ARGE

  • Wählen leicht gemacht–dank Wahl-O-Mat..

    ..oder: jetzt gibt es keine Ausrede mehr nicht zur Wahl zu gehen!..

    Bald sind wieder Bundestagswahlen. Unsere ungeliebte Regierung zwingt uns dazu am heiligen Sonntag den Platz vor der Glotze zu verlassen, um wenigstens 1 x im Jahr aktiv politisch tätig zu werden und den HARTZ 4-Smoking (bestehend aus topmodischen 70er Jahre Fallschirmseiden-Jogger und nach Harzer Käse müffelnden Adiletten) gegen ein halbwegs sonntagstaugliches Outfit zu tauschen um im Wahllokal nicht gleich bei der Gesichtskontrolle durch zu fallen.

    HARTZ4 Smoking

    +

    Adilette

    =

    absolutes No Go

     

    Das obige Outfit ist zwar für den Besuch bei der ARGE standesgemäß – bei der Wahl unserer neuen Regierung sollte aber doch etwas mehr Wert auf Etikette gelegt werden.

    Als Ausrede weshalb man sich nicht aus seinem liebgewordenem Ganzjahres-Sportdress schält hört man immer wieder die Ausrede: “ich weiss nicht was ich wählen soll”..

    Klar, wer hockt auch schon den ganzen Tag vor der Glotze und schaut PHOENIX, um sich die Debatten aus dem Bundestag anzuhören um auf dem laufenden zu sein, wer welche Steuerverschwendung verbockt hat. Selbst unsere demokratisch gewählten und sich für unsere glückliche Zukunft aufopfernden Abgeordneten tun das ja nicht, denn wenn man sich die Auslastung des Plenarsaals ansieht, könnte man zu der Meinung kommen, ein Viertel der Größe hätte für die paar anwesenden Unverzagten auch gereicht – und es hätte dem Steuerzahler jede Menge Euro gespart..

    Tja liebe Bürger, diese Ausrede zieht nicht mehr, denn unsere fürsorgliche Regierung hat für jeden mit Internet-Zugang das ultimative Tool geschaffen, um auch jemandem, der grade nach 20 Jahren Wachkoma zu sich kommt und die größten wissenschaftlichen Errungenschaften der Wissenschaft verpennt hat, zum Urnengang zu nötigen  – wie zum Beispiel, dass es endlich möglich ist, Altlasten von flexibler Dichtungsmasse die bei der Sanierung einer kompletten Altbausiedlung anfällt, in ein am aktiven Umweltschutz teilhabenden weiblichen Homo Sapiens zu verklappen.

    Silikon-Verklappung

    (Tunnel für Krötenwanderungen buddeln war gestern. Der Umweltaktivist von Heute macht aktiven Umweltschutz, indem er sich Altlasten aus Plattenbausanierungen in den Körper knattern lässt. Im obigen Bild sehen wir Tina S. – eine Greenpeace Mitarbeiterin aus dem Büro Niederense im Sauerland. Statt auf der Deponie das Grundwasser verseuchen zu lassen, trägt diese nette Dame den übrig gebliebenen Sondermüll von der Sanierung des Kindergartens “Pimpernelle” aus Dortmund Scharnhorst fortan in speziell ausgeformten Brustbeuteln durch die Gegend. Tina, wir – und vor allem deine Kollegen – danken Dir dafür!)

    Doch verlassen wir den innovativen Bereich des Umweltschutzes mit seinen beleuchteten Krötentunneln, Hundekaka-Schäufelchen und genmanipulierten Pflanzen, die keine Pestizide mehr benötigen – es geht ja um das Thema Bundestagswahl!

    Auf der Webseite http://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2013  kann nun auch der größte Idiot herausfinden, welche Partei seine Interessen am besten vertritt.

    wahl-o-mat

    (Dienst am politikverdrossenem Bürger – dank Wahlomat kann man sich in 5 Minuten für die richtige Partei entscheiden. Tja, wenn mal alles so einfach wäre..)

    Einfach klicken 38 einfache Fragen beantworten – danach bis zu 6 Parteien  auswählen, von denen man glaubt, dass Sie die eigenen Interessen am ehesten umsetzen, und schon kommt das Ergebnis in Form eines Parteinamens. Den sollte man sich dann auf einem Schmierzettel notieren und in die Geldbörse stecken (denn die hat Man(n) bei dem Gang zur Wahlurne immer dabei – schließlich muss ja noch ein Belohnungspilsken gesüpselt werden, auf das erhebende Gefühl der Demokratie zu Ihrem Recht verholfen zu haben) damit man den in der Wahlurne als Spickzettel mal wieder rauskramen kann – gibt scheinbar doch ein paar Parteien mehr als die 4 bekannten..

    IPhone Benutzer können aufatmen – den Wahl-O-Mat gibt’s als kostenlose App. Damit kann man quasi noch in der Wahlurne rausfinden, welche Partei man wählen sollte

    Wahlomat Parteien

    (25 auf einen Streich –  Und wer mehr als 10 Parteien kennt hat einen Fleißpunkt in politischer Bildung verdient.)

    Wer hätte das gedacht? 25 Parteien und Ihre menschlichen Abgesandten buhlen um die Schenkungsgelder der deutschen Industrie und auf ein bequemes Pöstchen mit 5stelligem monatlichen Altersentgelt.
    Da muss man schon aufpassen, wen man in das Schlaraffenland befördert.
    Und mit diesem Tool werden wir auch wieder Schlangen vor den Wahllokalen haben wie im regnerischen Sommer 1961, als erstmals 100% der Bevölkerung zur Wahlurne gingen.

    pendler

    Hier ein Archivbild der Wähler aus Dortmund Barop als Sie Schlange stehen um im “Haus Pähler” ihre Kreuzchen auf den Wahlzettel zu machen..

    Ich habe meine Partei gefunden – hat mich aber nicht überrascht, dass es ausgerechnet die geworden ist. Ihr wollt wissen was ich wähle? Na gut – Ihr bekommt ‘nen Tip: Der Name der Partei hat nur 3 Buchstaben…

  • “..und plötzlich ist da ein Licht am Ende des Tunnels”..

    ..oder: trotz desaströsem Arbeitsmarkt – The One and Only Womanizer hat wieder einen Job!

    Tja! Wer hätte das für möglich gehalten: Nach 18 monatigem Zwangs-Nichtstun (was darüber hinaus auch noch äußerst Mies bezahlt wurde), bin ich seit gestern wieder in einem richtigen Job!
    Betontreppe01.jpg
    (..und plötzlich ist da ein Licht am Ende des Tunnels. – Das Bild passt!)

    Darüber hinaus nach den letzten Jobangeboten, die mir (für Gehälter, welche kaum über den Hartz IV- Regelsatz hinausreichten – ich berichtete schon darüber), angeboten wurden, sogar fürstlich bezahlt.

    Das hat für mich und mein Privatleben nun einige positive Auswirkungen.
    Denn während meiner Zeit als HARTZ IV – Empfänger, liefen Mädels spätestens bei Erwähnung dieses Zustandes kreischend davon – ich vermute mal, dass einige Bundesbürger immer noch irrtümlich glauben, das Arbeitslosigkeit ansteckend ist – was für mein Sexualleben ziemlich abtörnend war.

    Die viele Freizeit war zwar schön – ohne Geld in der Tasche kann man damit aber leider nicht viel anfangen. Der Zustand VIEL Geld + VIEL Freizeit ist zweifellos besser…

    Dieser Neugewonnene Zustand des “In Arbeits seins” hat auf mein Privat – und Blogger-Leben natürlich Auswirkungen.Zuerst mal: Ich schlafe wie ein Stein! Darüber hinaus gehen mir momentan hauptsächlich Dinge durch den Kopf, die Job bezogen sind, und kaum Thema für einen Blog-Beitrag bieten.

    Dies wird wohl auch noch die nächsten Wochen so bleiben, weshalb ihr hier wohl für ein paar Wochen auf meinem Blog ein erweitertes Sommerloch, also sozusagen ein Herbstloch vorfinden werdet.

    Das wird sich sicher wieder ändern, denn jetzt, wo ich wieder auf dem besten Wege bin, mit Mammon um mich zu schmeissen, wird erfahrungsgemäß wieder mehr Weibsvolk um mich herum schwirren, wie Fliegen um den Misthaufen. Und da dieses Wochenende Straßenfest in Hombruch ist…

    Also, das wird wieder reichlich Stoff für ganz viele spannende Geschichten zum Thema “Frauen und andere Katastrophen” liefern.

    Da bin ich sicher!

  • Mein erstes Speed Dating!..

    …oder: Dalli, Dalli – wer hat ‘nen Job?

    Dortmund, BochumAuch wenn sich viele meiner Ex-LAG’s jetzt hämisch die Hände reiben – soweit ist’s noch nicht, dass sich der “One and Only Womanizer Doctor Love” auf von Singlebörsen veranstalteten Speed Datings rumtreiben muss, um seine menschliche Wärmflasche für die alten Glieder (Mehrzahl bitte! – also nicht, dass hier was frauenfeindliches gemeint war) und das Kuschelbettchen zu casten.

    Nein, hier ist vielmehr von einem JOB Speed Dating die Rede.

    Das ist zwar bei weitem nicht so sexy – naja, ein Job mit einem hohen 5stelligen Jahresgehalt kann schon sexy sein (macht vor allem auch sexy bei den jungen Hühnern – ist halt schon was anderes, ob man die neue LAG mit einer geleasten Mittelklasse- Limousine abholt, oder ihr den Einzelfahrschein für die gemeinsame Busfahrt spendiert), und da mich meine liebreizende Betreuerin – der ich ja kaum eine Bitte abschlagen kann, wenn Sie mich so nett anfleht –  gebeten hat dort mit zu machen, habe ich mich bereit erklärt dort als Stargast aufzutauchen. Wenn ich dort aber wieder trickreich vor die Kameras und Mikrofone der Medien als “Bestlooking ALG II Recipient of the World” gezerrt werde, werd ich echt wild und verlange Gage..

    Mercedes-in-Movement-5.jpg

    (Dank Speed Dating bald wieder MEINS! Erst der Job mit, na sagen wir mal, knapp 60.000,00 Ocken Jahresgehalt (wir wollen ja nicht gleich übertreiben) und dann kommt wieder so ein Schneckenmagnet ins Haus)

    Stattfinden wird das ganze am 1. September 2010 im Eisenbahnmuseum in Bochum Dahlhausen in der Zeit von 9:00 – bis 15:00 Uhr. Es sollen wohl so knapp 70 Firmen aus allen Bereichen dort vertreten sein.

    Für die persönliche Vorstellung sollten wir einen Flyer erstellen.

    Nun, Flyer sind eigentlich schon seit Jahren OUT, aber ich wäre nicht ich, wenn MEIN Flyer nicht quasi ein Quantensprung im modernen Self-Marketing wäre.

    Nicht nur, dass er sich völlig vom vorgegebenen Design unterscheidet, er ist auch ein Hingucker, was Optik und Haptik angeht.

    So drucke ich den Flyer nicht auf Standardpapier, sondern auf festem Fotoglanzpapier.

    Durch spezielle Faltung ist er überdies breiter, als die anderen Flyer. Das ist gewollt, da sich damit die Optik im Slogan wiederfindet.

    flyer1.jpg

    (DAS ist ein Flyer! Dagegen ist alles andere Pipikram – Ha, muss mich einfach mal selber loben. Den Umschlag zeige ich euch nicht. Ihr würdet vor ungläubigem Staunen glatt das Atmen vergessen – viel zu gefährlich!)

    Meine Projekte, Lebenlauf, Zeugnisse und Initiativ-Bewerbung, passten nicht auf den Flyer. Für einen IT-ler aber kein Problem. Einfach eine Visitenkarten–CD erstellt,  die alles enthält. Natürlich mit einer Autorun Funktion und mit dem Design bedruckt, welches sich sich an das des Flyers hält.

    Na, das soll erst mal einer der anderen Mit-Bewerber toppen..

    Vielleicht krieg ich jetzt doch meinen Traumjob als Hamburger-Einpacker bei McDoof. Na gut – ein hohes 5stelliges Jahresgehalt ist da nicht drin, wahrscheinlich nicht mal ein niedriges 4stelliges, aber wenn man seiner LAG ein paar alte Hamburger und kalte Fritten mitbringt, und die zu Hause bei dem romantischen Schein einer Kerze futtert (weil der Strom mal wieder abgestellt wurde) ist das ja fast so toll, wie der Besuch in der Nobel-Pizzeria.

    Na ja – Aber aber eben nur Fast!…

    letzte Änderung: 17.08.2010 08:54 Uhr

  • und plötzlich ist man ein Star!..

    ..oder: Best Ager Dortmund plus Radio Do 91,2 multizipiert mit mich = Radiointerview

    Heute habe ich einen großen Schritt in Richtung Medienstar gemacht! Jawoll! Nicht mehr lange, und ich habe eine eigene Sendung im Radio – ach was sage ich: IM FERNSEHEN ZUR PRIMEZEIT! – Denn ich bin von einem Radiosender interviewt worden! Wieso ich interviewt worden bin, willst du wissen? Was? Willst Du nicht? Ist mir egal! Ich erzähl’s Dir trotzdem…

    Heute Morgen um kurz nach 8 Uhr schellt mein Handy, das ebenso wie ich, noch gemütlich geschlummert hat..

    Am anderen Ende? Simone, meine Betreuerin der Best Ager Agentur..

    und plötzlich ist man ein Star!..

    “Du denkst doch wohl heute an den Tag der offenen Tür, oder? Es gibt lecker Essen und Getränke. Ich ruf auch noch die anderen an! Sei mal so um 11:00 Uhr da”.

    Ohje..  Unsanft aus schönsten erotischen Träumen gerissen – und das morgens von einer quirligen hellwachen Quasselstrippe, während man als völlig verkatertes Gegenüber Mühe hat, die gehörten Worte noch in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Uff! Quasi aus der Tiefschlafphase gerissen und ohne aufmunternden Morgen-Kaffee rang sich mir deshalb nur ein grummeliges “Hmmm” aus meinem Mund..

    Mein Gegenüber wertete das als Zustimmung – Wie Frauen ja meine Äußerungen IMMER fehl interpretieren..

    Naja, aber lecker Essen und Trinken für umsonst? Dafür kann man dann schon mal seinen kleinen Knackarsch in die City bewegen. Und das tat ich dann auch.. aber erst NACHDEM ich mir ungefähr einen Liter Kaffee zum wachwerden verabreicht hatte..

    So gegen 9:00 Uhr checkte ich aber erst nochmal meine Mails zu Hause. Im Messi sah ich, dass ein weiteres Mitglied unseres Clubs online war. Ich fragte denn auch, wann er da sein würde. “Wie, was, wo?” der liebe Mitstreiter wusste von nix. “Hmm”, dachte ich mir, “ist ja klar! Dich schmeißt Sie mitten in der Nacht aus dem Bett, und die anderen lässt sie schlafen… ”

    Mit der Überzeugung, dass das Leben mich nicht mag, oder jedenfalls die weiblichen Komponenten meines Lebens, machte ich mich langsam auf den Weg in die City – Zu Fuß – denn mein Trainings-Programm “Bauchwech” muss ja weitergehen. Und bei dem Wetter heute, war das, das optimale Klima um Gewicht zu verlieren – selbst wenn es nur Eimerweise Schweiß ist..

    Um kurz nach 11:00 Uhr fuhr ich “wie befohlen” mit dem Fahrstuhl in die dritte Etage des Job Club Dortmund.

    Als ich die bekannten Räumlichkeiten betrat, kam mir das irgendwie nicht wie ein ‘Tag der offenen Tür’ vor. ‘Zivil-Personen’? Fehlanzeige! Dafür Vertreter der Stadt, der Leiter der ARGE Dortmund, leitende Angestellte der Stadt, Arbeitsvermittler und sogar die Medien in Form von Lokal-Zeitungen und des Lokalsenders “Radio Do 91,2” waren da.

    Und irgendwie auch keine Spur von anderen “Betreuten”. Das kam mir ein bisschen spanisch vor.. Ich dachte mir aber noch nichts Böses dabei und setzte mich erst mal in den großen, gut gefüllten Seminarraum und hörte mir an, wie der Chef der Best Ager die Institution “verkaufte”. Danach schlenderte ich durch die Räumlichkeiten und mampfte erst mal genussvoll zahlreiche Lachsschnittchen in mich rein. Da ich einem Freund gesagt hatte, dass dort Tag der offenen Tür ist und Essen und Trinken gratis (und meine fürsorgliche Betreuerin Angst hatte, dass sie viel zu viel bestellt hätte), kam um 12:00 noch ein langjähriger Freund hinzu.

    Und während wir da so ganz entspannt standen, und Lachsschnittchen mit Orangensaft in uns hinein stopften, dabei den städtischen Großkopferten zuhörten, wie sie gegenseitig über das Projekt fachsimpelten, kam auf einmal meine liebe Betreuerin Simone mit einer außerordentlich (und damit meine ich WIRKLICH AUSSERORDENTLICH) attraktiven jungen Dame auf mich zugestürmt. Und das Outfit ihrer Begleitung erst: Eine dezente schwarzgelbe Halskette aus Natursteinen, deren gelbe Steine perfekt mit den göldenen Lichtreflexen ihres duftenden Haares harmonierten. Ein enger, dunkler Rock, kurz genug, um einen Blick auf die perfekten, langen Beine zu ermöglichen, aber lang genug, um die Trägerin nicht billig erscheinen zu lassen. Dazu trug Sie High-Heels mit Absätzen in der perfekten Länge. Nicht zu lang, so dass es nuttig wirkte, sondern genau lang genug, um dieses für Männerohren elektrisierende klacken auf dem Boden zu hinterlassen. Und diese Frau schaffte es dieses Geräusch sogar auf geräuschdämmender Auslegeware zu erzeugen! Nachdem ich meinen Blick von den knackig braunen, wohlgeformten Beinen der Schönheit etwas weiter in Richtung Oberkörper wandern ließ, sah ich, dass die junge Frau ein Mikrofon in der Hand hatte! Ja – dieser fleischgewordene Traum war eine Radiomoderatorin vom Lokalsender!!

    “Das ist genau der richtige Ansprechpartner für Sie!”, flötete meine Betreuerin Ihr zu. “Herr Awiszus wird seit längerem von uns betreut, und ist ein kompetenter Gesprächspartner!” lächelte zuckersüß in meine Richtung, und ließ  die hübsche Radiomoderatorin einfach neben mir stehen!

    und plötzlich ist man ein Star!..

    (Radio DO 91.2 – der Lokalsender für Dortmund. Mit guter Musik. Und jetzt auch mit einem Interview von mir!)

    HA! Deshalb hatte Sie mich eingeladen. Von wegen Essen und Trinken für lau! Meine Rolle war die des wortgewandten Edel-Arbeitslosen. Deshalb war auch kein Anderer aus unserer Truppe zu sehen. Ich war als Bauernopfer auserkoren worden, weil ich so ein knackiges Stück Fleisch bin, was man der Radiotante vorwerfen wollte..

    Ich fühlte mich irgendwie missbraucht!

    Naja, trotzdem wollte ich nicht unhöflich sein (im Gegenteil), und folgte der freundlichen Aufforderung der Moderatorin in ein ruhiges Zimmer zu wechseln..

    Und dort fragte mich die nette Dame, was hier anders wäre, wie bei der Agentur für Arbeit, warum ich dort wäre, wie meine beruflicher Werdegang war, und, und, und…

    Knapp 10 Minuten quasselte ich über alles mögliche: Job-Perspektiven für ältere Arbeitnehmer, aber auch über Repressalien von Seiten der Ämter, und geduldetem, bzw. unterstütztem Lohndumping von Seiten der Ämter.

    Das Interview enthielt sicher einigen Zündstoff. Ich bin mal gespannt, wann es gesendet wird. Und dann werde ich berühmt. Trete im Fernsehen für Antifalten-Mittel und Erwachsenen-Pampers auf..

    Aber vorher werde ich erst noch morgen Früh beim Nordic Walking eine junge Dame namens Simone mit den Stöcken für diesen herrlichen Streich  maßregeln und Sie damit mindestens 3mal um den See prügeln.. ^^

    letzte Änderung: 08.07.2010 23:17 Uhr

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  • Nach dem Job ist vor dem Job…

    ..oder: Bei der Stellensuche läuft nix rund, und ein Vorstellungsgespräch dauert 9 Minuten!..

    DortmundLiebes Tagebuch: Heute habe ich das erste Mal einen Arbeitsvermittler ausgelacht. Und das tut mir wirklich sehr, sehr leid! Meine Großeltern haben mir immer versucht beizubringen, dass man auch geistig minderbemittelten Menschen mit Achtung begegnen soll.

    So ungefähr könnte ein Tagebucheintrag von mir anfangen – wenn ich ein Tagebuch führen würde.
    Da aber ein Blog sowas ist, wie ein elektronisches Tagebuch, werde ich mal erzählen, was mich heute zu einem Lachanfall der besonderen Art gebracht hat. Dazu benötigt der Leser einige Hintergrund-Informationen, damit er meine Heiterkeit versteht.

    Zum einen bin ich mit meinen 52 Jahren Lebensalter der  Joopi Heesters unter den Arbeitnehmern, denn solange die deutschen Unternehmen die Einstellung haben, dass sich ein Arbeitnehmer mit Anstand gefälligst am Vorabend seines 40.ten Geburtsages in einer feierlichen Zeremonie selbst entleibt, damit man für ihn endlich einen 20 Jahre jüngeren einstellen kann, ist der Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer ab Baujahr 1960 sehr überschaubar – weil nicht existent. Daraus resultiert, dass ich seit mehreren Monaten ein zertifizierter HARTZ IV Empfänger bin – also, sozusagen ein Stütze-Bezieher mit Auszeichnung..

    Das “Stütze-Diplom” habe ich erhalten, weil ich nach der Zeit meiner Arbeitslosigkeit, in der ich keinen geeigneten Job fand, nach der ARGE weiter gereicht wurde, und dort als erstes an einem mehrtägiges Seminar zum Thema: „Fordern und Fördern” teilnehmen musste.

    Nach ‘erfolgreichem’ Abschluß – ich bin aber nicht ganz sicher, ob man überhaupt durchfallen kann –  bekam ich das auch Schwarz auf Rosa..

    Nach dem Job ist vor dem Job…

    (das “Stütze-Abitur” . Jetzt habe ich nachgewiesenermaßen ganz viele tolle, neue Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben. Das Zertifikat gehört sicher in jede Bewerbungsmappe und sticht jeden anderen Bewerber aus!)

    Ob es dienlich ist, dieses Schreiben mit zu seinen Bewerbungsunterlagen zu packen, ist meiner Meinung nach a bisserl fraglich, aber da die Unternehmen in Deutschland ja “Zertifikatsgeil” sind; Naja, ganz ehrlich, bevor man halt gar nix hat, was man in die Bewerbungstüte stopfen kann, werden sich sicher manche sagen: “Klasse! Watt mit ’nem Stempel drauf! Rein damit!”. Ich denke, man muss dann wenigstens nicht lange warten, bis die Absage kommt. Und das hat ja auch viel schönes, wenn man sich nicht lange die Nerven zermarten muss, ob man den Job des Klowachmanns auf der Autobahnraststätte bekommt…

    Nun, mein Tagesablauf orientiert sich natürlich jetzt, nachdem ich diesen ganzen Sack voller neuer phantastischer Fähigkeiten habe darum, Morgens der erste zu sein, der die Morgenzeitung beim Nachbar klaut, um die Stellenanzeigen zu durchforsten. Aber da das Abo für die Tageszeitung leider nicht im Hartz IV Regelsatz vorgesehen ist, läuft das dann wohl zwangsläufig unter “erschlichener Nachbarschaftshilfe”, oder so (Juristen würden vielleicht den Begriff Diebstahl verwenden).. Also wieso kaufen, wenn man genauso gut klauen kann – Vorausgesetzt, man kommt früh genug aus dem Bett! Das könnte ja für viele ALG 2 Bezieher ein Problem sein – wenn es nach dem in den Medien präsentiertem Bild der Hartz’ers in der Öffentlichkeit geht.

    Nein lieber Leser. So ist es nicht. Im Gegenteil! Wenn ich Morgens länger schlafe, dann nur, weil ich mir die ganze Nacht das Hirn zermartert habe, mit welcher Marketing-Kampagne ich ein Unternehmen gründe, denn die Arbeitsagenturen und Argen versprechen einem ja das Heil darin, wenn man den Schritt in die Selbstständigkeit wagt. Deshalb grüble ich stundenlang, ob ich ein- oder vierfarbige Flyer drucken lasse, oder gleich ein mehrseitiges Magazin, welches mein Unternehmen vorstellt, mit welchen Steuertricks ich meine Gewinne vor dem Finanzamt verschleier, wo ich den abgezocktesten Steuerberater finde, und welches Alleinstellungsmerkmal ich meinen 3 Kunden bieten kann, damit sie demnächst ihre PCs zu mir bringen, und nicht zu diesem doofen PC-Shop an der Ecke. Und wer sich Nachts mit solchen Problemen beschäftigt, der darf auch Morgens mal ein Stündchen länger liegen bleiben, oder?

    Doch ich will nicht vom Thema abschweifen..

    Nachdem mich der blöde Bodybuilder von gegenüber zweimal erwischt hat, als ich mit SEINER Zeitung unter dem Arm wieder den Hausflur hochschlich (was für mich den Verlust einer Krone und eines Backenzahns bedeutete, und einen mehrstündigen Aufenthalt beim Dentisten zur Folge hatte – und jetzt stellt euch mal vor: die Arge zahlt nicht mal für solche Folgeschäden! Also sowas!!), habe ich das “Unternehmen Zeitungs-Sharing” auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

    Glücklicherweise gibt es auch noch harmlosere, bzw. schmerzlosere Methoden zu einem Stellenangebot zu kommen. Im englischen bedeutet ‘Harm’ ja Schmerz – im Zweifel bin ich immer für die schmerzlosere Methode! Deshalb bekommt man ja auch bei den turnusmäßigen Terminen bei seinem Fallmanager von ihm meistens mehrere hochdotierte Stellen in die Hand gedrückt.

    Also, wer jetzt glaubt, die kriegt man aus Menschenfreundlichkeit.. Tststs.. Du bist wohl noch nicht lange in diesem Land? Die bekommt man nur, weil die Arge damit rechnet, dass so ein fauler ALG2 Bezieher sich eh nicht innerhalb von 3 Tagen dort bewirbt, und dann kann man den Sozialschmarotzern mal eben schnell für ein paar Monate die Bezüge kürzen. Glück für mich: Die IT- Branche ist momentan so tot, wie der Golf von Mexico. Seit 2 Besuchen war kein Job für mich im System..

    Und um das ganze mal wieder auf die WM-Sprache zu bringen, zitier ich hier mal unseren BvB-Trainer Klopp, nachdem die Schweiz in 90 Minuten mal grade 2 Torchancen hatte: “Man muss schiessen, um treffen zu können”

    Aber ich schweif schon wieder ab, Manno!

    Zurück zur Jobsuche für den Hartz IV-Empfänger mit Zertifikat:

    Also Tageszeitung? – Au Backe, zu schmerzhaft und zu kostenintensiv weger der auflaufenden Arztkosten!

    ARGE ? – Nee, Jobs haben die auch nicht.

    Bleiben noch Internet Jobbörsen und private Arbeitsvermittler. Letztgenannte sind Kopfgeldjäger der besonders miesen Art. Sie bekommen nämlich von der Bundesagentur für Arbeit und der ARGE Geld dafür, dass Sie dich in einen Job vermitteln, der weder deiner Qualifikation gerecht wird, noch den üblichen in den Firmen gezahlten Gehältern.

    Gestern hatte ich wieder so einen interessanten Fall.

    Ich hatte mich als Einkäufer beworben, da ich diese Tätigkeit bei einem früheren Arbeitgeber in einem Projekt ausgeübt hatte.  Nun weiß ich ungefähr, was ein Einkäufer verdient. Die Gehälter fangen bei 2.000,00 Euro für Berufsanfänger an, bewegen sich im Mittel bei 3.000,00 Euro, können aber auch je nach Veraantwortung bis 5.000,00 Euro und darüber gehen.

    Ein paar Tage, nachdem ich meine Bewerbung abgeschickt hatte, rief mich die Arbeitsvermittlung zurück. “Ja, die Bewerbung ist ja Klasse”, meinte die Dame am anderen Ende. “Haben Sie  noch Interesse? Wir würden Sie gern persönlich kennenlernen!”. Na klar, sagte ich und als Termin wurde der Freitag angesetzt. Ach Gott.. wäre ich mal lieber zu meiner Nordic Walking Gruppe der Best Ager gegangen – ich hätte mir viel Ärger erspart!

    Der Name RAINBOW hatte zwar in meinem Kopf schon eine Alarmklingel bimmeln lassen – ich assoziierte RAINBOW mit GREENPEACE, MÜSLI und “PEACE BRUDER!”. Ich lag fast richtig!

    Die Arbeitsvermittlung? Ein umgebauter Kiosk, ein Ladengeschäft oder sowas ähnliches. Drinnen Möbel, die aussahen, als kämen Sie nicht aus einem Second, sondern aus einem Fifth Hand Shop. Um mein Datenblatt auszufüllen, musste ich in einen Nebenraum, der vom Ambiente ähnlich war. Vom Tisch konnte man einen Blick auf die Toilette werfen, und man war froh, dass man bereits zu Hause das “Geschäft” erledigt hatte, da dieses “Örtchen” nicht zum verweilen einlud. In einem Glas auf dem Tisch steckten 2 vergammelte und angenagte Kugelschreiber mit Werbung (allerdings nicht mit Werbung der Arbeitsvermittlung, sondern von ganz anderen Firmen), sowie ein unangespitzter, ebenfalls zur Zahnpflege genutzter Bleistift.

    Nachdem ich erst mit dem einen, dann mit dem anderen Kugelschreiber (die Mine bei dem ersten war leer), das Formular ausgefüllt hatte, wurde ich umgehend zu einem “Arbeitsvermittler” geführt, der mein Sohn hätte sein können – wenn ich es mit Frauen mit Migrationshintergrund treiben würde..

    Das Gespräch selber dauerte eigentlich dann nur sehr kurz, denn auf die Frage des Gehalts – bei der ich im Formular 2.000,00 Euro eingetragen hatte – wiegte der nette Herr den Kopf, und meinte, soviel wäre der Kunde nicht bereit zu zahlen. Auf meine Gegenfrage, WIEVIEL denn der Kunde zahlen würde (ich rechnete so mit mindestens 1.800,00 Euro als Einstiegsgehalt – es gibt nach Infos aus dem Netz aber in Dortmund keinen Einkäufer der WENIGER als 2.000, 00 Euro verdient), antwortete der Herr Arbeits-Vermittler: “1400,00 Euro Brutto”. Hmm, ich rief mir die Stellenanzeige noch mal vor’s geistige Auge – “in der Stellenausschreibung stand gar nichts von einer Halbtagstätigkeit”, meinte ich dann. “Nein, nein. Das ist ein Vollzeitjob!” entgegnete mein Gegenüber.

    “Hahahaha”.. ich musste herzhaft und laut lachen!

    Er fühlte sich, glaub ich auch etwas pikiert, weil ich ihn quasi auslachte. Ich gab ihm den gutgemeinten Rat, mich wieder zu kontaktieren, wenn der Kunde sich mal mit den handelsüblichen Gehältern angefreundet hat, und nicht versucht Dummenfang und Lohndumping zu betreiben.

    Also lieber Leser: Du siehst, selbst so ein tolles Zertifikat garantiert dir nicht automatisch einen tollen, gutbezahlten Job. Von privaten Arbeitsvermittler schon gar nicht!

    letzte Änderung: 28.06.2010 00:11 Uhr

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