Linux

  • Microsoft Office LTSC Lizenzen = Microsoft 2026 entspannt ohne Spionage nutzen.

    Hidiho liebe Community! Heute wird’s mal wieder technisch – es gibt etwas aus dem Bereich PC – genauer dem Bereich Software und speziell handelt es sich dabei ganz besonders um Microsoft-Produkte aus dem Office-Bereich. In diesem Beitrag dreht es sich um die Microsoft Office LTSC Lizenzen.

    Microsoft O365 Abo oder Microsoft Office LTSC Lizenzen – es gibt wichtige Unterschiede

    Ihr kennt ja sicher das Problem, dass Microsoft euch gerne das Office 365 Abo aufschwatzen möchte. Das hat seine Vorteile aber auch einen nicht zu unterschätzenden Nachteil (dazu später) – aber kennt ihr auch die Möglichkeit statt dem schwatzhaftem Abo-Modell die relativ sicheren und viel verschwiegeneren Microsoft Office LTSC Lizenzen zu nutzen?

    Das LTSC steht für Long-Term Servicing Channel (langfristiger Wartungskanal) – was bedeutet, dass dies stabile Versionen sind, die zwar keine neuen Funktionen bekommen (die eventuell Bugs enthalten), sondern nur die notwendige Sicherheitsupdates – im Gegenzug aber auf Datentechnisch bedenkliche Features wie OneDrive und Co. verzichten müssen (was ich aktuell als existenziell wichtig einschätze!).

    Dazu kommt, dass diese Lizenzen per Einmal-Kauf erworben werden. Es gibt keine jährlichen Abo-Abbuchungen, sondern Du zahlst einmalig und kannst das Produkt „lebenslang“ nutzen (wobei Lebenslang hier 5 Jahre bedeutet, denn der Support erstreckt sich bei den LTSC-Modellen auf 5 Jahre. Bei Office 2024 ist also 2029 Schluß!)


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    Hört sich gut an? Es wird noch besser: diese Versionen kannst Du für total kleines Geld bei verschiedenen Software-Händlern im Internet bekommen. Zwar nur den Key – aber bei der Bestätigungsmail mit dem Kaufnachweis bekommst Du generell einen Downloadlink und kannst die Software dort herunterladen um sie zu installieren.

    Und mit kleinem Geld, meine ich WIRKLICH KLEINES GELD! Haltet euch gut fest: Ich habe für ein Bundle von 3 Microsoft Windows 11 Pro Lizenzen, 3 x Microsoft Office 2024 Pro, 3 x Microsoft Project 2024 Pro und 3 x Microsoft Visio 2024 Pro insgesamt 29,99 € bezahlt. Nein, nicht für jede Lizenz, sondern für alle 12 Lizenzen – das macht unter 3,00 € pro Lizenz.

    Als Tip: wenn Du gebrauchte Rechner hast und willst die verkaufen, dann kannst Du die mit diesen Microsoft Office LTSC Lizenzen Versionen vorinstallieren. Der neue User hat einen gebrauchsfertigen Windows-Rechner und kann sofort loslegen, Du musst keine deiner eigenen Lizenzen abgeben und für einen vorinstallierten Rechner mit Office kannst Du den Preis noch mal um etwas erhöhen.

    Microsoft Office LTSC Lizenzen - 365 Abo-Modell(Bild oben: das Microsoft O 365 Abo-Modell. Es hält dein Office immer aktuell – es gibt dafür auch die Möglichkeit über den „Insider-Channel“ (also quasi als Beta-Tester) neue Funktionen vor offizieller Veröffentlichung zu testen, aber es hat einen Pferedefuss: es ist halt sehr freizügig was die Übertragung deiner Daten an Microsoft-Server angeht. Als Office-Programme sind Word, Excel, Powerpoint, Outlook, Notes, Publisher, Access und Copilot integriert.)

    Microsoft O365 Abo oder Office LTSC?  Es gibt gewaltige Unterschiede beim Preis..

    Es gibt bei der 2024er LTSC Office Pro Version nur einen Nachteil, den man aber sicher verschmerzen kann: das Programm „Publisher“ (eine Software um Drucksachen zu layouten) wird im Oktober 2026 als EOL (End of Lifetime) deklariert, nicht weiterentwickelt und Dateien lassen sich nicht mehr damit öffen (lt. Microsoft) – weshalb man es gar nicht erst ins LTSC 2024 Installations-Programm integriert hat.

    Microsoft Office LTSC Lizenzen - Office Pro

    (Bild oben: das Microsoft LTSC Lizenz-Modell kommt ohne die schwatzhaften KI-Features wie Copilot daher und hat nicht das volle Software-Portefolio wie das Abo-Modell. Es fehlen Publisher und Copilot. Publisher ist als Software als EOL (END OF LIFETIME) bereits zum Oktober diesen Jahres abgekündigt worden und Copilot ist eine KI-Software, der ich nicht so ganz vertraue und für die es ein Abo-Modell gibt, welches Extra-Kosten verursacht. Die wichtigsten Kernprogramme des Office-Pakets sind jedenfalls vorhanden.)

    Das O365 Abo – ich benutze zurzeit das Family Modell hat dann seine Vorteile, wenn man ein kleines Familien-Netzwerk hat oder wie ich mehrere Rechner. Ich muss auch sagen, dass das Microsoft Family-Abo durchaus von Vorteil sein kann:

    Microsoft Office LTSC Lizenzen - das Microsoft 365 Lizenzmodell
    (Bild oben: Das Family-Abo ist für jemanden wie mich, der ständig mehrere Rechner im Einsatz hat das preislich attraktivste Modell. Aktuell sind es ein MacBook Pro von Apple, sowie mehrere Geräte von HP: ein ZBook (zum Test), ein X360 Convertible, ein HP X2 Tablett, ein Omnibook 16 X-Flip (zum Test) und natürlich mein Medienserver (zum Beitrag). Das Abo kostet bei jährlicher Zahlweise 90,30 €. Teilt man das durch die maximale Anzahl von 6 Rechnern, dann zahlt man pro Jahr 15,05 € für einen Rechner. Etwas über ein € im Monat? Das finde ich nun wirklich nicht überteuert – vor allem, wenn man bedenkt, dass auch Apple-Geräte genutzt werden können.)

    Was den Preis angeht, da kann man Microsoft nun wirklich keine Halsabschneiderei vorwerfen. Beim Family-Modell, wie ich es nutze (da ich ein umfangreiches Test-Equipment zu Hause habe), verteilen sich die 90€ Jahresbeitrag auf 6 Rechner – das sind 15€ pro Jahr. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass jeder User bis zu 1 Terabyte Onlinespeicher kostenfrei dazu erhält, was ich für wahnsinnig viel erachte.

    Vergleicht man die die beiden anderen Cloudanbieter wie google und Apple und deren Cloudspeicherpreise mit denen von Microsoft, dann gewinnt Microsoft klar. Sowohl google wie auch Apple stellen dir für 200 Gigabyte 2,99 € pro Monat in Rechnung – für 2 Terabyte dann gleichmal über dreimal so viel – nämlich 9,99 € pro Monat. Und damit ist tatsächlich nur der Speicherplatz in der Cloud gemeint und nicht noch die Nutzung etlicher Office-Programme.


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    Wie in der Bildbeschreibung bereits erwähnt läuft das Microsoft Office Abo auch auf Android Smartphones und Apple-Geräten – man kann sich also sowohl die google Cloud und die teure Apple Cloud sparen und das Microsoft Modell nutzen.

    Cloud? Nein bitte Cloudfrei! Wir möchten keine Spionage!

    Nun müssen wir uns aber leider vergegenwärtigen, dass das übertragen von Daten in eine Cloud aus mehreren Gründen problematisch sein kann:

    1. bei Datenverlusten haftet der Betreiber der Cloud nur in Ausnahmefällen, bzw. nur zu in den AGBs maximaler Höhe. Da die Beweislast beim Nutzer liegt und sich die Höhe eines Schadens kaum beziffern lässt ist das problematisch.
    2. Daten werden zwecks Indizierung beim hochladen gescannt und die Inhalte katalogisiert. Hast Du dich noch nie gewundert, warum dir die ganzen Bildergalerien von Google, OneDrive mit schöner Regelmäßigkeit eine Fotomontage erstellen, was Du an Tag X jeweils an verschiedenen Jahren getan hast? Oder warum Du bei der Suche von Bildinhalten auch Bilder in deiner Cloud angezeigt bekommst?
    3. Werden strafrechtlich relevante Inhalte hochgeladen (dazu reicht schon das Foto deines plantschenden Babys in einer Badewanne), wird dein Account zur Beweisfindung gesperrt, Du hast keine Möglichkeit mehr auf die Daten zuzugreifen und die Staatsanwaltschaft meldet sich auch bald bei dir.
    4. Auf Anforderung durch die amerikanischen Sicherheitsbehörden muss der Cloud-Dienstleister jegliche Daten zur Sichtung bereitstellen – egal was in den abgeschlossenen Verträgen zur Stillschweigen-Vereinbarung steht. Besonders bei Verträgen über Kooperationen, Preise und Patentschriften sehe ich hier große Gefahr für Unternehmen (weshalb ich von der ersten Sekunde an ein Feind der Cloud war – aber wer hört schon auf die Leute, die Ahnung von der Materie haben. Sehen wir ja seit Jahrzehnten beim Thema Klimaschutz).

    Wer als Privatperson kein Problem damit hat, dass Microsoft weiss, wem er in Word einen Brief schreibt, an welche Mail-Adressen er über Outlook seine Post verschickt und Fein damit ist, dass Microsoft über die Personen und Termine in seinem Outlook Rückschlüsse auf Beziehungen zu anderen Personen erlaubt, der ist fein raus. Ich entwickele leider mit Blick auf die Alleinherrschaft der USA eine gewisse Paranoia.

    Nichts erscheint unmöglich – deshalb will ich mich unabhängig von irgendwelchen Servern machen auf denen meine Daten liegen und jederzeit eine fremde Kontrollinstanz Zugriff hat. Und genau HIER kommen die LTSC Lizenzen zum Einsatz!

    Datenschutz fängt schon ganz woanders an: Social Media..

    Wer sich von den ausländischen Datenkraken unabhängig machen will, der muss ganz, ganz tiefgreifende Änderungen an seinem Leben durchführen – das muss klar gesagt werden, denn das fängt schon bei Social Media an. Willst Du auf Whatsapp, Instagram, X verzichten? Was ist mit der Internet-Nutzung? Willst Du Chrome als Browser nicht mehr einsetzen? Google nicht mehr als Suchmaschine nutzen oder gar deren Smartphone Betriebssystem ANDROID auch nicht mehr auf dem Handy haben?

    Einiges könnte man sicherlich kompensieren – aber wenn wir ehrlich sind, würde es nicht viel nützen. Egal ob Du Signal auf deinem Smartphone hast, es auch hinlänglich bekannt ist, dass Whatsapp dich ausspioniert – Du bekommst die Menschen nicht dazu, deren geliebte Plattform zu verlassen. Wie Lemminge bleiben Sie da, wo sich die Mehrzahl ihrer Kontakte aufhält und geben anderen Social Media Plattformen, die Datenschutztechnisch unbedenklich sind, nicht mal eine Chance, weil sie sich weigern die zu installieren.

    Sich aus dem Beeinflussungsbereich von Zuckerberg, Musk und Co. zu entfernen, bedeutet also zwangsweise einsam zu sein.


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    Ein kompletter Bruch ist also fast unmöglich. Was nützt es dir, wenn Du auf deinem Rechner Linux installierst und mit Open Office deine Korrespondenz erledigst, wenn Du weiterhin ständig dein Smartphone mit Social Trackern mit dir rumschlörrst und Du aufgrund von nicht gesetzten Haken bei der Verweigerung der vielfältigen Datensammeloptionen google 24×7 weiß, wo Du die letzten Jahre warst?

    Auch wenn ich skeptisch bei der Datensammelwut der amerikanischen Konzerne bin – skeptischer bin ich bei Palantir und dem durchgeknallten Kopf dahinter, der auf der gleichen Paranoia-Stufe wie Elon M. rumgeistert.

    Dazu ist es eben auch nicht so einfach die Microsoft Office-Palette mal eben mit Open-Source Office-Software zu ersetzen. Das Microsoft Office ist quasi Standard und grade im Unternehmensumfeld gibt es Add-Ins (bsp. von SAP), die es eben nur für die Microsoft Programme gibt. Und das „Umerziehen“ eines Anwenders, auf eine Software mit einer anderen Benutzeroberfläche, der schon den Support anruft, wenn ein Icon nicht mehr an der gewohnten Stelle auf dem Monitor zu sehen ist? Das kannst Du komplett vergessen!

    Eine eher milde Abkehr wäre die weiternutzung der vertrauten Programme ohne KI-Funktionen, oder fraglicher Datentransfer in irgendwelche Clouds in USA und dafür mit einer Datenspeicherung im eigenen Netzwerk oder generell auf eigenen Sicherungssystemen. Dies wird zwar in einem Company-Umfeld sehr schwer umzusetzen sein, besonders bei verteilten Standorten – aber im privaten Bereich ist das eine schnell umsetzbare Lösung.

    Microsoft Office LTSC Lizenzen oder doch besser gleich Open Source Office?..

    Ob Open Office (jetzt mal als Gattungsbegriff für alle Open Source Office-Suiten da draußen) Microsoft Produkte ersetzen kann? Im ersten Moment sicher – wenn ich mich auf die Kernfunktionen beschränke. Textformatierungen in den Textprogrammen, Rechtschreibungsassistenten, Brief-Vorlagen oder Berechnungen in Tabellenkalkulationen: das wird gelingen – aber wenn es komplexer wird? Dann stoßen diese Programme an ihre Grenzen und wer sein Leben lang in Excel zeilenlange Excel-Abfragen geschrieben hat und sich nun komplett umorientieren muss oder erkennen, dass es eine wichtige Funktion nicht gibt, der wird ganz schön kotzen.

    Microsoft Excel bietet spezialisierte Funktionen, insbesondere in neueren Versionen (Office 365), die in LibreOffice Calc nicht oder nur in eingeschränkter Form verfügbar sind. Dazu gehören moderne Matrixfunktionen wie FILTER, SORTIEREN, EINDEUTIG sowie spezifische Datenanalyse-Tools wie Power Query. In Open Office fehlen sogar noch wesentlich mehr Funktionen, da die Integration vieler Funktionen, die in Excel 2010 oder neuer eingeführt wurden, wegen fehlender Entwicklung stagniert. Hier insbesondere:

    DATEDIF / DATUMDIF: Diese Funktion zur Berechnung von Differenzen zwischen zwei Daten (Jahre, Monate, Tage) fehlt häufig in OpenOffice Calc.
    Dynamische Arrays (ab Excel 2021/365): Funktionen wie FILTER(), SORT(), SORTBY(), UNIQUE(), SEQUENCE() und RANDARRAY() existieren in OpenOffice nicht.
    XVERWEIS / XLOOKUP: Der moderne Nachfolger von SVERWEIS/VLOOKUP ist in OpenOffice nicht integriert.
    Datentypen (Linked Data Types): Funktionen, die Daten aus dem Internet beziehen (wie Aktienkurse oder Geografie), fehlen in OpenOffice.
    VBA-Makro-Kompatibilität: Zwar hat OpenOffice einen VBA-Adapter, jedoch sind komplexe Excel-VBA-Funktionen nicht direkt übertragbar.

    der Autor

     

    Ja, es geht hier nicht um die Verwaltung deines Stromverbrauchs in Excel – da wirst Du mit alternativen Office-Suiten niemals an deren Grenzen stoßen, aber im kritischen Unternehmensumfeld mit hunderten unterschiedlichen Datenströmen, die erfasst und berechnet werden sollen?

    Hier setzt also die Überlegung an, dass man nicht auf Produkte setzt, die trotz monatelanger Einarbeitung dann doch nicht genutzt werden können, sondern Produkte einsetzt, die weitestgehend Datenschutzkonform sind und eine reibungslose Benutzung gewährleisten.

    Das bringt uns wieder zu den Microsoft Office LTSC Lizenzen, die man im Internet günstig erwerben kann. Ich will hier keine Empfehlung abgeben, aber Webseiten wie Lizenz-Guru, Best Software, Technikmarkt Aschaffenburg, Lizenz-Guru usw. bieten solche Pakete an. Da es starke Preisschwankungen gibt, lohnt sich auf jeden Fall der Preisvergleich und auch ob es sich um Accountgebundene Software handelt, denn wenn ein Microsoft Account benötigt wird, dann ist das ziemlich sinnfrei.

    Auch ob es sich um „Rückläufer“ von Unternehmen, die die Lizenzen nicht mehr benötigen handelt, denn solche Lizenzen sind nochmals deutlichst günstiger zu bekommen. Wie dieses Lizenzen wieder auf den Markt kommen? Da gibt es einige Möglichkeiten:

    • Insolvenzen
    • Abbau von Abteilungen bzw. Umstrukturierungen
    • Überlizenzierungen
    • Migrationsprojekte
    • Wechsel auf neue Versionen oder Open Source Software
    • Umstellung auf Cloud-Angebote und Mietmodelle

    Es gibt also einen Markt für diese Lizenzen und es ist auch rechtlich in Ordnung derlei Lizenzen zu erwerben.

    Dazu sagt google folgendes:

    Der Kauf gebrauchter Softwarelizenzen (z.B. Microsoft Office, Windows) ist in der EU legal, oft deutlich günstiger (bis zu 80 % Ersparnis) und durch den EuGH grundsätzlich zulässig. Erschöpfungsgrundsatz bedeutet, dass sich das Verbreitungsrecht des Herstellers mit dem Erstverkauf erschöpft. Wichtig ist der Nachweis der Lizenzkette, um Plagiate zu vermeiden. der Autor

    Es spricht also nichts dagegen, diese Software einzusetzen.

    Ein Wort nochmal zu den Preisen, denn da sollte man folgendes im Hinterkopf haben:

    Für ein O365 Family-Abo, welches ich auf 5 Rechnern, bzw. mit 5 anderen Presonen nutzen kann, bezahle ich 90,00 € jährlich – also knapp 15 € pro Person und pro Jahr. Wenn ich eine LTSC-Lizenz mit einer maximalen Laufzeit von 5 Jahren (aktuell ja nur noch 3 Jahre, denn die neueste Office-Version ist ja bereits von 2024 und hat damit schon 2 Jahre im Nutzungszyklus auf dem Buckel) erwerbe, dann sollte die natürlich nicht mehr kosten. Legt man die 15 € pro Jahr zugrunde, dann sollte eine LTSC Lizenz maximal 50 € kosten – aber keinen Cent mehr!


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    Preise von 160,00 € bis über 400,00 € sind deshalb völlig überzogen – vor allem, weil es auch dort nirgendwo einen Lizenznachweis oder ein Installationsmedium gibt, sondern es gibt generell nur einen Aktivierungskey und per Mail die entsprechenden Links zu den Installationsmedien. Sollte Microsoft aus welchen Gründen auch immer den Key sperren und man hat keinen Nachweis, dann sieht es schlecht aus.

    Dazu folgende wichtige Info:

    Microsoft Office 2024 LTSC Professional Plus ist für Endkunden nicht erhältlich. Dieses Programm steht nur in Rahmen von Volumenlizenzverträgen zur Verfügung. Beim Bezug von Lizenzen aus einem Volumenlizenzvetrag werden nur Nutzungsrechte eingeräumt, eine Lizenz wird nicht erworben. Ein Nutzungsrecht ist nicht mehr gültig, wenn die Anzahl der zulässigen Aktivierungen im Volumenlizenzvertrag erreicht worden ist oder der Volumenlizenzvertrag nicht mehr besteht.

    Man muss sich also auf den Händler insoweit verlassen können, dass er die Anzahl der Lizenz-Keys korrekt erfasst, Keys nicht doppelt verkauft oder ähnliche Lizenz-Vergehen begeht. Ich empfehle bei diesen Anbietern auf jeden Fall die Bewertungen auf den entsprechenden Plattformen vorher zu lesen – gerade auch in Bezug auf Seriösität, Kulanz und wie lange der Händler bereits am Markt ist.

    Ich hoffe ich konnte euch das Microsoft Office LTSC Lizenzen -Modell etwas näherbringen und euch mit ein paar Infos versorgen. Und was meinst Du? Wann stellst Du dein Lizenzmodell um, oder ist dir das alles ein bißchen zu spooky?

    Der Autor hat diesen Beitrag über Microsoft Office LTSC Lizenzen ohne jegliche KI-Hilfe geschrieben. Er schickte Copilot weg, gab RankMath einen Korb und wies Claude rüde zurück. Es sollte in diesem Fall auch mal erwähnt werden, dass es wirklich noch möglich ist, Text von menschlichen Gehirnen formulieren zu lassen und die entstandenen Sätze für andere Menschen sogar verständlich sind. Der Autor hofft dies jedenfalls..

    der Autor

    Microsoft Office LTSC Lizenzen - Pro und Contra

    Preis/Leistungsverhältnis
    Funktionsumfang
    Kompatibilität
    Bedienung
    Installation
    Support

    Gesamtergebnis

    Wenn Du auf deinem Rechner das Office Paket von Microsoft einsetzt, dann hast Du mehrere Möglichkeiten der Lizenzmodelle: Zum einen gibt es das O365 Abo, welches sich jährlich verlängert und Du während der ganzen Laufzeit immer mit den neuesten Funktionen versorgt wirst - oder das LTSC Modell, welches per Einmalkauf für eine vordefinierte Laufzeit (aktuell 5 Jahre) lizensiert wird. Beide Lizenzmodelle haben Vor-und Nachteile. Während das O365 Abo Modell schwatzhafte KI-Software mitbringt, kommt das LTSC Modell fast verschwiegen bieder daher. Warum ich das LTSC Modell bevorzuge? Genau deshalb: Beim Preis/Leistungsverhältnis kann das LTSC punkten, da es nur den Bruchteil des Abo-Modells kostet (vorher Preise vergleichen!). Beim Funktionsumfang ist es zwar von den KI-Funktionen befreit und aktuell (2024) ist das Programm Publisher nicht mehr im Office Programm, doch die Software Publisher ist zum Ende Oktober abgekündigt worden und wird nicht mehr funktionieren. Die Kompatibilität ist genauso gegeben wie mit dem Abo-Modell - da gibt es keine Unterschiede. Auch bei der Bedienung und der Installation ändert sich nichts - außer dass man keinen Microsoft-Account braucht.

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  • PC mit Musik booten? Grub macht es einfach möglich..

    Hidiho liebe Community! Heute gibt es mal einen kleinen Beitrag zu GRUB – dem Bootloader, der normalerweise mit auf deine Festplatte installiert wird, wenn Du ein Linux Betriebssystem auf deinem PC nutzen möchtest. Denn der hat ein nettes kleines Feature – du kannst deinen PC mit Musik booten.

    Windows Bootloader oder GRUB – es gibt da feine Unterschiede..

    Im Gegensatz zum Windows Bootlader, der von Windows automatisch auf deinen Rechner kommt, wenn Du mehr als ein Windows Betriebssystem installiert hast ist GRUB fast vollständig anpassbar. Doch dazu gleich mehr – befassen wir uns zuerst mit dem Windows Bootloader von Microsoft..

    PC mit Musik booten - easyBCD unter Windows(Bild rechts: Dank kleinen Tools wie EasyBCD kann man relativ komfortabel den Windows Bootloader konfigurieren: Text der Einträge ändern, hinzufügen, Reihenfolge ändern – selbst auf andere Betriebssysteme verweisen, falls Du noch andere Betriebssysteme hast. Mal ’ne Frage in die Runde: Was ist eigentlich aus dem BE OS geworden?)

    Den Windows Bootloader hast Du auf deinem PC höchstwahrscheinlich noch nie gesehen – wie auch, der wird erst aktiv, wenn Du mehr als ein Microsoft Windows Betriebssystem auf dem Rechner installierst. Der Windows Bootlader ist funktional (wenn man das Wort stinklangweilig vermeiden will) hat einen einfarbigen blauen Hintergrund, die Icons sind fest vorgegeben und eine Möglichkeit dort etwas zu verändern ist schlichtweg von Microsoft nie auf der „to Do-Liste“ aufgetaucht. Man kann die Einstellungen begrenzt aus der Windows Konsole mit dem Befehl ‚bcdedit‘ im Pfad „%WINDIR%\System32\bcdedit.exe“ ausführen, aber man benötigt klarerweise Administratorrechte und das fummeln in der DOS-Box ist nervig! Und das meine ich echt so – tut euch das nicht an!

    Wesentlich einfacher dank einer grafischen Oberfläche mit „Point n’Klick“ funktioniert die Konfiguration des Bootloaders mit kleinen Tools wie „EasyBCD“, das für Privatpersonen kostenlos ist und völlig ausreichende Funktionalität bietet. Schicker wird der Bootloader aber deshalb nicht.

    Klar, kann man jetzt argumentieren: „was soll’s! Das doofe Ding siehst Du nur einmal kurz beim Systemstart und dann nie wieder“, aber es sind eben diese Kleinigkeiten, die andere Betriebssystem einfach auch noch auf dem Schirm haben.


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    Der GRUB ist da wesentlich durchdachter und seine Konfiguration ist sowohl intelligenter und einfacher, als auch umfangreicher als das öde Windows Pendant.

    Der GRUB – ein Bootloader wie er sein sollte!

    Um Grub anzupassen mus man nicht Befehlszeilen-Jongleur sein – obwohl das natürlich unter Linux die beliebtere Variante ist, denn alle LINUX-Admins haben einen Konsolen-Fetisch.  Ich schwöre – die benutzen zur Steuerung des heimischen TVs nicht die Fernbedienung, sondern haben da irgendwelche Skripte auf ihren Smartphones um den Glotz-O-Maten zu steuern – so verstrahlt sind die, echt! Ganz so verpeilt und Kommandozeilensüchtig sind wir Windows-User glücklicherweise noch nicht..

    PC mit Musik booten - Paketverwaltung unter Linux(Bild links: über die Paketverwaltung lässt sich der grub-customizer nachinstallieren. Mit dem lassen sich Themes für eine schicke Oberfläche nachinstallieren oder auch Boot-Sounds aktivieren. Eine der Vorarbeiten um den PC mit Musik booten zu können.)

    Der Grub lässt sich nicht out of the Box per grafischer Benutzeroberfläche konfigurieren – aber unter LINUX gibt es Tools, die sich easy finden und herunterladen lassen um diese Funktion zu implementieren. Unter Linux Mint ist das das Paket „grub-customizer„, welches sich bequem über die Paketverwaltung nachinstallieren lässt.

    Die Grundkonfiguration macht GRUB ziemlich zuverlässig von ganz allein. Er erkennt das Linux-Betriebssystem, verweist auch netterweise auf das installierte Windows (da könnte sich der Microsoft Bootloader mal eine Scheibe von abschneiden, denn der ignoriert alles was nicht aus dem Hause Microsoft kommt  und überschreibt sogar den GRUB, wenn man ein Windows auf einem Rechner installiert, auf dem ein Linux ist) bietet auch verschiedene Rettungsoptionen an und die Option mittels Kommandozeile Befehle auszuführen. Der GRUB ähnelt in dieser Hinsicht stark „CLOVER“ einem Bootloader, der bei Hackintosh-Systemen häufig zum Einsatz kommt.

    PC mit Musik booten - Hackintosh mit Clover Bootloader(Bild rechts: ein Hackintosh – hier ein altes ZBOOK G3 – ist ein Apple Betriebssystem auf PC-Hardware. Apple sah so etwas gar nicht gern – genauso wie die Jailbreaks bei deren Smartphones und mit den neuen Prozessor-Modellen, die nicht mehr auf INTEL-CPUS basieren, ist das Thema Hackintosh jedoch immer unbedeutender geworden.)

    „Hackintosh“ ist ein Kunstwort, bestehend aus „Hacken“ und „Macintosh“, was bedeutet, dass hier unter Umgehung der Hardware-Bindung die normalerweise ausschließlich mit Apple-Hardware funktioniert, das APPLE OS auf wesentlich günstigere PC Hardware installiert wird. Auch dier meist eingesetzte Clover Boot-Loader war komplett anpassbar: Icons im PNG Format, Hintergrundbilder, Schrift.

    Jetzt aber: Mukke an – und ab geht die Lucy!

    Ihr merkt: Bootloader können was. Eigentlich kann jeder mehr als der pieselige Bootloader von Windows. Und jetzt kommen wir endlich auch zu dem von euch gespannt erwartetem Teil: PC mit Musik booten!

    Unter Windows gibt es ja – je nach Einstellungen – eine relativ große Wave-Datei, die beim Start abgespielt wird. Damit dies geschieht muss aber erst das Betriebssystem geladen werden, der Treiber für die Soundkarte ebenfalls und dann muss das Startscript korrekt ablaufen. Wenn dann noch die Energieeinstellungen falsch sind, dann kann der Startsound auch schon mal irgendwo im Nirgendwo versanden.


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    Der Grub geht komplett anders vor: er pfeift auf die Treiber der Soundkarte, denn er gibt die Soundausgabe an den integrierten PC-Lautsprecher aus (genau, das ist das Ding, das tutet, wenn Du den PC einschaltest!). Er pfeift auch auf eine große Wave-Datei, dennn er gibt die Signale in Tonlänge und Frequenz in folgender Syntax an: GRUB_INIT_TUNE=“tempo [pitch1 duration1] [pitch2 duration2]..

    Das Tempo ist die Basis für die Notenlänge der kompletten Sound-Datei. Die Zahl 60 steht für einen einsekündigen Ton, 120 ist eine halbsekündige Tondauer und so weiter. Pitch gibt die Frequenz in Hertz an. Wenn der Pitch auf Null  gesetzt ist, entspricht das einer Pause.

    Leider gibt es keinen einfachen Konverter um Sound-Dateien umzuwandeln, doch es lassen sich mittels eines Skripts Midi-Dateien in das entsprechende Format umwandeln. Das Script ist allerdings von 2018 und ich halte es für ziemlich fummelig.

    PC mit Musik booten - GRUB anpassen(Bild oben: Hier ist der Eintrag in den du den längeren Zahlencode einfügst. Achte darauf, dass GRUB den auch übernimmt, indem du direkt speicherst und den Eintrag auch in den MBR einträgst, sonst hörst Du wahrscheinlich beim nächsten booten nichts und das GRUB_INIT_TUNE Feld ist immer noch leer, bzw. zeigt den Standardwert an. Achte auch darauf, dass der Haken gesetzt ist. Merke: Ohne Haken – keine Mukke..)

    Es gibt aber HIER einige fertige Sounds, die sich einfach in den GRUB integrieren lassen. Dazu einfach den Grub Customizer starten, in den erweiteren Einstellungen (unten der Button) den Eintrag den Eintrag GRUB_INIT_TUNE suchen und in das Feld rechts die Musikdefinition einfügen. Abspeichern nicht vergessen und auch nicht vergessen oben auf „in MBR eintragen“ zu klicken und schon beim nächsten Start dein PC mit Musik booten und dir ein kleines Liedchen spielen. Viel Spaß beim ausprobieren..

    Der Autor weiß selbstverständlich, dass dieses Wissen nicht existenziell wichtig für das überleben dieses Planeten und den Fortbestand des Homo Sapiens ist. Er hofft mit diesem Beitrag Menschen dazu zu bringen sich wenigstens eine zeitlang nicht über die ganzen Ungereimtheiten auf diesem Planeten aufzuregen. Und sei es nur weil sie damit beschäftigt sind ihren PC wieder ans laufen zu bekommen, alldieweil sie etwas falsch gemacht haben und der PC nicht mehr bootet. Es können ja nicht immer die Politiker an allem Schuld sein. Manchmal ist es auch der bekannteste unbekannte Blogger dieses Universums..

    der Autor

  • Die seltsame Eigendynamik von Internet-Diskussionen – ein (fast) wissenschaftliches Fallbeispiel der Doctor Nerd Labs

    oder: warum Diskussionen in sozialen Netzwerken ein Treffpunkt von Schimpansen Primaten sind..

    Anmerkung: Ein nicht ganz ernst gemeinter Beitrag zu meinen Erlebnissen bei Diskussionen in sozialen Netzwerken.

    In letzter Zeit bin ich wieder mehr in sozialen Netzwerken unterwegs. Neugewonnene Langzeitfreizeit und das bemühen um Gefolgsleute für die einzig wahre Religion der großen Schupfnudel, führen dazu, dass ich sowohl Beiträge in den Netzwerken veröffentliche, als auch wieder mehr kommentiere. Dabei ist mir aufgefallen, dass ca. 90% der Beitragsleser etwas völlig anderes verstehen, als das, was man eigentlich durch relativ klar verständlich formulierte Sätze schreibt. Um diesem Phänomen auf die Spur zu kommen, haben die formidablen Doctor Nerd Labs (die seit mehreren Jahren fester Bestandteil von NERD-O-MANIA sind) eine Ursachenforschung durchgeführt. Das Ergebnis im Anschluss:

    Diskussionen im Internet? Da muss man sich von Gesprächskultur, Empathie-Vermögen und gesundem Menschenverstand anderer Diskussionsteilnehmer ganz schnell verabschieden. Wie sich eine typische Diskussion entwickelt zeigt dieser – nicht ganz ernst gemeinte – Beitrag.. Doctor Love

    Vorab das traurige Fazit: Die Bundesbürger – besonders die Jüngeren – sind der deutschen Sprache nicht mehr mächtig. Die Dr. Nerd Labs haben in Studien herausgefunden, dass der Sprachschatz eines Deutschen Durchschnitts-Teenagers tatsächlich nur 3 Worte umfasst, mit denen er im täglichen Miteinander mit anderen Geosphären-Mitbewohnern kommuniziert. Mit den 3 Kurzlauten “cool”, “geil” (je nach Bildungs-Niveau auch fälschlicherweise “goil” ausgesprochen und geschrieben) und “lol” ist der Neumensch scheinbar ausreichend Vokabularumfangsmäßig gerüstet, und in der Lage alle Sätze zu bilden, um an tiefsinnigen Diskussionen über Weltpolitik, Philosophie oder Kultur teilzunehmen.Gütesiegel Zahnrad

    (Bild links: Das wurde mal Zeit – ein Bloggersiegel der Dr. Love Labs für 100% genialen Bloginhalt. Es gibt nichts besseres!)

    Die Reduzierung des Wortschatzes ist natürlich auch für Deutschlehrer von Vorteil. Denn je weniger Worte die deutsche Sprache umfasst, umso weniger müssen die Lehrer den Schülern beibringen. Nach Rückfragen der Doctor Nerd Labs haben die Kultusministerien bereits Pläne in der Schublade, wonach Deutsch nur noch 3 Jahre in den Schulen gelehrt werden soll. Die Begründung von dort: “Der deutsche Sprachschatz enthält viele Wörter, die im täglichen Leben niemals benutzt werden. Wir sehen die Entwicklung der Sprache auf einen überschaubaren komprimierten Sprachschatz als den Weg in die richtige Richtung – wir müssen schließlich überall sparen.. ”

    Die Reduzierung des Sprachschatzes bringt aber auch Nachteile mit sich. Die durch Umwelteinflüsse, wie ständig auf neue Nachrichten von Twitter, Facebook o.ä. Netzwerken auf sich aufmerksam machende Smartphones, die dabei blinken und zwitschernde oder andere nervtötende Töne von sich geben, stark abgelenkten Jungbürger,  verstehen viele längere Wörter  “der alten Sprache” nicht (Dieser Beispielsatz wurde von keinem einzigen pubertierenden, jugendlichem Heranwachsendem verstanden – P.S. Dieser auch nicht). Dadurch kommt es häufig zu inhaltlichen Fehlinterpretationen von Sätzen.


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    Dies tritt nicht nur bei aus Wörtern zusammengesetzten Inhalten auf, sondern erschreckenderweise auch bei Bildern. Die Doctor Love Labs haben ein Experiment in mehreren sozialen Netzwerken durchgeführt – mit fatalem Ergebnis!

    Selbstredend war uns für dieses Experiment nichts zu teuer. Wir haben also eine Investition in ein für das Experiment dringend benötigtes Testobjekt getätigt, um ein angepasstes und für alle Netzwerke gleiches Testumfeld zu schaffen.

    Die seltsame Eigendynamik von Internet-Diskussionen - ein (fast) wissenschaftliches Fallbeispiel der Doctor Nerd Labs

    Wir denken, dass es die Investition von 21 Eurocent wert war. Wir spielten zwar erst mit dem Gedanken die Kosten durch Crowd Funding vorzufinanzieren – entschieden uns aber aus Zeitgründen dagegen. Trotzdem sind wir natürlich für Spenden die eine baldige Refinanzierung ermöglichen – und um Kapital für weitere Forschungen zu ergattern – dankbar!

    Nach längerer Beratung kamen wir überein: Das Testobjekt sollte technisch nicht zu kompliziert sein, und auch für minderintelligente Social Network-User (Achtung Anglizismus! Die korrekte Bezeichnung ist natürlich: ‘Zusammenrottung von schwer resozialisierbaren Menschen mit Schreib-und Leseschwäche’) noch einwandfrei identifizierbar.

    (Foto Links: noch steril eingepackt Das von den Doctor Nerd Labs erworbene Testobjekt für den großen ‘Social Network Mental Transfer-Test’ Bild Copyright Doctor Love Labs)

    Trotz Bedenkens einiger Dr. Nerd Labs Wissenschaftlern, dass viele Kinder und Jugendliche das von uns ausgesuchte Objekt nicht erkennen würden, da es in seiner Urform quasi nicht in Fastfood vorkommt, entschieden wir uns für ein Nahrungsmittel welches zumindest älteren Test-Teilnehmern noch bekannt sein sollte und Jugendlichen wenigstens in ähnlicher Form, wie dem Logo eines bekannten Computer Herstellers oder als Luftballon auf einem Kindergeburtstag schon mal untergekommen sein müsste. Wir waren gespannt inwieweit diese anspruchsvolle geistige Transferleistung von den Probanden erbracht werden könnte.

    Nach behutsamen Transport aus einer sterilen Frischeabteilung in der Nähe der Dr. Nerd Labs und nach vorsichtigem öffnen der Schutz-Verpackung unter Reinraumbedingungen, um das Testunikat nicht zu beschädigen wurde es für den anschließenden Test behandelt. Mittels eines geeichten Testzahnersatzes (ein großer Dank hier an dieser Stelle an den Großvater von Doctor Nerd für die Überlassung dafür notwendiger Hardware) wurde ein genau definierter Biss bei dem Test-Apfel durchgeführt und danach – noch bevor der zerstörerische Luftsauerstoff den Apfel verfärben und damit das Testergebnis verfremden könnte – sofort unter besonders geschützten klimatischen Bedingungen fotografiert.


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    Das Foto des Testapfels, den wir intern Malus Vulgaris 01 nannten, veröffentlichten wir dann kommentarlos in den sozialen Netzwerken und warteten was für Kommentare zu dem Apfelbild geschrieben werden würden. Selbstverständlich ließen wir die Fotodaten des Bildes mit den Kameradaten unangetastet.

    Testapfel (Foto Rechts: Das Testbild des Apfels – veröffentlicht in den sozialen Netzwerken. Was dann passiert ist Krieg!)

    Es dauerte ungefähr eine halbe Stunde, in der nichts passierte. Doch plötzlich durchbrach ein gewisser Heinz B. aus Bad L. (aus Datenschutzgründen und um die Privatsphäre der Mitwirkenden zu schützen werden im folgenden die Namen anonymisiert) die Leere des bis dahin textmäßig kahlem Monitor-Bildschirms: “wass’n dass für’n Scheiss?” schrieb er. Freudig nahmen wir zur Kenntnis, dass Herr B. einen erweiterten Sprachschatz hatte, der über die am Anfang angesprochenen 3 Wörter hinausging, auch wenn er bei einigen Worten noch unsicher in der Schreibweise war. Doch dieses vorpreschen des Testprobanden kennen wir auch aus der Familie der Primaten, wenn zum Beispiel Schimpansen unbekannte Gegenstände mit Stöcken bewerfen um heraus zu finden, ob der Störenfried Freund oder Feind ist.

    Heinz B. war ohne Frage ein Alpha-Tier.

    Der Kommentar war auch eine Initialzündung bei den anderen Netzwerkern – Um beim Beispiel der Schimpansen zu bleiben, schlichen nun vorsichtig auch andere Primaten, bzw. Netzwerk-Teilnehmer aus dem schützenden Dickicht des Internet-Dschungels um sich mit dem fremden Objekt zu befassen.

    Es dauerte deshalb nicht lange, und weitere Trockennasenaffen (Haplorrhini) begannen Buchstaben in die heimische Tastatur zu tapsen. Der Fotoamateur Egon W. aus S. fand die Tiefenunschärfe völlig übertrieben und die Farben zu verwaschen. Ca. 10 Sekunden nachdem der Kommentar veröffentlich wurde widersprach eine Frau Gerda N. aus D. energisch und fand “das Bild ist doch schön..”

    Nochmals 10 Sekunden später beschimpfte Egon W. die seiner Meinung nach blinde Gerda N. aufs übelste wegen Ihrer unqualifizierten Sichtweise von Fotos. Was Egon W. nicht wusste: Gerda N. mochte was Fotokunst anging, Amateurin sein – was Ihr Schimpfwort Vokabular anging war Sie ein absoluter Profi. In der Folge besorgte Sie es Egon W. deshalb Verbaloral – allerdings ohne Happyend.

    Während sich zunehmend weitere Kommentatoren auf beiden Seiten dieser beiden Netzwerker formierten und sich gegenseitig mit Nettigkeiten bedachten, die eigentlich unter das FSK18 Verbot fielen, fand ein NOKIA Lumia Besitzer anhand der Bild-Daten heraus, dass das Bild “nur” mit einem IPhone aufgenommen worden war. Er stänkerte, dass das Stillleben nur Schnappschussqualität hätte, der Lichtsensor des Iphones aus der Steinzeit wäre und pries natürlich sehr angeberisch im Gegenzug die überragende Kameraqualität des Nokia Smartphones an.

    Das hätte er besser nicht tun sollen, denn andere IPhone Benutzer lasen seine blasphemischen Kommentare und überschütteten nun Ihrerseits den Nokia User mit technischen Finessen, die das IPhone besser zu können in der Lage sein sollte, als das “schwule Nokia Kackteil” (Originalzitat).   Nach einer halben Stunde war die Diskussions-Runde von anfänglich 4 Kommentatoren auf 50 angewachsen und deshalb gut gefüllt.

    Applefanboys beschimpften Nokia Nerds, und alle zusammen waren gegen die, irgendwann fast unbemerkt ebenfalls in den Ring der Handyphone-Nutzer gestiegenen, Android Phone User. Keine 10 Minuten später waren bereits 647 Kommentare, welche hauptsächlich aus Schimpfworten bestanden, in der Kommentar-Historie.

    Auch die Silhouette des angebissenen Apfels erregte nun Aufmerksamkeit, bei einigen zufällig in die Streiterei geratenen SNUs (Social Network Usern) und Sie beschwerten sich vehement über die Schleichwerbung für einen Hersteller, der seine Produkte zu überteuerten Preisen verkauft, obwohl er die verhassten IPhones in Billiglohnländern fertigen lässt.

    Damit stießen Sie natürlich bei den von den Nokia Usern verächtlich genannten “Apple Fanboys” auf wenig Gegenliebe – worauf sich die Appleianer auf einen aufreibenden Zweifrontenkrieg einließen und in der Folge alle Anwesenden der anderen Interessengruppen aufs übelste beschimpften.

    Fast schien es so, als könnten die, seit einigen Minuten eingeigelten, und immer die gleichen Phrasen abfeuernden Anhänger der Apple Produkte – aus Ihrer Deckung heraus – gegen die beiden unnachgiebigen Gegner bestehen, doch dann tauchten wie aus dem Nichts einige Linux-Administratoren auf, die den Appleianern wegen Ihrem „abgeschottetem Betriebssystem“ gemein in den Rücken fielen und eine Lanze für Open Source Software brachen. Bei dieser Übermacht erwarteten wir quasi jede Sekunde die Kapitulation der Apple-Fanboys, doch dann posteten im buchstäblich letzten Moment einige Windows-Admins versehentlich zynische Sätze über das „Kindergarten-Betriebssystem Ubuntu“ und kamen damit ungewollt den Apple-Usern zu Hilfe, denn damit lenkten Sie folgerichtig den Hass der Linux Befürworter auf sich.

    So ging es stundenlang munter weiter – der Kampf wogte hin und her – es zeichnete sich kein klarer Sieger ab.

    Betty A. aus D.Ein weiterer Nebenkriegsschauplatz wurde während der Zeit noch eröffnet, als Mareike F. aus S. die Doctor Nerd Labs mit mahnendem Unterton darauf hinwies, dass es ja wohl eine Ungeheuerlichkeit wäre, einen angebissenen Apfel nur für ein Aufmerksamkeit haschendes Foto zu präsentieren, wo es doch Menschen auf der Welt gibt, die bitteren Hunger leiden und froh wären einen Apfel zu haben – selbst wenn er angebissen wäre. Nicht ganz einen Wimpernschlag später schrieb Ihr ein neu hinzu geeilter Kommentator, dass Sie “eine blöde Öko-Tusse ist, die besser wieder in Ihrem BIO-Laden das Personal nerven sollte”. Auch hier zeigte sich binnen Sekunden, dass die den Welthunger bekämpfende und aus tiefster Überzeugung alle Menschen liebende (so stand es jedenfalls in Ihrem Profil), harmoniebedürftige Dame ein umfangreiches Repertoire an Schimpfworten kannte.  Nach 2 –3 Wortwechseln füllten sich auf beiden Seiten die Reihen der Social Media Schützengräben, um den Gegner mit unschönen und sehr vulgären Worten zu bombardieren.

    (Foto Links: Die Kommentatorin Betty A. aus D.)

    Während quasi im Sekundentakt neue Beschimpfungen von allen Gruppen aufpoppten, und alle Kommentartoren gnadenlos für sich und Ihre Lebens-Überzeugung kämpften, betrat unbemerkt Betty A. aus D. die Community.

    Betty wunderte sich über die ganze Aufregung, fand aber, dass der Apfel eine geschickte zweideutige Symbolik auf die Vertreibung aus dem Paradies sei. Betty schrieb in Ihrem Profil auch, dass Sie seit kurzem Single ist und leider etwas leichtgläubig. Nachdem ich Ihre Fotos gesehen hatte, schrieb ich Ihr, dass die Visualisierung des Themas “Versuchung” auch genau der Sinn des Fotos war – und ob ich Ihr nicht die Forschungen der Doctor Love Labs im Allgemeinen und die Kirchenlehre der großen Schupfnudel im Besonderen in einem persönlichen kostenlosen Workshop näher erklären könnte.


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    Betty willigte erfreut ein, weil Sie den Abend nichts vorhatte. Sie hatte eigentlich für 2 Personen zu Abend gekocht, aber Ihre Freundin hatte plötzlich absagen müssen.

    Nicht ganz 1 Minute später war ich auf der Autobahn Richtung Betty.

    Ich habe keine Ahnung wie die Diskussion ausging – ehrlich gesagt: es interessierte mich auch nicht mehr. Hey Mann – mal im Ernst: glaubt Ihr, ich bleibe am PC sitzen, wenn ich so eine Hammerfrau treffen kann?

    Und was kannst Du nun aus der Geschichte für Lehren für’s Leben mitnehmen?

    1. Jeder sieht nur das, was er sehen will
    2. Kommentatoren schreiben mit Vorliebe etwas zu Dingen, von denen Sie keine Ahnung haben
    3. Egal, was Du für eine Meinung hast – es wird immer mindestens Einen geben, der Dir widerspricht
    4. wenn auf einem Foto ein Apfel ist – dann ist es ein Foto von einem Apfel – und nichts, aber auch wirklich NICHTS anderes!
    5. Wenn Du die Möglichkeit hast dich mit realen Menschen zu treffen, Du aber stattdessen lieber deine Zeit in sozialen Netzwerken verplemperst um dich mit Idioten rumzustreiten, bist Du selbst der größte Idiot!

    Datum letzte Änderung: 02.05.2014 06:13 Uhr

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