlich seit neuestem ein Airfryer (aka Heißluft-Fritteuse) der Firma MIDEA um fettfrei meine Lebensmittel zu garen (und um ein paar neue Rezepte auszuprobieren – Auberginen-Pommes zum Beispiel. Doch dazu später in einem Rezept-Beitrag!) Und falls Ihr euch fragt, warum bisher noch kein Monatsrückblick erschienen ist, sondern dieser Blogbeitrag? Ich sag mal so: aus Gründen – und dabei will ich es erstmal belassen.

    Kommen wir wieder zur Überschrift dieses Beitrags:  „Umluftherd, Mikrowelle oder Airfryer? Womit klappt das Heißluftgaren am besten?“ – und das ist tatsächlich eine interessante Frage, die durchaus berechtigt ist. Denn sowohl moderne Herde (wobei selbst mein 15 Jahre altes Schätzchen schon eine Umluft-Funktion hat), als auch etwas höherpreisige Mikrowellen und Airfryer sowieso – denn das sagt ja schon der Name – garen Lebensmittel mit extrem heißer Luft – dazu fast fettfrei.

    Unterschiede und Gemeinsamkeiten..

    Da jedes dieser Küchengeräte ja immerhin auch ein hübsches Sümmchen kostet (mal ganz davon ab, dass wieder ein Küchengerät die Arbeitsplatte besetzt) – muss auch schon mal die Frage erlaubt sein, ob sich das Ergebnis auch sehen lassen kann und wichtiger: kann nicht ein handelsüblicher Herd das, was ein Airfryer (Heißluft-Fritteuse) kann?

    Schauen wir uns also mal die Unterschiede an, denn da gibt es schon einige: Der Garraum in einem handelsüblichem Herd ist wesentlich größer als der einer Mikrowelle oder das Garkörbchen einer Heißluft-Fritteuse. Der Vorteil: Die Speisemenge, die man zubereiten kann, ist um ein vielfaches größer als bei den beiden anderen Kontrahenten. Eine Blechpizza für die einfallende Fußballmannschaft deines Sohnes? Easy! Da können die anderen beiden Kontrahenten nur traurig den Temperaturregler schütteln.

    Umluftherd Mikrowelle mit Heißluft oder Airfryer(Bild links: Mit der Supreme Chef bietet Bauknecht eine Multifunktions-Mikrowelle an: Mikrowelle, Grill, Dampfgaren, Heißluft und die Kombination der einzelnen Funktionen. Kann Sie als eierlegende Wollmilchsau den Sieg davontragen? Spoiler: Nööö!)

    Auch die Temperaturen schwanken: ein guter Elektro-Herd mit Umluft-Funktion schafft knapp 235° Celsius und ist damit ungefähr gleichauf mit dem Airfryer, der ebenfalls 235° Celsius heiße Luft in den Garkorb pustet. Die Mikrowelle mit Heißluftfunktion (meine Bauknecht Supreme Chief MW 3391 SX) schafft hier mit 200° Celsius nicht ganz so hohe Gartemperaturen, hat aber mit 33 Litern dafür einen Garraum, der sich zwischen dem Airfryer und dem Elektro-Herd einordnet..

    Umluftherd, Mikrowelle oder Airfryer? Energiekosten mal betrachtet..

    Bei den Temperaturen muss man auch erwähnen, dass die maximale Temperatur sowohl bei der Mikrowelle als auch beim Herd nicht sofort verfügbar ist, sondern der Herd, bzw. die Mikrowelle erst vorheizen muss. Das dauert schon so einige Minuten, bis ein Viertelstündchen – Energie, die wirkungslos verpufft, während ein Airfryer innerhalb weniger Sekunden die Luft auf die maximale Temperatur erhitzt.

    Ihr merkt also schon, dass es hier nicht nur kleine Unterschiede gibt, sondern zum Teil ganz erhebliche Differenzen, was herzustellende maximale Nahrungsmenge, Temperaturen und auch Energiekosten sind – schauen wir uns das mal im Detail an..

    herstellbare maximale Nahrungsmenge pro Durchgang:

    • Bei der maximal herstellbaren Nahrungsmenge ist hier der handelsübliche Herd ganz klar der Sieger. Wer noch ein zweites Gitterrost benutzt, der kann auf einen Schlag das Essen für eine Großfamilie herstellen.
    • auf Platz 2 und 3 fast gleichauf sind AirFryer und Mikrowelle mit Heißluft-Funktion aufgrund der Platz-Beschränkung

    maximal erreichbare Temperaturen:

    • auf Platz 1 sind hier sowohl der Elektroherd als auch der Airfryer mit maximal 235° C
    • Platz 2 geht an die Mikrowelle mit Heißluftfunktion wegen ihrer Beschränkung auf maximal 200° C.

    Energiekosten:

    • auf Platz 1 ist hier der Airfryer, da er sofort die heiße Luft liefert, was die Energiekosten reduziert
    • auf Platz 2 und 3 sind hier sowohl der handelsübliche Herd und die Mikrowelle, da hier vorgeheizt werden muss, was ziemlich viel Energie nutzlos verpuffen lässt.

    Soweit so gut – in diesen 3 Bereichen gibt es einen klaren Verlierer: die Mikrowelle mit Heißluftfunktion kann sich in keiner einzigen Rubrik durchsetzen und landet mit 3 Punkten auf dem letzten Platz. Platz 1 und 2 teilen sich mit jeweils 7 Punkten der handelsübliche Herd und der Airfryer.

    Und wie schmecken die Sachen so?

    Der nächste wichtige Punkt ist das Ergebnis der Speisen – schmeckt das überhaupt, was da zubereitet wird? Auch da gibt es eine erstaunliche Erkenntnis. Ich habe für den Test ein Szenario vorbereitet: eine Aubergine geschält und in Pommes-Frites große Stücke geschnitten, in Ei gewendet und dann in würziger Panade gewälzt.

    Umluftherd Mikrowelle oder Airfryer? Mit welchem der 3 klappt das Heißluftgaren am besten?..(Bild oben: Die Testumgebung – ganz links das Airfryer-Körbchen, in der Mitte das Backblech mit Grillrost des  Elektroherdes mit Umluft und ganz rechts das Knusper-Equipment der Mikrowelle mit Heißluft-Funktion. Hier mussten die 3 Testgeräte zeigen ob die Speisezubereitung das hält, was die Bilder auf den Webseiten der Hersteller versprechen. Soll ich Spoilern? Neee. lest mal lieber bis zum Ende..)

    Ebenso wurden Chicken Wings aufgetaut, von der ekligen Sprühpanade befreit, dafür mit einer richtigen Marinierung versehen und jeweils paniert und unpaniert zubereitet, um gleiche Voraussetzungen für den Geschmackstest zu haben.

    Dann ging der Test los: Mikrowelle und Herd gingen in die Vorwärmphase – der Airfryer konnte sich noch etwas ausruhen. Nach 20 Minuten schaltete ich den Airfryer dazu – und prompt flog die Sicherung für die Küche raus. 3.500 Watt für den Herd,  die 1.700 Watt der Mikrowelle und die 1.800 Watt des Airfryers waren zu viel für den armen Sicherungsautomaten. Ich musste also den Test für jedes Gerät einzeln und nacheinander durchführen.

    Umluftherd Mikrowelle oder Airfryer? Mit welchem der 3 klappt das Heißluftgaren am besten?..(Bild links: rein optisch ist auf dem ersten Blick alles Tutti, aber man erkennt, dass die Mikrowelle sich aufgrund der etwas niedrigeren Temperatur schwer tut, eine schöne braune Crossigkeit zu erzeugen. Die Panade aus Würzpaniermehl ist stellenweise noch Original – der Inhalt der Auberginen-Fritten ist leider ein Desaster: zäh, verschrumpelt = ein Fall für den Bio-Abfall. )

    Das Ergebnis war am Ende ziemlich ausgeglichen – die Mikrowelle fiel aber hier zurück. Besonders die Auberginen-Pommes waren ein Desaster. Die Panade war zwar da und kross, aber der Inhalt der Panade – das Stück Aubergine in Frittenform – war fast komplett verschrumpelt und so zäh, dass man es kaum mit den Zähnen zerkaut bekam. Das Fleisch hingegen war sehr gut  gegart.

    Doch auch bei den panierten Fleisch-Stücken war die Panade stellenweise nicht gebräunt – ein Zeichen, dass die 200° hier nicht reichen den gewünschten Effekt zu erzielen. Ein verlängern der Garzeit im Ofen führt nur dazu, dass die Lebensmittel austrocknen und der Geschmack leidet.

    Auch wenn die Mikrowelle im Gesamttest hier schlecht abschneidet. Ich muss eine Lanze für das Gerät brechen:  Was die Funktionsvielfalt und die Bedienung angeht, da ist das Teil ungeschlagen. Sie hat nicht umsonst im ausführlichen Test des ETM Testmagazins ein sehr gut erhalten.

    Dass die Mikrowelle in dieser einen speziellen Disziplin schlechter abschneidet ist zwar etwas blöd – in Gesamtsumme der Funktionen mit Mikrowelle, Grill, Heißluft, Dual Crisp, schnell erwärmen, schnell auftauen, Kombi-Funktion (mehrere der genannten Funktionen zusammen), Dual Dampfgaren und der automatischen Reinigung ist das schon ein ziemlich cooles Stück Küchentechnik – wenn man auch ehrlicherweise erwähnen muss, dass die meisten Zusatz-Funktionen nur mit den ziemlich kleinen speziellen Plastikschüsseln funktionieren..

    Kommen wir auch hier zur Punkteverteilung:

    Garzeitdauer:

    • Der Airfryer siegt hier mit Abstand, da er keine Vorheizzeit braucht. In der Zeit, die sowohl Herd als auch Mikrowelle benötigen auf die Gartemperatur zu kommen, kann man im Airfryer ein 2. Gericht zubereiten.
    • auf Platz 2 und 3 sind hier der Elektroherd und die Mikrowelle

    Kochergebnis:

    • Das Kochergebnis war sowohl im Elektroherd, wie auch im Airfyer perfekt. Da man bei beiden auch durch die Sichtfenster den Garprozess kontrollieren kann, sind angekokelte Speisen kaum zu erwarten
    • Die Mikrowelle fällt hier etwas ab – das Fleisch war zwar in Ordnung, aber aufgrund der niedrigeren Temperatur bräunte die Panade nicht richtig

    Reinigung:

    • Bei der Reinigung gewinnt ganz klar der Airfryer: meistens reicht ein durchwischen mit einem Zewa-Tuch um Feuchtigkeit und Fett aus dem antihaftbeschichtetem Garkorb zu entfernen. Der Einsatz ist dazu Spülmaschinengeeignet.
    • Auf Platz 2 ist hier die Mikrowelle, da sich der kleinere Garraum bequem reinigen lässt und auch eine Selbstreinigungsfunktion hat
    • Der Elektroherd ist hier Schlusslicht – die Innenreinigung eines Herdes ist aufgrund der großen Flächen zeitaufwändiger und bei Herden, die auf dem Boden stehen nur beschwerlich im Knien möglich. Auch das schrubben des Grillrostes ist zeitaufwendig denn da er nicht Antihaftbeschichtet ist brennen sich hier gerne Lebensmittel fest.

    Kommen wir zur finalen Punkteverteilung:

    Eletroherd Mikrowelle Airfryer
    maximale Nahrungsmenge
    per Durchgang
    3 1 1
    maximal erreichbare
    Temperaturen
    3 1 3
    Energiekosten 1 1 3
    7 3 7
    Garzeitdauer 1 1 3
    Kochergebnis 3 1 3
    Reinigung 1 2 3
    5 4 9
    Gesamt 12 7 16

    Mann sollte es nicht glauben, aber der altehrwürdige Grill holt sich mit nur 4 Punkten Abstand auf den Airfryer einen guten 2. Platz. Die aufwendige Reinigung und das energieverschwendende und zeitaufwendige Vorheizen kosteten letztlich den Sieg. Was das Ergebnis bei der Speisenzubereitung angeht, da gibt es keinen Unterschied zum Airfryer.

    Der Airfryer kann bei der Geschwindigkeit punkten ist aber eher für Single Haushalte oder kleinere Portionen ideal.

    Die Mikrowelle konnte in keiner Rubrik wirklich überzeugen und landet deshalb auf dem letzten Platz. Trotzdem ist sie in der Küche unerlässlich: Ihre Werte liegen aber ganz klar in anderen Disziplinen. Das auftauen von gefroren Lebensmitteln, das schonende erwärmen von flüssigen Speisen oder Eintöpfen, das schnelle erhitzen von Flüssigkeiten – das sind die Kernkompetenzen einer Mikrowelle. Ebenso ist die Kombination verschiedener Funktionen ein Pluspunkt: Grill + Mikrowelle beispielsweise – die Mikrowelle taut ein gefrorenes Stück Fleisch von innen auf und gart es und der Grill macht es kross und appetitlich.

    Und? Was meint ihr? Nutzt ihr einen Airfryer oder tut es bei euch auch der gute alte Küchenherd? Und würde euch so eine Mikrowelle mit Zusatzfunktionen reizen?

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