Krieg

  • Sonntagsgedanken: der 3. Weltkrieg = düstere Utopie oder erforderliche Reinigung des Planeten für einen Neuanfang?..

    Hidiho liebe Community! Heute phantasiere ich mal ein bisschen über ein düsteres Thema: den vielleicht gar nicht so unmöglichen 3. Weltkrieg – wem das Thema Gänsehaut bereiten könnte –  der sollte diesen Beitrag nicht lesen – oder eine doppelte Portion seiner Herztabletten verschnabulieren. Deshalb vorher die Triggerwarnung: Leute, es könnte für zarte Gemüter unangenehm werden.

    Koslowski never dies..

    Ich hatte ja schon mal vor etlichen Jahren (15 um genau zu sein) aus einer Laune heraus, einen Detektiv-Roman angefangen. Das Genre bezeichnete ich selbst als „Social-Fiction“ in Anlehnung an „Science-Fiction“ – nur, dass ich eher die sozialen Veränderungen der Gesellschaft und des Zusammenlebens in der Zukunft im Fokus hatte – nicht so sehr das technische und wissenschaftliche. Strahlwaffen, Raumschiffe, fliegende Autos? Nein, bei mir ging es eher um den Umgang mit knappen Ressourcen und dem Wandel der Gesellschaft.

    Die Hauptfigur Koslowski wohnt dabei in einem abgewracktem Hochhaus – die Erde ist im Jahr 2059 nach 2 großen Kriegen um die restlichen Ressourcen ziemlich am Arsch und von Recht und Ordnung ist nicht mehr viel übrig. Die Polizei wurde privatisiert, die Gehälter der Lohnbullen niedrig und Bestechung für das weggucken ist eher die Regel als die Ausnahme. Es ist also mehr ein überleben im Alltags-Dschungel, als ein bequemes Leben, wie wir es hier haben.

    Leider wollte sich mir damals keine zündende Story aufzwingen – das Projekt verlief kurz nach dem Start leider im Sande.

    der 3. Weltkrieg - Koslowski never dies..(Bild links: „Koslowski Selbstbildnis“. Jede Ähnlichkeit mit Deutschlands bekanntestem unbekanntem Blogger ist rein zufällig (naja, nicht ganz..))

    Nun, vor 15 Jahren war die Welt aber noch so halbwegs normal und nicht so ein Irrenhaus wie jetzt. Wer konnte damals ahnen, dass nicht ganz zwei Dekaden später, ein gewissenloser, narzisstischer, verlogener Tattergreis die USA und die ganze Welt in eine unstabile politische Lage bringen würde und andere Großmächte sich die Finger lecken, weil die NATO nur noch ein Trümmerhaufen ist und sie nun kaum noch Hemmungen haben müssen, um sich andere Länder und deren Rohstoffe oder Industrie einzuverleiben – schon allein, weil es die größte Militärmacht der NATO selber macht.

    Was stimmt mit diesem Planeten nicht? Eine Momentaufnahme..

    Aktuell kriselt es auf dem ganzen Planeten: Russland kämpft gegen die Ukraine um an deren Kornkammer, Erdgas und seltene Erden zu kommen, China hat schon länger ein Auge auf Taiwan geworfen, um sich deren CHIP-Fabriken unter den Nagel zu reißen, die USA schielt auf Grönlands Bodenschätze und bedient sich nach einem kurzen Scharmützel bereits an Erdöl aus Venezuela, ganz nebenbei führt Russland anscheinend schon einen hybriden Krieg mit Deutschland, der aber eher unterschwellig in den Nachrichten erscheint und natürlich wird die Welt nicht sicherer, wenn durch den Krieg der USA gegen den Iran auch die Golfstaaten und angrenzende Länder politisch destabilisiert werden.

    Und was macht Deutschland? Da haben wir so mit die unbeliebteste Regierung mit einem noch unbeliebterem Kanzler an der Spitze, der charakterlich das komplette Ebenbild seines Vorbildes in den USA ist: ein arroganter Narzisst, ohne einen Funken Selbstreflektion, ohne politische Erfahrung und ohne eine echte wirtschaftlicher Perspektive, der darüber hinaus sein Volk für faule Drückeberger hält. Dazu eine gesichert rechtsradikale Partei, die – auch aufgrund des unbeliebtesten Kanzlers Deutschlands – immer stärker wird und zum Teil fast 50% der Wählerstimmen in einem Bundesland bekommen hat. Nicht wirklich das, was man in solchen Zeiten braucht..

    Als Kirsche auf der Torte schmeißt ein Chefentwickler beim KI-Unternehmen Anthropic hin, weil er fürchtet, dass die KI in spätestens 10 Jahren die Menschheit auslöscht.

    Ich sag mal so: DIE KACKE IST AM DAMPFEN! ABER MAL SO RICHTIG!!

    Sonntagsgedanken: der 3. Weltkrieg = düstere Utopie oder erforderliche Reinigung des Planeten für einen Neuanfang?..(Bild rechts: Wird die Menschheit durch eigenständig denkende Roboter ausgelöscht? Ganz so drastisch und blutig wird es wohl nicht werden. Es reicht ja, wenn die Menschen durch die KI Arbeitslos werden, im späteren Verlauf die Konten und Kreditkarten gesperrt werden, und am Ende die Menschen wegen Mietschulden aus den Wohnungen gejagt werden. Zum überleben werden sich die Menschen dann schon selber umbringen Den Rest übernehmen dann ferngesteuerte Drohnen..)

    Dazu kommt zum einen eine zunehmende Hass-Kultur und eine ebenso erschreckende Verarmung der Bevölkerung – selbst in den reichen Industrieländern. Die Parteien beten Mantramäßig, dass die Bevölkerung sich auf Verzicht und Einschnitte vorbereiten muss um den Wohlstand weiter aufrecht erhalten zu können – übersehen aber geflissentlich, dass die Millionen von erwerbstätigen Bürgern finanziell auf dem Zahnfleisch gehen und sich das Problem ganz einfach lösen lassen könnte: man könnte beispielsweise zur Abwechslung das Geld mal dort abschöpfen, wo es reichlich vorhanden ist: bei den Reichen und Superreichen.

    Leider funktioniert dieses Muster der Bevölkerungsverarschung durch die Politiker weltweit, da die paar Superreichen durch geschickte Geldtransferierungen auf Konten von einflußreichen Politikern (das Wort Bestechung will ich nicht verwenden – aus der Vergangenheit weiß man ja, wie empfindlich manch Politiker auf Kritik reagiert), Beeinflussung durch deren eigene Medien und ständigem Brainwashing der Bevölkerung geschafft haben sich quasi in eine Dunkelwolke zu hüllen: Kommt die Frage nach fehlenden Steuermilliarden auf, dann denkt erstaunlicherweise niemand an die armen wohltätigen Milliardäre, die soviel für dieses Land tun.

    Die Bevölkerung ist mittlerweile so konditioniert, dass jeder, der solch eine Blasphemie von sich gibt, gleich als „linksgrünversifft“ gilt, dabei ist das Prinzip eines Sozialstaates doch eigentlich darauf ausgerichtet, dass die finanziell Stärkeren die Schwachen stützen – und wer könnte finanziell stärker sein als ein Milliardär?

    was wäre wenn?..

    Was würde aber passieren, wenn die Bürger sich plötzlich nicht mehr mit dummen Durchhalteparolen ruhig stellen lassen? Wenn die Existenzangst größer ist als Maul halten und weitermachen? Was wenn die Volksseele hochkocht und sich ganz offen gegen die reiche Klasse ausspricht? Wenn die ersten Steine Richtung Polizei fliegen, Geschäfte geplündert werden? Was wenn die Polizei mit Waffen gegen die „Aufständischen“ vorgeht? Was wenn es einen Flächenbrand gibt, der auch auf andere Länder übergreift, denn das Muster ist ja in jedem reichen Industrieland das selbe?

    Und was, wenn es bereits einen Plan gibt, der genau dieses Szenario abdeckt – und schlimmer noch, dass dieses Endzeit-Massaker mit Absicht inszeniert wird, weil es sich als opportune und optimale Lösung für die nächsten Jahrzehnte anbietet – und bei denen die reichsten der Reichen nach einem 3. Weltkrieg als strahlende Sieger hervorgehen? Du glaubst ich spinne?

    Denken wir mal ganz pragmatisch und lassen Menschenrechte, Ethik und dieses Gedöns mal weg, denn Menschenleben interessieren die Macher solcher Pläne am wenigsten:

    Wir wissen, dass die Ressourcen dieses Planeten endlich sind. Wir wissen auch, dass die großen Industrieländer jedes Jahr wesentlich mehr Ressourcen verbrauchen als der Planet imstande ist wiederherzustellen.

    der 3. Weltkrieg - Ressourcenverschwendung dieses Planeten

    (Bild oben: die Ressourcen dieses Planeten sind endlich. Das ist den großen Wirtschaftsnationen ziemlich wurscht. Grade Deutschland zeigt da im Vergleich mit wesentlich größeren Industrie-Nationen ein sehr verschwenderisches Verhalten: Während Deutschland mit etwas über 80 Millionen Einwohnern gleich mal die Ressourcen von 3 Erden verbraucht, schafft China mit der 18fachen Bevölkerungsmenge nur 2,4 mal die Ressourcen der Erde zu verplempern. Das ist insofern doppelt peinlich, weil China viele Energieaufwendige Waren in unserem Auftrag herstellt, die normalerweise bei uns gefertigt würde und unser Ressourcen-Ranking noch weiter verschlechtern würde (der Verbrauch ist auf den pro Kopfverbrauch berechnet) .

    Das nur mal zum Thema „whatsaboutism„, wenn mit den Fingern auf China gezeigt wird und wie verschwenderisch die mit Ressourcen umgehen. Wirklich verschwenderisch sind sowohl Quatar als auch die vereinigten Arabischen Emirate, die zusammen schon – pro Kopf berechnet – über 14 mal die jährliche Rohstoffmenge des Planeten verschwenden, weil die das quasi vor der Haustür aus dem Boden sprudelnde Erdöl verstromen um damit die unzähligen Klimaanlagen in der Wüste zu betreiben. Quelle: Statista)

    Ebenso wissen wir, dass die Chinesen vielen großen Wirtschaftsnationen ein Dorn im Auge sind. Die Chinesen fertigen schneller, flexibler – und vor allem stören dort nicht die ewig langsam mahlenden Mühlen einer Demokratie, weshalb die Vermutung besteht, dass die USA auch aus diesem Grund versuchen im Eiltempo eine Diktatur zu etablieren und diese menschenverachtende Regierungsform auch gerne in Europa als Standard hätte. Das ist im höchsten Maße pervers – aber Milliardäre sind alles andere als Menschenfreunde, das sollte mittlerweile wohl jedem klar geworden sein.

    Das etablieren einer Diktatur mit lückenloser Überwachungs-Software wie Palantir um Menschen zu knechten ist das eine – es bleibt aber das Problem, dass die Ressourcen des Planeten nicht für alle Großmächte reichen.

    Ein Krieg? Eine gewollte Dezimierung von alten und schwachen Menschen!

    Was, wenn es einen Plan gibt, der darauf abzielt die Hälfte oder noch mehr der Bevölkerung durch Kriege zu dezimieren? Natürlich hauptsächlich ältere Menschen, denn die sind bei einem Wiederaufbau hinderlich, weil sie nur Kosten verursachen, und aufgrund des Alters nicht mehr arbeiten. Was wenn der 3. Weltkrieg gewollt ist um wirtschaftlich und finanziell noch weiter nach oben in der Liga der Superreichen gespült zu werden?

    der 3. Weltkrieg - 5 Rings Theory(Bild rechts: Dass Krieg menschenverachtend und pervers ist haben wir in den letzten Jahren zur Genüge in den Nachrichten gesehen. Dass das zermürben der Zivilbevölkerung ein taktisches Mittel ist, um den Gegner von innen heraus zu besiegen, dazu gibt es militärische Theorien wie die „5 Rings Theory“ von John A. Warden III .)

    Wer Bilder aus dem aktuellen Ukraine-Krieg sieht, der sieht schnell, dass es nicht darum geht nur militärische Ziele zu zerstören. Das zerbomben von Wohnhäusern und ziviler Infrastruktur soll Zivilisten töten und die Bevölkerung kriegsmüde machen – eventuell sogar für einen Sturz der Regierung durch einen Volksaufstand in Stimmung bringen.

    Der Wiederaufbau nach der Zerstörung lässt die Kassen klingeln..

    Wenn Häuser und Städte zerbombt sind, müssen sie wieder aufgebaut werden – wie durch ein Wunder haben ja die Milliardäre auch ihr Geld im letzten Krieg nicht verloren, sondern konnten es nicht nur bewahren, sondern es irgendwie sogar vermehren. Milliardäre die Baufirmen innehaben, werden volle Auftragbücher haben und das Geld mit Muldenkippern in den heimischen Geldspeicher karren.

    Auch zerbombte Fabriken müssen wieder aufgebaut werden um für den Aufbau benötigte Waren zu produzieren – und die Inhaber von Maschinenfabriken werden sich ebenfalls eine goldene Nase verdienen. Aufgrund der reduzierten Bevölkerung gibt es keine Arbeitslosen, was den Staatshaushalt entlastet – und nach dem Krieg arbeiten die Überlebenden auch für einen Hungerlohn um etwas zu Essen kaufen zu können – ein weiterer Dominostein, der dafür sorgt, dass die ohnehin schon Superreichen noch reicher werden – die Tagelöhner aber ewig am Existenzminimum krebsen.

    Krieg ist asozial? Nicht für die Superreichen und deren Mindset..

    Du glaubst, den 3. Weltkrieg mit Absicht zu inszenieren wäre asozial? Ja, ist es nach unseren ethischen Maßstäben auch. Aber die Milliardäre ticken anders: Menschenleben? Drauf geschissen, solange es nicht das eigene ist, welches bedroht ist. Soziale Verantwortung? Ebenso! Hast Du das letzte Jahr unter Präsident Trump nicht mitbekommen?

    Wie ist der Reichtum in Amerika entstanden? Durch Sklaverei: man hat Millionen von Schwarzen in Afrika gefangen genommen und nach Amerika entführt.Nach Schätzungen sind zwischen 1,5 und 2 Millionen Farbige während den Seefahrten gestorben und wurden den Fischen zum Frass vorgeworfen. Die Überlebenden hatten keine Rechte, waren Leibeigene, durften vom Besitzer ungestraft gefoltert und bei Arbeitsverweigerung sogar getötet werden und selbst später – bis in die Apartheid-Ära der 1960er Jahre – durften farbige Bürger nicht wählen, mussten in Bussen hinten sitzen und bekamen in Amerika nur Hilfsarbeiter-Jobs. der Autor

    Wir sollten nicht vergessen auf was die Evolution der Menschheit und der Aufstieg und Fall vom Imperien beruht: Im Soft-Skill Bereich durch Täuschung, Lügen, Vertragsbrüchen, Ausgrenzug aufgrund anderer Ethnie, advokatischen Winkelzügen und Spitzfindigkeiten – bei den Hard-Skills durch Eroberungsfeldzüge, Versklavung, und Etablierung von Diktaturen.

    Ich fürchte, wir sind nur noch eine Fußspitze vom 3. Weltkrieg entfernt – und vielleicht hat er sogar schon begonnen..

    Der Autor entschuldigt sich vielmals für das zeichnen dieses düsteren Bildes der Zukunft. Aber ist dieses Bild unrealistisch? Der Autor glaubt nein – auch wenn sich der letzte Rest Menschlichkeit, den man sich bewahrt hat, sich weigert solch ein perverses Szenario als gewünschte Lösung einer reichen Minderheit zu akzeptieren. Aber Milliardäre werden nicht durch positive soziale Skills reich und um den Reichtum zu erhalten ist ihnen auch jedes Mittel recht. Der Autor entschuldigt sich in diesem Fall ebenso für eventuelle Schlafstörungen – bietet aber bei ganz schlimmen Albträumen eine Einschlafhilfe auf pflanzlicher Basis an: Abgabe nur mit Altersnachweis und in haushaltsüblichen Mengen..

    der Autor

  • Sonntagsgedanken: wenn die Welt nie mehr so sein wird wie früher – ein Leben in einer Zigarrenkiste..

    ..oder: Rente oder “Volkssturm”? – Vergänglichkeit ist ein Gesetz des Universums

    Hidiho liebe Community. Dieser Blogbeitrag wird wahrscheinlich nicht bei google in den Top Rankings erscheinen – es ist auch nicht beabsichtigt, denn er ist diesmal rein persönlicher Natur. Er enthält keine Review zu geiler Hardware, Tips zu Windows, neuen Apps, oder anderem technischen Schnickschnack, ist nicht stundenlang auf perfektes SEO getrimmt. Er ist einfach meine gesammelten Gedanken zur aktuellen Situation der Welt – aus meinem eigenen, ganz persönlichem Blickwinkel. Für alle, die das nicht interessiert – was ich verstehen könnte – ich bin niemandem böse deswegen, wenn er weiter zappt. Für alle anderen – die Reise in meine aktuell ziemlich nachdenkliche und besorgte Psyche beginnt genau jetzt:

    Sonntagsgedanken: wenn die Welt nie mehr so sein wird wie früher – ein Leben in einer Zigarrenkiste..(Bild links: ein Foto, das nachdenklich macht – Nein, ich meine nicht, dass mein leiblicher Großvater (in der Mitte des Bildes) ein richtig hübscher Kerl war, von dem ich mein Aussehen geerbt habe, sondern dass ich niemanden auf diesen Familienfotos kenne. Bestürzender sind aber die Inhalte der Feldpostbriefe meines leiblichen Großvaters, der im Krieg in Russland fiel.)

    Als ich letztes Jahr meiner Wohnung ein neues Outfit verpasste, blieb es nicht aus, dass ich in Ecken rumstöberte, die ich bisher nicht näher in Augenschein genommen hatte. Die Wohnung, in der ich nun seit 1997 als glücklicher Single wohne, habe ich von meinen verstorbenen Großeltern bekommen. Ebenso lebte ich lange Jahre meiner Jugend hier – die familiären Gründe dafür hier zu erwähnen, tun nichts zur Sache..

    Irgendwann war es an der Zeit den letzten Schrank zu entsorgen. Hinter einem Stapel altertümlicher Teller der Seltman Weiden Manufaktur, die ich bisher aufgrund des verspielten blauen Designs nie angefasst hatte, stieß ich auf eine verstaubte braune, schmucklose Pappschachtel. Ich war nicht sicher, wofür Sie früher benutzt wurde, oder was seinerzeit darin aufbewahrt wurde – von meiner Großmutter wurde sie jedenfalls scheinbar umfunktioniert um dort drin etwas zu verwahren.

    Was ich nicht wusste – es waren ihre persönliche Erinnerungen aus Ihrer Jugend..

    Ich wurde neugierig – wenn ich ehrlich bin, hat mich weder der Stammbaum unserer Familie noch die nächsten Verwandten jemals interessiert. Selbst meinen leiblichen Vater habe ich niemals kennen gelernt. Ein paar Jahre durfte ich einen Stiefvater mein eigen nennen – doch da ich während der Zeit bei Pflegeeltern wohnte, ist auch diese persönliche Bindung eher im Familienbuch als in Persona vorhanden. Klar war ich als Kind mit bei meinen Onkeln und Tanten mal mit zu Besuch, aber es gab dort niemanden in meinem Alter, mit dem man hätte spielen können. Besuch bedeutete also meistens still sitzen um nicht zu stören, wenn sich die andren über Dinge unterhielten, die ich nicht verstand. Die Erinnerungen und damit auch der Wunsch zu näherer wiederauflebender Bekanntschaft war also kaum präsent.


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    Beim öffnen des Deckels offenbarten sich die Erinnerungen und auch die Schicksalsschläge, die meine Großmutter erlitten hatte.

    Fotos von Familienmitgliedern aus der Jahrhundertwende und den dreißiger und vierziger Jahren. Zum Teil Fotos von Paaren, die stocksteif vor der Kamera standen – wie damals üblich mit steinerner Miene. Die Männer in Anzug und mit steifen Hemdkragen – der obligatorische Schnäuzer gehörte bei den Männern genauso dazu, wie die Bodenlangen Kleider der Frauen und die hochgesteckte Frisur. Es gab aber auch Gruppenfotos späterer Jahre – damit meine ich vor den Kriegsjahren, als junge Männer und Frauen lachend zu einem Gruppenfoto zusammen standen.

    Die Erinnerungen hätten Good Vibes auslösen können, wenn nicht eine Vielzahl von Feldpost-Briefen ebenfalls im Kästchen gewesen wären..

    Sie stammten von meinem leiblichen Großvater – der Mann, in den meine Großmutter wirklich verliebt war. Den Mann, den meine Großmutter nach dem Krieg heiratete, war nicht ihre große Liebe – aber wie kann man auch jemand neues lieben, wenn die alte Liebe nicht erloschen ist? Der Tod eines geliebten Menschen durch Krieg ist etwas so überflüssiges und beendet nicht nur das Leben des im Kampf gefallenen Menschen sondern es zerstört mitunter auch das Leben des Hinterbliebenen Partners. Das wurde mir klar, als ich die Briefe las..

    Es zeigte auch, wie schnell das Leben vorbei sein kann, denn zwischen dem ersten und letztem Brief lagen grade mal 3 kurze Monate. Die Feldpostbriefe waren aus dünnstem, fleddrigem Papier. Beschrieben mit Bleistift mit dem mein Großvater seine Gedanken und Hoffnungen an meine Großmutter sandte.

    Die Briefe begannen in der Nähe von Köln, wo er damals stationiert war. Schon zu der Zeit – der Krieg in Deutschland war schon verloren, denn die Städte im Ruhrgebiet wurden bombardiert – enthielten die Briefe trotz der Furcht, die man zwischen den Zeilen lesen konnte (einer seiner Kameraden, der zu der Zeit dort in einem Lazarett lag, kam bei dem Luftangriff auf Köln ums Leben) nur Liebe an seine Tochter und seine Frau. Es gab nicht einmal ein böses Wort gegen den “Feind”.


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    Schon kurz darauf wurde er von Köln nach Russland verlegt – die Briefe aus dem strengen Winter dort zeugen von den Entbehrungen, doch auch hier war der beherrschende Gedanke die Rückkehr zu Frau und Kind.

    Einige Wochen später starb er an der Front.

    Warum ich das schreibe?

    Die Bilder in der Ukraine sind schlimm – ich schaue solche Berichterstattungen schon nicht mehr. Ich habe dabei ein schlechtes Gefühl – ich komme mir fast vor wie ein Gaffer, der sensationslüstern im Schritttempo an einen Unfall auf der Autobahn vorbeifährt um vielleicht einen Blick auf einen Verletzten werfen zu können. Dazu die dümmlichen Fragen der Kommentatoren aus ihren sicheren und beheizten Fernsehstudios, an die im Krisengebiet “Live zugeschalteten” ukrainischen Bewohner oder Angestellte deutscher Hilfsorganisationen. Ist es wirklich nötig zu fragen: “was empfinden Sie dabei?” und der wiederholte Versuch aus diesen Menschen, die aus Überzeugung etwas gutes und Richtiges zu tun, dort geblieben sind, Gefühle vor der Kamera herauszupressen.

    Mein Tipp an die Kommentatoren: Wenn Ihr die Gefühle von Menschen in beschossenen und zerbombten Häusern gerne an die Fernsehzuschauer vermitteln wollt, damit die so was wie ein kribbeln in den Adern verspüren: fahrt mal für eine Woche in ein umkämpftes Gebiet, lebt in einem Keller unter einem zerstörtem Haus, verrichtet euer Geschäft in einer Ecke draußen auf der Straße, weil es kein fließendes Wasser mehr gibt und immer mit der Angst, dass ein Heckenschütze dir den Hintern wegballert, futtert kaltes Essen aus Konservendosen, denn Strom und Gas zum erhitzen gibt es auch nicht mehr, schlaft in euren Klamotten auf einer Matratze auf dem Boden, weil die Heizung auch zerstört ist – dabei immer die Angst im Hinterkopf, dass die nächste Rakete dich töten könnte. Dann werdet Ihr solche bescheuerten Fragen nicht mehr stellen.

    Sonntagsgedanken: wenn die Welt nie mehr so sein wird wie früher – ein Leben in einer Zigarrenkiste..Doch es gibt noch mehr. Schaut man sich die Bilder an, dann könnte man meinen diese Kriegsbilder könnten auch irgendwo in Deutschland aufgenommen worden sein. Westliche Architektur, moderne Autos, Verkehrsschilder die man auch hier gebraucht – das vermittelt die Nähe des Konfliktes. Es ist nicht irgendwo in der Ukraine – einem Land, von dem ich bisher nicht viel wusste, außer dass die Klitschko Brüder von dort stammen und die frühere Regierung korrupt bis ins Mark war. Es ist näher gerückt, ganz nah. Denn man befasst sich nun intensiver mit dem Land – auch wenn es nie auf meiner Liste der Länder in denen ich mal Urlaub machen möchte, war. Flächenmäßig ist es so groß wie Deutschland und Polen zusammen. Es ist also kein Zwergen Staat.

    Mein Freund Torsten, der vor etwas über 10 Jahren in Ungarn seinen Doktor der Bauphysik an der Uni in Pecs gemacht hat und dort seine Frau kennen gelernt hat und geheiratet hat, hat die ungarische Staatsangehörigkeit. Ungarn und die Ukraine verbindet eine gemeinsame Grenze – und er kann in Ungarn noch zum Wehrdienst einberufen werden. Sollten die Dinge eskalieren – dieser Umstand kann schnell passieren – solche Gedanken hat er natürlich auch im Kopf…

    Die Lage des Planeten ist verworren wie nie und wir müssen verdammt aufpassen, dass wir uns nicht auch in diese Spirale der Gewalt hineinziehen lassen, denn es ist nicht nur Russland, der als Aggressor auftritt. Im Hintergrund lauert auch schon China und mit Indien sind ebenfalls zwei weitere der Bevölkerungsreichsten und mit Atomwaffen ausgestattete Länder in Lauerstellung. Die wollen die Gunst der Stunde nutzen und geopolitischen Einfluss gewinnen. Dass China schon seit Jahren immens aufrüstet ist bekannt – doch welchen echten Feind hat China? Dass China es auf Taiwan abgesehen hat ist bekannt – braucht es für diese kleine Insel wirklich eine Riesenflotte an Kriegsschiffen?

    Von der Fläche her ist China ungefähr vergleichbar mit Australien oder den USA, stellt aber dazu fast 20% der gesamten Weltbevölkerung. Im Gegensatz dazu ist Russland flächenmäßig ungefähr drei mal so groß wie China – mit nur 2% der Weltbevölkerung jedoch nur extrem dünn besiedelt. Die Ukraine ist flächenmäßig im Vergleich zu Russland ein Zwerg – nur ungefähr ein zehntel so groß – hat aber mit 0,6% Anteil an der Weltbevölkerung fast ein Drittel der Einwohnerzahl von Russland. Es ist deshalb aus taktischer Sicht vermessen zu glauben, dass Putin bei diesem Ungleichgewicht die Kontrolle über die Ukraine behalten kann – selbst wenn er im Falle eines Sieges und dem installieren einer Marionettenregierung an jeder Ecke Besatzungstruppen stationiert. Dazu ist bereits zu viel Porzellan zerschlagen worden.


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    In wie weit Indien mit seinen fast 20% Anteil an der Erdbevölkerung in diesen Eroberungsphantasien mitspielen will – darüber grübele ich noch. Aktuell haben aber Zwei Diktatoren die Macht über die halbe Welt. Und das ist es, was ich nicht verstehe. Jeden Tag werden Menschen wie Du und ich von denen getötet – nur weil Sie ihre Freiheit verteidigen wollen, Ihre Meinung sagen oder einfach “unbequem” sind. Doch nichts passiert. Ungehindert marschieren die in andere Länder ein, begehen Kriegsverbrechen, lassen Killerkommandos auf Kritiker los – und eröffnen unter Applaus der Massen sportliche Großveranstaltungen. Die UNO hat keine Macht, denn es gibt genug gekaufte Regierungen, die in ihrem eigenen Land Menschenrechte mit Füßen treten und nur durch Waffenlieferungen dieser beiden Länder noch an der Macht sind. Das verpflichtet. Es zeigt leider, dass die Menschheit immer noch nicht für ein friedvolles Leben miteinander bereit ist.

    Dazu kotzt es mich an, dass jetzt hier alles was russisch ist, russisch spricht oder russisch aussieht angefeindet wird. Wie kann man so dumm sein und seine Aggression Putin gegenüber an unschuldigen Restaurantbetreibern oder Kellnern ausleben? Die meisten sind selber froh, dass sie hier einen Job haben um ein selbstbestimmtes Leben zu führen und nicht in einer Diktatur leben müssen. Nicht der Russe ist unser Feind – es ist einzig und allein Putin!

    Vielleicht das noch am Ende..

    Krieg ist kein kribbelndes Videospiel – man hat keine 3 Leben und wenn man verkackt ist es nicht damit getan eine neue Münze einzuwerfen. Der Krieg in der Ukraine muss unter allen Umständen schnell beendet werden – aber nicht mit militärischen Mitteln. Gewalt erzeugt nur Gegengewalt. Die Weigerung Deutschlands auf russisches Gas zu verzichten und damit Putin weiterhin Geld zum weiterführen des Krieges in die Kassen zu spülen ist typische deutsche Doppelzüngigkeit. Ich bin bereit auch mal einen Winter oder zwei in der Bude mit 2 wärmenden Pullis übereinander durch die Wohnung zu laufen, wenn ich dafür den Krieg etwas eher beenden kann – selbst wenn es nur ein einziger Tag ist.

    Außerdem habe ich keinen Bock selber mal in die Situation zu kommen Feldpostbriefe schreiben zu müssen – ich weiß nämlich nicht an wen ich welche schreiben sollte..

    Wie steht es mit Dir?

  • Nachdenkspruch des Tages

     – Im Frieden beerdigen Söhne Ihre Väter.

    – Im Krieg beerdigen Väter Ihre Söhne..

    Quelle nicht eindeutig: Homer oder Krösus  – König von Lydien (um 590 v. Chr. – 541 v. Chr.)

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