Sonntagsgedanken

  • Sonntagsgedanken: “Houston – wir haben ein ‘haariges’ Problem”..

    ..oder: die Welt retten oder über den “Bad Hair Day” sinnieren? Warum beides zusammen nicht geht..

    Hidiho liebe Community! Alter Falter! Heute erwarte ich in meiner Predigt einiges an Nervenstärke von meinen Schäfchen, denn dieser Beitrag wird zum einen ziemlich lang und zum anderen von Sarkasmus und nicht vorhandener politischer Korrektheit triefen. Aber Sarkasmus, Zynismus und schwarzer Humor sind mittlerweile die einzigen kostenfreien Medikamente, die man allerdings auch dringend braucht, um auf diesem Planeten der Volldeppen nicht selber verrückt zu werden. Deshalb werde ich mich auch nicht, wie man es vielleicht für den gebührenden Akt der Höflichkeit erwartet, im Vorfeld für meine bösen Gedanken entschuldigen.

    Doch worum geht es in meiner heutigen Stunde spiritueller Erleuchtung? Tja, die Erde ist am Ende.. oder besser gesagt: die Menschheit – da beißt die Maus keinen Faden ab, wie es so schön heißt, oder habt Ihr echt noch einen Funken Hoffnung, dass diese Anhäufung egoistischer Idioten tatsächlich irgendwie das Ruder rechtzeitig rumgerissen bekommt?

    Sonntagsgedanken: “Houston – wir haben ein ‘haariges’ Problem”..(Bild links: die nächste Generation der Smartwatch von SAMSUNG sieht dann wohl so aus wie der Pip-Boy aus dem bekannten Spiel Fallout – es kann zum jetzigen Zeitpunkt auch durchaus sinnvoll zu sein, schon mal ein paar Level zu spielen um sich mit dem Ödland und dem Leben nach dem nuklearen Krieg vertraut zu machen. Ein Supermutant ist nicht einfach zu besiegen..)

    Und diesem tollen Planeten ist es eigentlich völlig schnurz, ob der Mensch weiter macht ihn zu einer Müllkippe zu transformieren, den Sauerstoff durch Abholzung von Regenwäldern in Windeseile zu verbrauchen, oder – was ebenso effektiv ist, durch das zündeln von Atombomben und dem folgendem Fallout diesen Planeten unbewohnbar zu machen – diese wunderschöne blaue Kugel wird sich einmal kurz schütteln, einige hunderttausend Jahre warten und dann – so Gott will – endlich eine Spezies hervorbringen, die das Attribut “INTELLIGENT” tatsächlich verdient. Und ja: Du und ich werden dann schon längst zu Staub zerfallen sein und Grundstoff für die nächste Generation fossiler Brennstoffe sein.

    Und weil das alles so absehbar ist und die ganze Sache dadurch nur noch bizarrer wird, komme ich aus einem – zugegeben mittlerweile mit einem irren Unterton – Lachflash nicht mehr raus.


    HIER FOLGT EINE WERBEANZEIGE


    Tja, es eskaliert momentan auf diesem Planeten – auf der einen Seite versucht die nächste Generation verzweifelt den Planeten zu retten – was bei einigen Politikern zu saurem aufstoßen führt. Denn, so was wie die Welt retten hat man gefälligst NACH der Schule zu tun und nicht während des Unterrichts – auf der anderen Seite wird alles mögliche von der Regierung unternommen um die Probleme dieses Planeten NICHT zu lösen.

    Um Herrn Habeck mache ich mir sogar echt Sorgen – der sieht aus und wirkt vor der Kamera wie das Leiden Christie. Bei den aktuellen Fehlbesetzungen der Pöstchen in unserer Ampel glaube ich aber, dass die wenigsten das reguläre Ende Ihrer Amtszeit erleben. Ich tippe mal blind auf unsere Verteidigungsministerin als erste heiße Anwärterin für einen Platz im Wartezimmer der Agentur für Arbeit…

    Doch dröseln wir den Wahnsinn mal im Detail auf..

    Pandemie? Die ist doch jetzt vorbei, oder?

    Als ich in den Nachrichten hörte, dass unsere Regierung jetzt bei der Pandemiebekämpfung “auf die Eigenverantwortung des Bürgers setzt” habe ich einen Lachkrampf bekommen. Doch wirklich. Ich lache selten – und wenn muss der Witz echt gut sein. UND DER WAR DER BRÜLLER!!

    Selbst jetzt wo ich das schreibe, komme ich nicht darüber hinweg und muss mir die Tränen aus den Augenwinkeln reiben, damit ich sehen kann, was ich tippe!

    Sonntagsgedanken: “Houston – wir haben ein ‘haariges’ Problem”..(Video links: ein Symbolvideo für den Covid-19 Kurs unserer Regierung. Dieses Video war für den „Darwin-Award“ nominiert. Ich verkneife mir die Erklärung, für was der verliehen wird. Nur soviel: der diesjährige Preis geht an die gesamte Menschheit)

    “Wir setzen auf die Eigenverantwortung der Bürger!”.. Buahahuahuahh.. seit 2 Jahren haben wir diesen blöden Virus und mussten feststellen, dass die Hälfte der Bevölkerung zu blöd ist sich an die simple AHA-Regel zu halten. Die Krönung war dann noch der Satz, dass man als Infizierter selber entscheiden kann, ob man sich in Quarantäne begibt oder nicht. Na gut, die olle Spaßbremse Lauti hat da wieder zurückgerudert – er kennt wohl langsam seine Bürger, und deren Fähigkeit geistige Transferleistungen in Verbindung mit dem Wort Eigenverantwortung zu vollbringen.

    Wir wissen doch leider, dass man die Wörter „Deutscher“, „Covid-19“ und „Eigenverantwortung“ nicht in einem Satz sagen kann, ohne dass irgendwo auf diesem Planeten ein verzweifelter Virologe mit voller suizidaler Absicht seine Petri-Schalen leerschlürft – und dann haut unsere Regierung so einen Kracher raus!

    Dass das mit der Eigenverantwortung nicht klappen kann zeige ich euch an einem einfachen Beispiel:

    Sonntagsgedanken: “Houston – wir haben ein ‘haariges’ Problem”..(Bild rechts: immer wieder schön – ein sauberes Bett auf der Intensiv-Station. So über das lange Osterwochenende. Bevorzugterweise im Koma mit einem Schlauch im Hals. Dieses hübsche Bild durfte ich schon letztes Jahr zu Ostern nutzen um auf die ziemlich flache Lernkurve der Bundesbürger hinzuweisen. Das war mal gut angelegtes Geld für ein gekauftes Bild – wird sicher nicht das letzte Mal sein, dass ich es benutze…. )

    Ich war letzte Woche einkaufen im Kaufland. Klar, wie es sich gehört mit FFP2-Maske und mit genügend Abstand zu den anderen Kunden. An der Kasse dann die Eskalation! Auf dem Boden sind extra Streifen um selbst dem größten Esel zu zeigen, was 1 Meter 50 Abstand ist. Ich wartete am Ende des Kassenbandes, weil die Dame vor mir  noch nicht weit genug durch den Kassengang gegangen war. Infolgedessen konnte ich auch meine Ware noch nicht aufs Band legen.

    Die AHA-Regel – kennt nach 2 Jahren auch noch nicht jeder..

    Als genug Platz war, ging ich vor, legte meine Waren aufs Band und merkte, als ich den Trenner hinter meine Ware legte, immer ein schubsen im Rücken. Als ich mich umdrehte stand direkt hinter mir eine andere Kundin, die nicht abwarten wollte, bis ich genug Abstand zu ihr hatte. Ziemlich angepisst fuhr ich Sie an, ob Sie das mit den Ein Meter fünfzig Abstand nach 2 Jahren immer noch nicht kapiert hat – und schon mischte sich die hinter ihr stehende Kundin ein und maulte, dass “sie ja nur eben ihre paar Sachen auf’s Band legen wollte”..

    Was zeigt uns das?

    1. Regeln sind nur für andere relevant – nie für einen selbst
    2. Eigenverantwortung klappt nicht bei Vollidioten
    3. obengenannte Vollidioten treten immer im Rudel auf.
    4. nie hat man einen Baseball-Schläger dabei, wenn man ihn braucht

    Traurig, oder? Nach 2 Jahren hat ein Großteil immer noch nicht kapiert, dass es NIE darum ging dass diese Vollhonks sich anstecken, sondern eben genau anders herum – nämlich dass Menschen die gefährdet sind, sich nicht anstecken und vielleicht sterben. Es ist dieses “ich wollte doch nur eben”- Denken, was mich zur Weissglut treibt. Es ist nämlich völlig egal, ob man einen ganzen Einkaufswagen voll mit Ware hat oder nur ein einziges Teil, was man “nur mal eben” aufs Band legen will oder selbst wenn man gar nichts hat und sich “nur mal eben” an den anderen Kunden vorbeizwängen will, weil man nicht warten will – wenn man dabei nicht die 1 Meter 50 Abstand einhalten kann, dann wartet man verdammt noch mal um das Risiko einer Ansteckung zu verhindern!


    HIER FOLGT EINE WERBEANZEIGE


    Ich bin sogar sicher, dass viele die laxen Beschränkungen nun so interpretieren, dass die Pandemie vorbei ist und der Virus harmlos. Und diesen Grottenolmen traut man echt Eigenverantwortung zu? Diese geistigen Tiefflieger können sich ohne fremde Hilfe nicht mal morgens die Schuhe zubinden und gehören in Betreutes Wohnen..

    A propos: Am Wochenende war wieder Bundesliga. Volles Stadion – merke ich immer, weil dann hier in der Straße kein durchkommen mehr ist, denn die „Fans“ stellen ihre Dreckskarren hier trotz Anliegersiedlung kreuz und quer ab. Es gibt hier nämlich leider einen Schleichweg durch die Bolmke zum Stadion. Was liegt also näher sich über Schilder hinwegzusetzen, sich kreuz und quer auf Straßen und Bürgersteige zu stellen – sollen die Bewohner doch zusehen wo sie parken. Bei dieser Form der Rücksichtsnahme kann man davon ausgehen, wie die Form der Eigenverantwortung bei der Pandemie aussieht – sie ist quasi nicht existent..

    Also 80.000 grölende Fans mal wieder auf einem Haufen – mit einem vorherigem Marsch durch die Stadt. Auf den Fotos trug nicht einer der dicht an dicht laufenden BvB-Fans eine Maske. Aber wir wissen ja aus obigem Beispiel, dass grade Fussballfans sich durch Regelbefolgung, Empathie und Eigenverantwortung einen Namen gemacht haben – von daher alles Sicher. Jedenfalls bis Dortmund dann nächste Woche zum Hotspot wird. Inzidenz heute bei 1115. Aber da geht noch was.. wetten?

    Vielleicht ist unserer Regierung aber auch klar geworden, dass es jetzt in Riesenschritten Richtung Weltuntergang geht. Ich meine, an den Polen mal eben 20° C zu warm für die Jahreszeit – da kann das dort gebundene CO2 aber mal ordentlich die Atemluft verdünnen, wenn es aus dem schmelzenden Eis diffundiert. Und dann ist da noch der Herr Putin, der nur drauf wartet den Startknopf auf seinem Raketenköfferchen zu drücken.

    Wir haben also echt viele Optionen die Radieschen von unten zu betrachten: Wir können wegen Sauerstoffmangel ersticken, durch Atombomben verdampft oder durch den Virus ausgelöscht werden – das ist ja quasi ein „All you can die“ – Menü der Spitzenklasse! Was soll man da noch die Leute mit den blöden Beschränkungen nerven?


    HIER FOLGT EINE WERBEANZEIGE


    Doch verlassen wir den ganz persönlichen Wahnsinn und die Rubrik “Alltagsabenteuer mit Idioten” und wenden wir uns wichtigeren Themen zu – denn was kann wichtiger sein, als die Rettung des Planeten. Naja, außer es kommt ein “Bad Hair-Day” dazwischen. Wir wissen ja, wie launisch Weibsvolk werden kann, wenn der Friseur die zweihundert-Ocken-Frisur verhunzt hat. Da macht Frau keine Gefangenen! So geschehen bei der Fridays for Future Ortsgruppe Hannover.

    Da wurde eine Künstlerin mit Dreadlocks ausgeladen, weil deren Frisur den Veranstaltern nicht passte. Die formulierten es worttechnisch geschliffener und ausschweifender, aber im Endeffekt lief es aufs gleiche hinaus. Toppten das dann noch mit der Lösung, sich doch die Haare schneiden zu lassen um doch noch auftreten zu dürfen..

    Wow, ich weiß ja nicht, wer da für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, aber ich würde dringend zu einem Jobwechsel raten.

    Wenn es ein Doppel-L geben würde für einen Doppel-Loser – den Preis hätte die Ortsgruppe sicher. Zum einen die Absage mit einer – in meinen Augen nicht existenten – kulturellen Aneignung zu begründen und dann noch ein Übergriff ins Persönlichkeitsrecht mit der Aufforderung sich die Haare zu schneiden. Darauf gibt es von mir gleich 2 hochgereckte Stinkefinger..

    Doch was ist dieses ominöse “kulturelle Aneignung” überhaupt?

    Kulturelle Aneignung? So etwas gibt es gar nicht!..

    Zum ersten  – und hier werden bei einigen Weltverbesserern und Gutmenschen die Adern an der Stirn pochen und Sie werden sicher erbost die Zähne fletschen und mich in die Blogger-Hölle wünschen: es gibt so etwas wie “cultural appropriation” gar nicht! Kann es auch gar nicht, denn unsere komplette Menschheitsgeschichte baut quasi auf “Kulturraub” auf.

    Schon die ollen Steinzeitmenschen merkten, dass ein Faustkeil mehr weh tut, wenn man den auf die Omme bekommt, als die bloße Faust. Also wurde der Faustkeil als hübsches Trage-Accesoire, welches ganz chic zum rustikalen Bärenfell passte, abgekupfert. Wie das Bärenfell auch – oder glaubt Ihr, dass zeitgleich alle Neandertaler morgens aufwachten und dachten: “Hmm, draussen ist kalt – in so’nem hübschen Bärenfell würde es doch jetzt sicher kuschelig warm sein” um dann loszurennen um sich mit einem Grizzly anzulegen? Nöö, das wurde quasi durch Augendiebstahl von Clan zu Clan weitergetragen. Und auch weiterentwickelt – also der Diebstahl – nicht das Bärenfell. Naja, damals gab es eben auch noch keine Patentämter, die über geistiges Eigentum wachten..

    Der Begriff “cultural appropriation” wurde nur erfunden um damit Kohle machen zu können – denn was macht ein mit seinem bisherigem wertlosem Leben unzufriedener Homo Sapiens? Er sucht sich eine vermeintliche Diskriminierung, übersetzt diese in Englisch, damit es sich cool anhört, schreibt ein (vermeintlich) schlaues Buch darüber  – und schon tritt er als Experte in Talkshows auf, vermarktet sein Buch, bekommt Millionen an Tantiemen und kann sich endlich bei McDonalds mal satt essen..

    Doch fragen wir mal Wikipedia was die zum Thema Kulturelle Aneignung meinen:

    “Quelle Wikipedia: Mit dem Begriff Kulturelle Aneignung (englisch cultural appropriation) wird die Übernahme eines Bestandteils einer Kultur von Trägern einer anderen Kultur oder Identität bezeichnet. Die ethische Dimension kultureller Aneignung wird in der Regel nur dann kritisiert, wenn die Träger der angeeigneten Kultur einer Minderheit angehören, die als sozial, politisch, wirtschaftlich oder militärisch benachteiligt gilt.[1][2][3] Die Kultur wird aus Sicht der Kritiker durch ihre historischen Unterdrücker ihrem Kontext entrissen.[4][5][3] Die Verwendung des Begriffs der Kulturellen Aneignung wird wiederum als Identitätspolitik kritisiert.[6]

    In diesem Kontext wird auch häufig Greg Tate zitiert, der in seinem Buch Everything But the Burden: What White People Are Taking From Black Culture schreibt, dass weiße Menschen alles aus schwarzen Kulturen übernehmen würden, außer die Diskriminierung, die damit verbunden ist, schwarz zu sein.

    Grob gesagt ist es also kulturelle Aneignung, wenn sich eine vorherrschende Spezies etwas aneignet, was einer schwächeren Minderheit gehört.

    Tja, das ist blöd – denn wir Westeuropäer haben da eigentlich schon durch unseren immensen Reichtum die Arschkarte gezogen. Und im anderen Völker unterjochen waren wir auch nicht ganz unerfolgreich. Ach Moment: wenn dem so wäre, dann würden in den deutschen Jobcentern ja nur Ausländer –  bildungsfern und farbig dazu – sitzen. Nur dumm, dass dort auch gut ausgebildete Deutsche Ingenieure und Professoren namens Meier und Müller sitzen. Sollten wir also da etwas differenzieren?

    Na gut, denken wir globaler. Wie ist das mit der Pizza? Nach Knödeln mit Sauerbraten ja das Lieblingsessen der Deutschen. Vielleicht sogar andersrum. Die Pizza kommt wie alle wissen aus Italien und ist eigentlich ein “arme Leute-Essen”. Man machte einen Teig und warf die Reste, die man noch übrig hatte darauf. Fertig war das gestreckte Essen für die Familie.


    HIER FOLGT EINE WERBEANZEIGE


    Nach der strengen Definition der Wikipedia dürften wir die gar nicht essen, weil wir uns damit über die armen Leute in Italien lustig machen – Stichwort Gastarbeiter, Kapische?…

    Was ist mit der Modebranche? Erinnert Ihr euch an die hippen Jeans mit den kaputten Knien? An die seltsamen übergroßen Jacken mit überlangen Ärmeln in denen man die Hände der Träger nicht mehr sah? An die Hosen mit dem seltsamen Hosenboden, der bei dem Träger in den Kniekehlen saß?

    Alles das sind keine Erfindungen der Designer, sondern Adaptionen. Es ist ein Zerrbild der durch Armut gebeutelten Unterschicht, die kein Geld haben um sich passende Kleidung zu kaufen, Kleidung geflickt und wieder geflickt wird und wo wärmende Jacken von der großen Schwester an die kleine Schwester weiter gegeben wird. Also ab damit in den Kleiderkreisel und das Beweisstück deiner kulturellen Aneignung schnell online verhökern. Eventuell kriegst Du es ja sogar verkauft, hoffentlich ohne allzuviele Schmäh- und Drohmails der Weltverbesserer..

    Was ist mit Tabak, Zigarren und dem Pfeife rauchen? Das wurde von den Indianern abgekupfert. Hat die jemand gefragt, ob man sich auch mal ‘ne Kippe anstecken darf? Ach Indianer sind ja auch irgendwie Fremdkörper in Gods own Country – stehen dem Fortschritt im Weg, wollen im Einklang mit der Natur leben. Ist wohl schon besser, dass die in Reservaten leben. Also wenigstens die, die die Massakrierung überlebt haben.

    Was ist mit Maltechniken großer Künstler? Die meisten starben bekanntermaßen bettelarm. Deren Malstil wird aber gerne ungefragt kopiert um selber damit Geld zu verdienen. Klar, dass jeder, der ein Bild im Stile van Gogh malt, Tantiemen an seine Nachfahren überweist, oder? Wie? Etwa nicht? Na, so ein Schuft aber auch..

    Doch der schlimmste Fall der kulturellen Aneignung kommt erst noch – denn was ist wehrloser als ein Tier?

    Auch hier macht sich der Mensch lustig über ein Lebewesen, verhöhnt es – verspeist es sogar!

    Für die vermeintlich coolen Kiddies ist es ein Septum – für das gemarterte Rindvieh ist es ein Nasenring, mit dem er gefügig gemacht wird um in die Richtung dirigiert werden kann, die der Bauer will. Das klappt allerdings auch bei den Septums der Kiddies – wenn eure gepiercte Freundin also mal wieder faul auf der Couch liegt, statt zu putzen – ihr wisst jetzt, wo Ihr die Kette einhaken könnt..

    Sonntagsgedanken: “Houston – wir haben ein ‘haariges’ Problem”.. Sonntagsgedanken: “Houston – wir haben ein ‘haariges’ Problem”..
    das Original: stolz trägt dieses Rind seinen Nasenring aus hochwertigem Chirurgenstahl. Seit Generationen weitergegeben von Vater Rind zum neugeborenen Kälbchen. die Fälschung: dieser Nasenring wurde dem Original nachempfunden. Die angebrachte Kugel soll die Herkunft aus der Spezies der Rinder verschleiern, was nur unzureichend gelingt!

    Und ich werde mir jetzt auch eine Diskriminierung einfallen lassen – vielleicht “Boomer Bashing”? Die gemeine und hinterhältige Art von Kackblagen sich in Bus und Bahn beim einsteigen vorzudrängeln um mir den letzten freien Sitzplatz vor der Nase wegzuschnappen um mich dann auch noch frech anzugrinsen. DENN DAS IST ECHTE DISKRIMINIERUNG!

  • Sonntagsgedanken: ABSPANN! Meine ganz persönliche Abrechnung mit dem Jahr 2017..

    ..oder: “so schnell ist nichts geschafft” ist die neue Maxime in der BRD..

    Es hat sich ja seit längerem eingebürgert, dass die wichtigen Menschen in dieser Republik am Ende des Jahres ein Fazit ziehen und mit dem vergangenem Jahr abrechnen.  Nun, welche geistigen Ergüsse könnten wichtiger sein, als die von Deutschlands berühmtesten unbekanntem Blogger – Jepp, die Rede ist von mir – weshalb ich hier mein ganz persönliches Fazit zum Jahr 2017 ziehe..


    HIER FOLGT EINE WERBEANZEIGE


    Das Jahr 2017 bringt bei mir Gefühle hoch, wie das aktuelle Schmuddel Wetter zu Weihnachten: trüb, regnerisch, unangenehm. Ein Wetter, das nicht zur Jahreszeit passt, denn für mich gehört wenigstens zu Heiligabend etwas Schnee dazu. Aber Nieselregen und 10° C.? Nee, echt jetzt.. vergiss es!

    Da bleib ich dann doch lieber zu Hause (ich war dieses Jahr nicht ein einziges mal auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt). Genauso zum vergessen, wie das Wetter ist auch der Rest: Job, Gesundheit, Politik – alles war dieses Jahr zum abhaken (und damit meine ich nicht das positive abhaken mit dem Häkchen und Daumen nach oben..

    Diabetes BesteckDer Samen für ein verwachstes Jahr 2017 wurde allerdings schon Ende 2016 gesät, als die Firma an die ich über 2 Jahre lang von meiner Zeitarbeitsfirma ausgeliehen war, plötzlich glaubte ohne mich auskommen zu können. Im Dezember war ich ohne Job und Ende März war ich dann auch bei meiner Zeitarbeitsfirma entsorgt – denn Mitarbeiter, die man nicht vermieten kann, kosten ja nur Geld und werden schnellstens wieder für den Arbeitsmarkt freigegeben. Hier noch mal ein fettes Dankeschön an die Herren Schröder, Müntefering und Clement für Ihre Agenda 2010 und die damit verbundenen “Verbesserungen” auf dem Arbeitsmarkt – euch Penner soll der Blitz beim scheissen treffen…

    Ab März war Deutschlands bester aber unbekanntester Blogger also wieder mal Gast beim Arbeitsamt, was ich als schönen Mist empfand – und als wenn dies nicht reichen würde, wurde bei mir im Februar auch noch Diabetes Typ 2 diagnostiziert.

    Nachdem ich die Warnsignale wie dauernd trockenen Mund (den ich sinnigerweise und äußerst kontraproduktiv mit süßen Fruchtsäften und noch süßerer Coca-Cola bekämpfte), ewigen Harndrang  (der so stark war, dass ich – der normalerweise stundenlang “anhalten” kann – schon nach dem Weg zum knapp 2 Kilometer entferntem Kaufland dort das WC aufsuchen musste um nicht in die Buchse zu pullern) erfolgreich ignorierte – schließlich sieht man ja bei den ganzen jungen Leuten immer eine Buddel Wasser im Gepäck – ging ich dann doch nach ein paar Wochen mal zum Arzt. Der Schnelltest ergab dann einen Messwert, der nicht mehr auf die Skala passte: er musste also über 600 sein. Das ist dann in der Regel, der richtige Zeitpunkt das knallrote RTW kommen zu lassen und die Jeans gegen den netten Umhang mit dem blanken Popo zu tauschen..ich im KH

    Nach 10 Tagen im Krankenhaus, in denen ich dahingehend geschult wurde, mit dem mich nun mein Leben lang begleitendes Monster Zucker zu leben, lief mein Leben wie gewohnt weiter: 1x im Monat zum Arbeitsamt – Bewerbungen schreiben – Absagen erhalten. Das übliche also, wenn man 59 Jahre auf dem Buckel hat und einen Job sucht..

    Statt dem neuen iPhone X, dem ich nun leider so gar nichts abgewinnen kann, zogen also so tolle medizinische Geräte wie Blutzuckermessgerät, Blutdruckmessgerät, Pulsoximeter und  eine megatolle Bluetooth-Waage von NOKIA in meine Butze ein, um von nun an meine Gesundheit zu überwachen.

    Doch es geschehen ab und zu Wunder (und damit kommen wir auch zum einzigen Lichtblick im ganzen Jahr 2017): Man stellte fest, dass es ohne mich in der alten Firma nicht ging und ab Mitte Juni saß ich wieder in Essen an meinem alten Schreibtisch – sogar mit einem netten Gehaltsupdate – aber natürlich auch wieder nur ausgeliehen..

    Das war’s dann für dieses Jahr auch mit den positiven Nachrichten, denn wenn ich in den Medien mitbekomme, was in diesem Land so alles abgeht, möchte man am liebsten den sauteuren 55 Zoll Fernseher aus dem Fenster werfen, um sich nicht irgendwann mit einem Seil um den Hals auf einem Stuhl stehend von diesem Planet voller Irrer zu verabschieden.

    Love IslandZum Thema TV und Irre: was um alles in der Welt ist bloß in den Köpfen der Sendeformat-Verantwortlichen bei den privaten Sendeanstalten falsch verdrahtet? Das Dschungelcamp ist – ich kann es kaum glauben – das erfolgreichste Fernsehformat der letzten Jahre. Man sollte glauben, dass eine Sendung, in der Menschen ihre im tiefsten Inneren verwurzelten Ekelgrenzen überwinden müssen, schnell wieder abgesetzt werden würde – doch leider werden die Sendeformate immer seichter und deren Protagonisten haben den IQ eines an Syphilis leidenden Goldhamsters und die Allgemeinbildung eines Drittklässlers. Adam sucht EvaNeben “Naked Attraction” – einem Sendeformat wo die Genitalien einer ansonsten unbekannten Person im wahrsten Sinne des Wortes “im Rampenlicht” stehen, gab es noch schlimmere Formate wie “Adam sucht Eva” und “Love Island”. Wenn auf abgelegenen Inseln, abgehalfterte C-Promis die sich nicht zu Schade sind, für jede schlüpfrige Schlagzeile in der Presse ihre Titten oder Schwänze ins rechte Licht zu rücken, um jede x-beliebige Person des anderen Geschlechts an zu baggern um dann erfolgreich damit zu kopulieren, Sendezeit bekommen – dann ist das Bildungsfernsehen endgültig verloren.

    Strunzdumme – mit Tendenz zur Idiotie neigende, selbstherrliche und selbstverliebte Spinner, die auf einsamen Inseln blank ziehen – muss ich mir so was anschauen? Gut, man kann weiterzappen – bloss: viel besser wird’s auf den anderen Sendern nicht. Oder wie kann man es sonst erklären, dass ganz eindeutig „Promis“, die nicht klar bei Verstand sind ihre kruden Gedankenschnipsel zur Primetime auf die leidenden TV-Konsumenten loslassen dürfen? Sonntagsgedanken: ABSPANN! Meine ganz persönliche Abrechnung mit dem Jahr 2017..

    Menschen wie Martina „Big“ – die im Interview wegen der aufgespritzten Lippen nur undeutlich brabbeln kann und die wie das Zerrbild eines Menschen aussieht (und an der von ätzenden falschen Fingernägeln,  mit Salzwasser aufgefüllten unnatürlichen Brüsten die  bis hin zu der mit in Deutschland verbotenen Präparaten geschwärzten Haut – alles falsch ist) – ein Dummchen erster Güte (und von Ihrem ebenfalls unterbelichtetem Freund in Ihrem Wahn unterstützt), die selbst mit 2 zugedrückten Augen noch den Status „Realitätsfern“ erfüllt, sind sicher nicht geeignet, das Niveau der privaten Sender anzuheben. Es wäre die Aufgabe solche Menschen zu schützen, aber dies widerspricht wohl dem Trend zum Gaffertum, der immer mehr um sich greift. Statt helfen lieber das Handy raus und filmen – einfach nur armselig..

    Ist der Müll, der da über den Äther auf die TV-Konsumenten ausgeschüttet wird, tatsächlich das Niveau, welches das Gros der deutschen Bevölkerung sehen will? Das macht mir echt Angst..

    Angst macht mir auch, wenn ich mitbekomme, was auf deutschen Polizeischulen an “Freunden und Helfern” herangezogen wird. Dazu kommen die schlechten Erfahrungen von Menschen in meinem Bekanntenkreis – allesamt Bürger mit respektablem Job, zum Teil selber Beamte – mit dem vermeintlich netten Schupo von nebenan. Dass die bekannten Medienpolizisten Toto & Harry nicht grade die hellsten Kerzen auf der Torte waren – geschenkt. Aber wenn sich geweigert wird, Straftaten aufzunehmen, oder ein unbeteiligter Zeuge, der selber noch die Polizei verständigt hat nur im Befehlston angeschnauzt wird – dann lässt sich eine erschreckende Tendenz zur Haltung der Polizei gegenüber dem Bürger feststellen. Doch diese Haltung sollte dann doch lieber gegenüber wirklichen Straftätern eingenommen werden.


    HIER FOLGT EINE WERBEANZEIGE


    Polizei und Politik – das passt, denn es fängt beides mit P an und beides macht mir Angst und Bange, wenn ich an die Zukunft denke. Denn bei dem, was politisch auf diesem Planeten abgeht, stehe ich vor schierer Verzweiflung quasi bereits mit beiden Beinen auf dem besagten obigen Stuhl.

    Schaue ich mir die Lobby-hörigen Politiker an, denen nur eines wichtig ist, sich die Taschen vollzustopfen bis sie platzen, ist klar: für den Bürger wird schon lange nichts mehr entschieden. Bei so viel Egoismus ist es ja fast schon logisch, dass es dieses Land nicht schafft eine Regierung zu bilden. Vielleicht ist dies ja sogar besser so. In diesem Fall gebe ich der Aussage: „lieber nicht regieren, als schlecht regieren“, sogar recht – auch wenn der, der dies ursprünglich sagte, wahrscheinlich etwas anderes im Hinterkopf hatte, als er es vor den Mikrofonen rausposaunte. Dass unsere gewählten Volksvertreter sich in den letzten Wochen nur in einem Punkt einig waren: als es nämlich darum ging, mal wieder die Abgeordneten-Diäten zu erhöhen, und alle wild mit dem Arm im Plenarsaal winkten, um die Erhöhung durchzubringen, zeigte welch Geistes Kind sich da auf den Stühlen rumfläzt..

    Plastik im OzeanUnd so geht’s munter weiter. Der Wahnsinn ist ständiger Begleiter. Der amerikanische Präsident streitet das Klimaproblem ab und lässt wieder nach Herzenslust die amerikanische Natur durch den Tagebau zerstören. Die Umweltzerstörung geht immer weiter – aber keinen stört’s. Die Meere sind bald leergefischt. Ein Fangverbot für die Länder, die nicht zwingend auf Fisch angewiesen sind täte dringend Not. Vergisst es – gibt’s keine Lobby für. Im Jahre 2050 soll mehr Plastik in den Weltmeeren rumschwimmen als Fische.

    Das ist Sie also die vielgelobte Menschheit? Die Spitze der Evolution? Eine Spezies die seinen Planeten trotz besserem Wissen in Windeseile kaputtmacht, wichtige Entscheidungen, die keines Aufschubs bedürfen, 20 Jahre in die Zukunft verschiebt – solange auch nur ein mickriger Euro oder Dollar damit verdient werden kann? Da könnte ich strahlkotzen!

    Dazu passen die diesjährigen Lobby-Entscheidungen unserer Regierung, die sämtlich gegen den Willen der Bürger getroffen wurden. Glyphosat wird weiter eingesetzt – und es gibt keine Entschädigung für die Dieselbesitzer, die im Glauben waren Ihre Karre würde nicht die Luft verpesten. Überall gibt es das Recht einen arglistig verschwiegenen Mangel zu rügen (auch, und ganz besonders in Deutschland, denn das ist im HGB verankert) – Amerika verdonnert alle deutschen Hersteller zum Schadensersatz an die betrogenen Dieselkäufer  – aber der dumme deutsche Autofahrer geht natürlich leer aus, weil die Automobil-Lobby im Kanzleramt rumgeheult hat, dass dies jede Menge Arbeitsplätze kosten würde.  Also werden die Betrogenen erneut betrogen – der reine Wahnsinn!

    Zum Thema Wahnsinn passen dann auch die politischen Führer der Weltmächte:

    • Eine senile deutsche Kanzler-Omi, die kaum, dass Sie eine Entscheidung getroffen hat, diese revidiert (weshalb hier seit gefühlten 100 Jahren nichts vorangeht)
    • ein amerikanischer Präsident, der lieber auf Twitter andere Mitmenschen beleidigt, als seine Allgemeinbildung zu verbessern – und ganz generell ein Problem mit der Realität hat
    • ein russischer Präsident, der früher hoher KGB Offizier war und bekanntermaßen gute Kontakte zur russischen Mafia hat
    • und ein völlig durchgeknallter nordkoreanischer Psychopath, der gerne mit Atombomben spielt.

    Die obige Liste legt keinen Wert auf Vollständigkeit.

    Ist das das wirklich das beste, was dieser Planet zu bieten hat, um eine friedliche gemeinschaftliche Zukunft des Homo Sapiens zu ermöglichen? That’s it!

    Falls  mich jemand sucht – Ich bin dann mal auf’m Stuhl…

  • Sonntagsgedanken: wie viel Messie steckt in Dir?

    ..oder: Ist physikalisches Eigentum ein Relikt aus der Steinzeit?..

    Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, von Geld, was wir nicht haben um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen.

    Volker Pispers

    Das soll mal ein Spruch zum Nachdenken sein – denn es steckt viel Wahrheit drin. Dieses Hamsterrad des Konsums, welches sich immer schneller und schneller dreht, solange wir dort drin stecken und das uns immer ins Ohr flüstert noch teurere und noch überflüssigere Dinge kaufen zu müssen, um mit den anderen Hamstern – oder nennen wir Sie richtigerweise Konsumgefangene – mithalten zu können, kann der Psyche eines Menschen auf Dauer nicht gut tun.

    Seit einem halben Jahr habe ich wieder einen richtig gut bezahlten Job in der IT. Das erste was meinen Freunden einfiel dazu zu sagen, war: „dann kannst Du Dir ja endlich wieder ein Auto kaufen“. Ja, das könnte ich sicher, meine Bank würde mir sofort 24.000 € leihen – zu blöd, dass ich keinen Bock habe auch nur einen einzigen Cent in eine Benzinschleuder zu stecken die 90% des Tages auf einem Parkplatz steht und jede Minute Geld kostet. Durch die Äußerung kein Auto haben zu wollen, gelte ich bei einigen Freunden schon als Sonderling oder Eigenbrötler – nicht weit weg vom Almöhi aus Heidi. Ich oute mich sogar noch weiter: Ich trage ein preiswertes T-Shirt, designt von Angelo Litrico, aus dem Proletenklamottentempel C&A, statt ein überteuertes Camp David-Shirt aus der Nobel-Boutique! Huuh, jetzt muss ich mit weiteren Konsumverweigerungsbekenntnissen vorsichtig sein – denn damit bin ich gesellschaftlich nicht mehr weit davon entfernt bei Facebook entfreundet zu werden.

    Du hast auch nicht mehrere Autos in deiner Garage? Was? Du hast keine Autos? Nicht mal eine Garage? Ja, sorry – aber bei solch beängstigenden wirtschaftlichen Verhältnissen darfst Du dich nicht wundern, wenn Du auf Partys bei den ganzen hippen Leuten so gefragt bist wie Knoblauchbutter auf einem Vampir-Kongress und Du deine Samstagsabende überwiegend mit deinen aufblasbaren „Freundinnen“ verbringen musst..

    Partygirls 3

    (Die Mädels auf deiner Party müssen von Dir selber aufgeblasen werden, damit überhaupt eine sexy Zuckerschnecke  auf deiner Party angebaggert werden kann? Tja, das Problem  könnte an deinem miesem sozialen Status liegen. Aber etwas Gutes hat es auch. DIESE Mädels musst Du nicht lange vollquatschen, um Sie rum zu kriegen. Droh Ihnen einfach damit den Stöpsel rauszuziehen, wenn Sie rumzicken..)

    Erkennst Du dich wieder? Nein? Sei froh – Du gehörst also scheinbar zu den „gut betuchten“ (wenn ich mal diesen etwas angestaubten Begriff benutzen darf) Menschen dieses Konsumsystems.

    Doch dieses Intro leitet gut zur Überschrift und dem Thema über das ich heute “sinnieren” möchte über: Vor einiger Zeit sah ich mal eine der üblichen TV-Pseudo-Reality-Magazine. Es ging darum einen Messie aus seinem Müll zu befreien und Ihn wieder ‚auf Spur zu bringen‘, wie ein “normaler” Mensch zu denken.

    Das machte mich nicht nur etwas nachdenklich – sondern ließ mich sogar in höchstem Maße unruhig werden.

    Nicht weil die Sendung wie immer beim privaten Prekariatsfernsehen üblich, zu theatralisch war. Es machte mich nachdenklich, weil ich langsam Angst bekam wegen zu vielen Dingen in meiner Wohnung (es wäre vermessen die in meiner Butze “gehorteten” Dinge Reichtum nennen zu wollen) selber ein Messie zu sein. Natürlich noch weit davon entfernt wie in der Fernseh-Sendung gezeigt – also mehr so ein ‚Messie in Ausbildung‘. Wie auch immer – der Beitrag hatte etwas Adrenalin in die Adern gepumpt und mich aufgerüttelt: Diese Frage musste augenblicklich untersucht werden und eine eindeutige Antwort her.

    Also mal kurz den PC angeworfen und im Internet kurz den Begriff Messie recherchiert. Das dauerte gar nicht lang. Die Definition eines Messie (nicht zu verwechseln mit Lionel Messi, dem Fußballer) war also lt. Wikipedia wie folgt:

    Das Messie-Syndrom ist eine psychische Wertbeimessungsstörung, das heißt Betroffene schätzen Wert und Nutzen verschiedener Dinge anders ein als der Durchschnitt der Bevölkerung. Das kann sich auf unterschiedlichste Dinge beziehen: Zeitungen und Bücher, Lebensmittel, Werkzeuge, Verpackungsmaterial, Spielsachen, Ersatzteile, Kleidung usw. Die betreffenden Gegenstände werden entweder beschafft, sofern sich eine Gelegenheit ergibt, oder einfach behalten, statt sie zu entsorgen. Einige Messies sammeln nur eine bestimmte Art von Dingen, andere sammeln alles und werfen überhaupt nichts weg, da sie sich nicht davon trennen können.

    Teilweise führt dieses Verhalten zu Verwahrlosung und Vermüllung, Schwierigkeiten im sozialen Umgang oder anderen Problemen. Allerdings ist keines dieser Symptome charakteristisch für das Messie-Syndrom. Viele Messies führen nach außen ein völlig normales bürgerliches Leben.

    So weit – so gut, das hatte ich also verstanden..

    Ich warf einen Blick auf meinen Wohnzimmerschrank, dessen Deckenkranz mir plötzlich sehr besorgniserregend ins Auge sprang..

    Knapp 3 Meter Audio-CDs (es können so knapp 300 Stück sein, aber auch mehr) stehen dort nach Albuminterpret sortiert – zum Teil auch seltene Stücke (nach denen ich lange gesucht habe um damit die vorhandenen Vinyl-Platten zu ersetzen), die nicht mehr neu veröffentlicht werden, weil die Auflage zu klein sein würde. Ich höre zwar tagsüber die ganze Zeit Musik (erlaubterweise sogar im Büro)– die alten CDs lege ich aber nicht jeden Tag in den ebenfalls betagten DENON CD-Player um sie zu hören.

    Ich finde, manche Musik ist einfach nicht zum schnellen konsumieren gemacht. Dafür gibt’s ja die Top 100 Charts. Zum Teil sind mit den CDs darüber hinaus einzigartige Kindheits-und Jugenderinnerungen verbunden. Zum Beispiel das YES-Konzert Anfang der 70er mit der ganzen Bande Jugendlicher hier aus der Siedlung in der Westfalenhalle welches mich mit einer noch nie gesehenen Farb- und Lichtershow schier sprachlos machte.

    Oder das Konzeptalbum “The Lamb lies down on Broadway” von GENESIS – welches mich an die Zeit in meiner Jugend erinnert als wir als 15jährige Mofa-Rocker zu Viert auf einen Camping-Platz ins Sauerland “cruisten” und dort von früh bis spät nur das Album “Foxtrot” von eben dieser Gruppe Genesis hörten, lauthals mitgrölten ungefähr 20 Batterien in dem mitgebrachtem Grundig Radiorecorder durchjagten und von den anderen Zeltplatzbewohnern aufgrund unserer schlechten aber dafür umso lauteren Gesangsbemühungen fast verprügelt wurden.

    Aber vielleicht sind das ja auch nur einige der üblichen Messie-Ausreden, wenn man sich einfach nicht von Dingen trennen möchte, die einem etwas bedeuten..

    seltene Audio-CDs

    (Audiophile Kostbarkeiten aus meiner Jugend, mit denen zauberhafte Erinnerungen verknüpft sind. Auch wenn ich Sie nicht jeden Tag im CD Player habe – bin ich ein Messie wenn ich Sie nicht wegschmeiße – oder werden wir von den Medien dahingehend manipuliert, dass Dinge, die ich nicht täglich nutze aus mir einen Messie machen? Mit anderen Worten: alles was Du nicht am Körper trägst ist entbehrlich..)

    Schaue ich mir an, was ich in letzter Zeit für Musik gehört habe und ob diese allenfalls Massenware zu nennenden Soundschnipsel irgend etwas in mir auslösen, dann muss ich sagen – Nein! Kein Akkord  von der in den letzten Jahren konsumierter Musik bringt in mir irgend etwas zum schwingen. Giotto-BeautyHöre ich mir an, was andere Menschen sagen, dann hat auch kaum jemand von denen noch Audio-CDs zu Hause. “Nöö, was soll ich damit?”, “Ach, Musik lade ich bei iTunes – wenn’s mir nicht mehr gefällt, schmeiß ich’s wieder runter” – so  ungefähr ist momentan der Umgang mit dem Kulturgut Musik.

    Im Store angeklickt und schon wird die MP3 Datei heruntergeladen. Dass ein verlustbehaftetes Komprimierverfahren wie MP3, Audio-Daten weglässt, und deshalb für Pop-Musik zwar gut geeignet ist, für audiophile Genießer von Klassischer Musik aber nicht, ist eine andere Sache.

    Dazu kommt, dass die Künstler, die Musik machen immer schlechter werden. Momentan ist in Deutschland eine Cover-Version von dem großartigen Disco-Hit ‘Ain’t Nobody’ von Chaka Khan auf Platz 1. Dieses Lied kommt nicht ansatzweise an das Original heran. Ein hübsches junges Ding, aber ein dünnes Stimmchen, das am Mischpult hochgezogen wurde, einige Akkorde schief, der Text nur genuschelt. Klar, das Video ist was fürs Auge – aber das ist die Ferrero Giotto Werbung mit der scharfen Italienerin Elisabetta Canalis auch..

    Wer mal das Original zum Vergleich hören möchte – unten gibt’s den Link.

    Vom Wohnzimmerschrank schweifte mein Blick beunruhigt zu einem Hochregal an der anderen Wand. Von oben bis unten ist das Regal vollgepfropft mit DVDs – und nicht einbezogen sind da die 7 Umzugskartons die noch im Keller auf Durchsicht warten – mit bisher noch nicht angeschauten oder zumindest sortierten DVDs, die mir ein Freund vererbt hat. Alte Serien aus meiner Jugend  stehen anschaubereit da – einige habe ich extra bei einem großen Versandhandel erworben, weil ich mich an die alten Serien noch erinnerte und Sie als Kind gut fand – was ich von vielen aktuellen Serien wirklich nicht behaupten kann! Und dass es Leute gibt, die bereit sind sich die RTL-Hirnerweichungsshow “Bauer sucht Frau” auf DVD zu kaufen, um sich noch mal anzuschauen, was jeder vernunftbegabte und sich nicht fremdschämen wollende Erdenbewohner sofort wegzappen würde, macht mir nebenbei gesagt ein bisschen Angst und lässt mich daran zweifeln, dass wir die Spitze der Evolution sein sollen.

    Doch wie gesagt kaufen und schauen ist zweierlei. Ungefähr ein Drittel der DVDs habe ich gesehen – zwar immer den Vorsatz gehabt, auch alle anderen zu schauen – doch der den kompletten Tag ausfüllende Job lässt mich Abends nicht mehr entspannen um mal in Ruhe eine DVD einzulegen. Soll ich deshalb die DVDs entsorgen – und das Hochregal dann sinnvollerweise am Besten gleich mit?

    Mein virtueller Rundgang durch die Wohnung ging weiter. Ein weiteres Regal im Büro machte mir Sorgen. Der deutsche Playboy von 1979 bis 1995 steht dort nach Ausgaben gestapelt – bereit die Sammlung irgendwann mal an meinen Sohn weiter zu geben, damit der meine Langzeitanatomiestudien an Weibsvolk in meinem Sinne weiterführen kann. Tja – das blöde ist: ich habe keinen Sohn, denn dazu braucht man im allgemeinen eine Frau, aber und ich und das Frauenuniversum – nee, da gibt es irgendwie keine Kompatibilität für sowas wie eine langfristige Bindung. Naja, lassen wir das Thema..

    MessistapelGenauso sieht es mit einem 2 Meter breitem und ebenso hohem Bücherregal aus. Etliche Bücher stehen dort dicht gedrängt. Sie sind auch etliche Jahre – sogar Jahrzehnte – alt. Von meinen verstorbenen Großeltern übernommen, die in der Büchergilde Gutenberg waren. Viele, viele Klassiker sind dabei. Einige habe ich gelesen – die meisten nicht. Letztes Jahr habe ich mal das komplette Regal leergeräumt, alle Bücher entstaubt und alles wieder eingeräumt. Natürlich würde das alles als ebook auf ein Smartphone, Rechner oder einen Kindle passen. Und wieder würde ein Möbelstück mangels Füllmaterial auf den Sperrmüll fliegen.  Und so geht es weiter – ein Geschirr für 10 Personen als Single? Da kann man doch mindestens 8 Gedecke zum nächsten Polterabend mitnehmen – falls wirklich mal eine der dort abgestaubten Brautjungfern als One Night Stand über Nacht bleibt, dann reicht ja das andere Gedeck absolut aus. Nur bei einem flotten Dreier gibt’s ein kleines Problem – aber falls der Fall tatsächlich mal eintreten sollte – dann verzichte ich großherzig auf das Frühstück und gebe das zweite Gedeck freiwillig dem anderen Hasenpups..

    Wo wir grad im Schlafzimmer sind: werfen wir einen kleinen Blick in den Kleiderschrank. Und Du ahnst es sicher schon: Dutzende Hemden in allen Farben hängen auf den Bügeln und warten darauf mal wieder angezogen zu werden – wären Sie nicht zu einer Zeit gekauft wurden als sowohl mein Bauchumfang als das Körpergewicht noch im zweistelligen Bereich waren.

    Aber Wegschmeißen? Das ist für mich keine Option – da versuche ich lieber abzunehmen, damit die Brocken wieder passen. Komisch – schaut man sich die Boss Parfümwerbung an, dann ist es durchaus üblich als Mann ungefähr 100 graue Anzüge (NA KLAR SIND DIE VON BOSS!) in einem begehbaren Kleiderschrank zu haben.  Vielleicht sollte der Typ in der Boss Werbung sich mal auf das Messie-Syndrom testen lassen..

    Das Ganze macht mich jetzt noch unsicherer – bin ich jetzt ein Messie oder nicht?

    Warum habe ich ein teures 7teiliges Topfset gekauft, wenn man doch im großen 5 Liter Topf alle Speisenzutaten reinschmeißen kann. Oder das 8teilige Messerset im Holzklotz, wo ich doch eigentlich nur das große Fleischmesser benutze? Warum kauft man ein Auto mit 4 Sitzen obwohl man zu 99% alleine fährt? Ist das Verschwendungssucht? Messietum? Oder gar der Anflug von Wahnsinn?

    WP_20150616_15_42_57_ProEs scheint so, als würde der Mensch im digitalen Zeitalter Dinge nur noch durch mieten, leasen oder leihen für einen begrenzten Zeitraum besitzen. Eigentum ist ein Wort, welches immer unbekannter wird. Das liegt aber auch daran, dass viele Dinge kaum noch eine Wertigkeit haben, jedenfalls keine, die eine längere Zeit überdauert.  Heutige Musikgruppen haben eine Halbwertszeit von wenigen Jahren – aber nur wenn Sie gut sind. Retorten-Trällerfuzzies wie ein „DSDS“-Sieger singt bereits nach einem Jahr, während ‚Didda‘ schon wieder geifernd in der nächsten Staffel die Kandidaten mit Gemeinheiten zum Heulen bringt, zur Eröffnung eines Schützenfestes irgendwo im Nirgendwo.

    Dadurch ist Kultur eigentlich wertlos – und was wertlos ist, hängt man sich nicht langfristig an die Backe. Vielleicht wird deshalb dieses Konsumgut bei Spotify, ITunes oder Amazon Prime geliehen – genauso wie es mit Videos seit längerem üblich ist?

    Hört sich ja toll an, weil es ja so einfach ist, aber das einzige was man bekommt ist ein digitales Nichts, das man auf seinem Smartphone, Rechner oder TV abspielen kann.  Ich sehe darin eine riesige Gefahr, denn wir zahlen mittlerweile fortwährend für Dinge an denen wir zum einen kein Eigentum erwerben und die zum anderen weitestgehend überflüssig sind. Klar, der Musikdienst Spotify Premium kostet nur 10 € im Monat, im Jahr sind das 120 € – doch bei einem Dienst bleibt es ja in der Regel nicht. Netflix, Amazon Prime und der Kabelanschluß mit dem dazu gebuchtem Sportpaket – nicht zu vergessen die obligatorischen Gebühren für das öffentlich-rechtliche Programm . Nur 2-3 Abos und der halbe Tausender im Jahr ist verbrannt – so viel Geld gebe ich im Jahr bei weitem nicht für Audio CDs und Video-DVDs aus. Doch wenn ich sie kaufe habe ich Sie hier stehen, kann Sie anhören oder anschauen wann immer ich will und Sie repräsentieren – zwar keinen großen finanziellen, aber einen persönlichen oder ideellen Gegenwert.

    Hipster_vs_ObdachloserDazu kommt dann noch der monatliche Beitrag im Fitnesstudio (welches man so gut wie nie aufsucht), die Handygebühr mit Internet-Flat, damit man auch jederzeit darüber informiert wird, wenn mal wieder ein neues Katzenbildchen gepostet wird oder man die Mail mit dem Cheap Viagra -Angebot schon Morgens auf dem Weg zur Arbeit bekommt – ist ja immens wichtig. Früher konnte man mit Telefonen, wie der Name vermuten lässt, nur telefonieren – und es ist auch keiner in Tränen ausgebrochen, wenn er damit nicht auch noch die täglich zurückgelegten Schritte erfassen konnte.

    Schaut man sich an, was heute einen Menschen ausmacht, dann ist sein Hab und Gut auf mehrere Plastikkarten und mobile Endgeräte reduziert. Und das macht es einfach Ihn zu steuern, zu überwachen und sogar ihn aus der Gesellschaft zu kicken. Die für das tägliche Leben unabdingbaren Konto-  Kredit- und Krankenkassenkarten –  die falls es obere staatliche Stellen wollen, jeden im System eingebundenen Menschen mit einem Knopfdruck in die Zahlungsunfähigkeit und absolute Handlungsunfähigkeit bringen können – sind genau das geeignete Werkzeug dafür.  Was passiert, wenn auf einmal keine Abbuchung mehr erfolgt, weil das Konto eingefroren wurde – so etwas kann ja selbst durch ein dummes Versehen passieren. Wenn plötzlich das im Monatsabo laufende Softwarepaket, welches man zur Auftragsbearbeitung und damit zum bestreiten des Lebensunterhaltes benötigt, sich nicht mehr starten lässt, die emails nicht mehr abgerufen werden können weil der Telefon-Provider die Leitung wegen ausstehender Zahlungen gesperrt hat, die Bank keinen Zugriff aufs Konto mehr zulässt – dann ist der Arsch ab. Rien ne vas Plus – nichts geht mehr!

    Sonntagsgedanken: wie viel Messie steckt in Dir?

    (das Pennergame. Ich weiß nicht wie Ihr darüber denkt, aber meiner Meinung nach geht es den Menschen, die dieses Spiel spielen, im Leben wohl zu gut – Viel zu gut..)

    Und plötzlich ist es gar nicht mehr schwer vom Hipster zum Penner zu mutieren: Kleidungsmäßig gibt es (wie Ihr auf der kleinen Grafik weiter oben vergleichen könnt) kaum Unterschiede – nur dass der Hipster seine teuren mobilen Endgeräte in einem Jutesäckchen spazieren trägt – der Obdachlose seine gesammelten Pfandflaschen dagegen in einer Aldi-Tüte. Schön wenn man schon etwas Erfahrung als Penner sammeln konnte – dafür gibt es sogar ein Spiel – das „Pennergame“. Die Spielidee dahinter ist absolut krank – selbst die Stadt in der man als Penner spielen will ist wählbar (da kann man schon mal in seinem Heimatort trainieren), und die Menschen die das spielen haben für mich echt einen an der Waffel, aber 3 Millionen Spieler signalisieren wohl dass in den meisten von den Schwachköpfen der latente Wunsch steckt in einem Pappkarton zu hausen, sein Essen aus Mülltonnen zusammen zu klauben und das Fitnesslevel zu verbessern, indem man 30 Kilometer am Tag marschiert um Flaschen zu sammeln, die man gegen Bares eintauschen kann. Aus Erfahrung als zeitweilig Hartz IV Empfangender kann ich sagen, dass man schneller dort ist als man sich wünscht – Das herauskommen ist da viel schwieriger.

    playmate JustineDie finale Frage ist: was bleibt von einem Menschen dessen Besitz sich weitestgehend durch Bits und Bytes definiert, wenn er stirbt? Bei normalen Menschen wird man in der Wohnung Dinge vorfinden, über die man sich ein Bild der Person machen kann. Die CDs und Bücher in den Schränken lassen Rückschlüsse über den Musikgeschmack und das Bildungsniveau zu. Bilder in Fotoalben oder an den Wänden über Freunde, Verwandte, Urlaubsziele.

    Doch was ist bei einem Menschen, dessen Wohnungseinrichtung auf das nötigste reduziert ist, sein Besitz nur in digitaler Form vorhanden, das Handy mit Code gesperrt, der PC mit Passwort gesichert?  Wenn das vom Vermieter bestelle Räumkommando nicht stundenlang unnützen Krempel mehrere Etagen fluchend runter tragen muss, sondern nur einmal trocken durchfegen um die Wohnung wieder bezugsfertig übergeben zu können? Die Erben bei der Testamentseröffnung einen halbvollen Schuhkarton mit den verwertbaren Wertgegenständen in die Hand gedrückt bekommen?

    Auf der Timeline bei Facebook wird nichts weiter veröffentlicht – seine engen Freunde werden es vielleicht nach ein paar Wochen mal merken – die anderen nicht. Ist er ein Blogger, dann wird sein Blog vielleicht noch ein Jahr online sein und dann wegen Nichtzahlung der Gebühren vom Provider vom Netz genommen. Und was ist dann? Hinterlässt dieser Mensch überhaupt Spuren oder eine Lücke bei anderen Menschen, wie seinen Verwandten oder Freunden, wenn er vom Bestatter aus der Wohnung getragen wird und seine Einrichtung “entsorgt” wird? Was wird man auf seiner wahrscheinlich anonymen Beerdigung sagen? Vielleicht: “hier betten wir Max Mustermann zur letzten Ruhe – er kam nackt und ohne Besitz zur Welt, und so verlässt er Sie auch wieder”..

    Vielleicht ist ja sogar alles noch viel schlimmer und hinter solchen Sendungen der Medien steckt ein perfider Plan unserer Regierung? Siggi, Angie und Konsorten traue ich alles schlechte zu. Wird eventuell von „OBEN“ ja über solche Sendungen langsam eine Meinung in die ärmeren Teile der Bevölkerung injiziert, dass Wohlstand oder das sammeln von Dingen gleichzusetzen mit Messietum ist – quasi schon prophylaktisch für die Zeit wenn das Sozialsystem nicht mehr bezahlbar ist und das ALG2 abgeschafft wird – denn dass seit Jahren die Steuereinnahmen bei stetig sinkenden Gehältern immer weniger werden – auf der anderen Seite aber immer mehr Empfänger von Sozialleistungen darauf angewiesen sind entweder aufzustocken oder komplett unterstützt zu werden – man muss kein Professor sein, um zu prognostizieren, dass wir irgendwann Griechenland in die Pleite folgen. Vielleicht dauert es noch 10 Jahre – vielleicht sogar 20, aber der Tag wird kommen.

    Ist es also demnächst gesellschaftsfähig, wenn man bei einem Umzug sein Hab und Gut in einen Einkaufswagen packen kann und man wie ein Obdachloser einen überladenen, wackelnden verrosteten Schrotkarren vor sich herschiebt? Ist Armut oder besser Besitzlosigkeit die neue Coolness? Dass es mit den modernen Arbeitszeitmodellen – die mehr persönliche Freiheit und auch mehr Freizeit bieten, aber auf der anderen Seite auch weniger in die Rentenkasse spülen – einfach ist, im Alter auf der Straße zu landen, sollte den Nutznießern (besser wäre wohl der Begriff Betroffenen) klar sein (dazu empfehle ich das Video von Volker Pispers oben im Header – ist zwar länger, lohnt sich aber anzuschauen).

    Das hat mich jetzt alles auch ein bisschen nachdenklich gemacht – aber ich denke die süße Justine, ihres Zeichens Miss Oktober 1984 wird mich über diese nachdenkliche Phase hinwegbringen – jedenfalls die nächsten 5 Minuten. Ich bin dann mal auf’m Klo…

  • Sonntagsgedanken: von Formal-Dienst, Apellen, Blog-Paraden – und warum das alles beim Networking wirkungslos verpufft..

    ..oder: warum das Internet eine reine Glaubensfrage ist

    Wenn Du eine Unternehmenswebseite – möglichst mit angeschlossenem Webshop – ins Internet gestellt hast, dann brauchst Du auch unbedingt eine Firma, die sich mit SEO auskennt, und dir für teures Geld deine Webseite optimiert, damit Du fortan bei Google bei den Suchergebnissen ganz oben bist und deine Umsatzzahlen gen Himmel schießen.

    Das erzählen Dir (und mir) jedenfalls die ganzen “Cold Call Akquisitoren”, die mich früher tierisch genervt haben. Kaum ein Tag im Büro verging, dass nicht einer dieser “von google beauftragten” Suchergebnisoptimierern bei mir angerufen hat und mir seine Dienste aufschwatzen wollte. Wenn ich nachfragte, wie man uns denn gefunden hatte, dann kam als Antwort “über google” – was im Umkehrschluss ein guter Beweis dafür war, dass man eine Suchmaschinenoptimierung nicht wirklich braucht (schließlich hätte man uns ja sonst nicht gefunden, gelle? Diese Internetweltverbesserer sollten lieber die Unternehmen nerven die NICHT bei google zu finden sind).

    SEO ist ein seltsames Phänomen – man könnte fast von einem Wunder sprechen. Die Vermarktung der Leistung ist ein noch größeres. Schaut man ins Internet, gibt es tausende von Firmen, Einzelpersonengesellschaften, Freelancern und Startups, die sich mit SEO befassen und den unwissenden Firmen das Versprechen verkaufen ausgerechnet deren stinklangweilige Webseite bei Google auf Platz 1 (oder doch wenigstens unter die Top 5) der Suchergebnisse zu zaubern.


    HIER FOLGT EINE WERBEANZEIGE


    Für jemanden, der in Mathematik nicht nur aus dem Fenster geguckt hat, und der zumindest den Dreisatz beherrscht, ist klar – so ein Versprechen kann nur funktionieren, wenn ich der einzige Anbieter eines einzigen auf der Welt hergestellten Produktes bin, und der Suchende auch genau diesen Produktnamen in das Google Suchfeld eingibt. Schon bei einem Sammelbegriff wie, sagen wir mal: “Laufschuh”, wird es unmöglich ein lokales Geschäft auf die erste Seite bei Google zu bringen, außer es ist tatsächlich das einzige, was im Internet vertreten ist. Doch seien wir realistisch. In Deutschland gibt es ca. 12.400 Orte. Selbst wenn jedes nur 1 einziges Schuhgeschäft hat (in meinem Dortmunder Stadtteil gibt es allein schon 5), kommen wir auch auf 12.400 Schuhgeschäfte. Es wird nicht jedes im Internet vertreten sein ziehen wir also mal die Hälfte ab, also sagen wir, wir haben nur noch 6.000 Geschäfte über und alle würden einen SEO Optimierer bemühen, wäre die Chance auf Seite 1 zu kommen 1:600 (bei 10 Treffern auf der Suchseite). Da die ersten Suchergebnisse Global Player und Marktführer sowie große Internet-Versender wie Amazon anzeigen, halbiert sich die Chance also nochmals um mindestens 50%. Die Unmöglichkeit geschnallt?

    FlaschenpatadeDas ist ungefähr so ein Versprechen, wie wenn die Seelenfänger der Zeugen Jehovas ankommen und Dir erzählen, wenn Du dort beitrittst, kannst Du nicht mehr krank werden. Läuft Dir die Nase irgendwann trotzdem – dann war einfach dein Glauben nicht stark genug.

    Naja, die Doofen sterben einfach nicht aus – das sagte meine Oma schon..

    Dies zeigt, dass das Internet etwas ist, was man nicht unbedingt mit Logik erklären kann. Es gehört auch ein gewisser Glauben dazu. Nun, mit Gläubigkeit habe ich es nun wirklich nicht. Aber es gibt sehr viele Gläubige im Internet. Die glauben nämlich, Ihr Blog würde an Bekanntheit zunehmen, wenn Sie nichts dafür tun. Damit sind wir auch beim Thema der heutigen “Predigt”..

    Schlagen wir mal den Bogen zur Überschrift, denn das heutige Thema geht um die Unfähigkeit vieler Blogger zu netzwerken. Ihr werdet euch vielleicht gewundert haben, warum die Überschrift viele aus dem martialischen Wortgebrauch bekannte Wörter enthält. Das hängt damit zusammen, dass eine Parade ein Begriff mit militärischem Ursprung ist und ein bisschen Drill und Disziplin sind nicht verkehrt, wenn man erfolgreich netzwerken will. Hilft es doch den inneren Schweinehund der Faulheit zu bekämpfen.

    Viele Blogger sind in sozialen Netzwerken um dort Leser für ihre Blogs zu finden. Mal ehrlich – wenn Du ein Fahrrad fährst und Du gehst in ein Autohaus – glaubst Du die Kunden dort würden sich für dein Fahrrad interessieren? Nee, kein Einziger. Was heißt das für den Blogger: Blogleser findet man über Blogs. Ende.

    Nun gibt es probate und gut wirkende Mittel Stammleser zu finden und zu binden. Die Blog-Parade ist ein hervorragendes Mittel um neue Blogs kennen zu lernen, und Leser (und noch WICHTIGER! KOMENTATOREN!!) zu gewinnen.

    Leider sind die letzten Blogparaden, bei denen ich teilgenommen habe so fürchterlich in die Hose gegangen, dass ich erklären sollte, worum es geht. Nicht nur finden sich in kurzer Zeit neue und interessante Blogs zusammen, die von den anderen Paraden-Teilnehmern kritisch beäugt werden, und für neue Netzwerkkontakte sorgen kann. Viel wichtiger noch: Eine Blog-Parade ist für den Ausrichter eine tolle Möglichkeit selber neue Blogs kennen zu lernen, mit denen man thematisch verbunden ist und sich per Kommentar austauschen kann. Das schöne: fremde Blogs haben in der Regel eine Anzahl von Lesern, die den Blog des Parade-Ausrichters noch nicht kennen. Letztlich sehen andere Blog-Leser die Kommentare und besuchen dann den Blog, um dort zu ähnlich gelagerten Themen zu kommentieren. Man partizipiert also von der kommentarwilligen Leserschaft anderer Blogs und steigert dadurch seine eigene Bekanntheit. Ganz einfache Logik oder?


    HIER FOLGT EINE WERBEANZEIGE


    Sollte man glauben, aber die Realität zeigt das genaue Gegenteil. Bei den letzten Blogparaden habe ich folgende Dinge bemerkt, die klar machen, warum die Blogs unter ständig schwindenden aktiven Benutzern leiden. Das liegt ganz einfach in der Blödheit der Blog-Betreiber begründet.

    • mehrmalige Kommentare die man auf Blogs der Blogparaden-Teilnehmer hinterließ, wurden zwar teilweise auf dem besuchten Blog beantwortet, führten aber nicht zu einem Gegenbesuch – noch weniger zu einem Kommentar auf meinem eigenen Blog
    • die Blog-Parade wurde lieblos durchgeführt und es gab trotz mehrmaliger Erinnerung keine Zusammenfassung
    • Blog-Paraden-Teilnehmer hinterließen einen reinem Selbstbeweihräucherungs-Marketing-Artikel, bezogen sich aber nicht auf das vorgegebene Thema

    Also Leute – mal tacheless gesprochen: wer seinen eigenen Blog nicht verlässt um auf anderen Blogs zu kommentieren, der muss sich nicht wundern, wenn auf seinem eigenem Blog die Beiträge ungelesen Staub ansetzen. So toll oder wichtig ist kein Blog, bzw. Blog-Betreiber, dass er sich erlauben kann, wie die Spinne im Netz darauf zu warten, dass schon früher oder später die Besucher merken, wie einzigartig der Blog ist. Wenn man schon Kommentare bekommt, was ja selten genug der Fall ist, dann sollte man Sie was? GENAU – BEANTWORTEN!

    Man sollte sich generell dazu zwingen nicht nur Beiträge zu schreiben, sondern auch die Bloggerwelt mit Besuchen und Kommentaren beglücken. Stellt man fest, dass nach einer gewissen Anzahl von Kommentaren, kein Gegenkommentar kommt – dann kann man getrost weiter ziehen. Der kommentarunwillige Blog-Betreiber ist entweder satt und glücklich mit seiner Stamm-Leserschaft – oder einfach nur zu blöd die einfachsten Gesetze des Netzwerkens zu kennen. In beiden Fällen braucht man keine weitere Zeit in Besuche zu investieren. Es gibt genügend andere Blogs, die nur darauf warten besucht zu werden…

  • Hier folgt eine Werbeanzeige
  • Sonntagsgedanken: von Kaffeemaschinen, Reinkarnation, dem Himmel und der Angst vorm Sterben..

    ..oder: warum kann der Mensch sich nicht damit abfinden, dass der Tod das Ende ist..

    Das Erste (oder auch das zweite, wenn man die x-maligen Versuche die verdammte Schlummertaste am Wecker zu drücken mitzählt), was ich Morgens tue – nachdem ich mich aus dem Bett gerollt, und in fast wurmartiger Fortbewegung in die Küche gekrochen bin – ist, dass ich mir einen doppelten Espresso aus meinem JURA Kaffeevollautomaten ziehe.  Der powert mich dann wenigstens so weit auf, um mental stabil genug zu sein, dass ich einen neuen Versuch starten kann die Welt zu retten. Wäre ja schlecht, wenn das Hirn des Superhelden noch nicht wach ist, und man auf dem Weg zur Arbeit versehentlich nicht das rote Superman-Cape umgebunden hat, sondern die Schlabberserviette mit den Ei-Flecken…

    Jura Kaffe am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen(Bild links: Existenziell am frühen Morgen – ein frisch gebrühtes Käffchen aus dem sündhaft teurem Vollautomat. Menschliches Versagen nicht ausgeschlossen!)

    Superman oder Supertrottel? Die Brille macht den Unterschied!

    Während ich also so darüber nachdenke, weshalb Superman durch das bloße aufsetzen einer Horn-Brille zu Clark Kent wird und ich überlege, ob ich diesen Effekt im Bus auf dem Weg zur Arbeit auch mal testen soll um ein paar gut gebaute weibliche Sport Studentinnen mit Hang zum Superman Groupie, abzugreifen – fällt mir ein kleiner Glasbecher (den ich immer unter den Kaffeeausguss der Jura stelle, um das Wasser aus dem Spülvorgang aufzufangen), beim Versuch den wieder an seinen angestammten Ort zu befördern, auf den Küchenboden.

    ist es Superman oder Clark Kent(Bild rechts: ist es Clark Kent oder Superman? Die stylische Hornbrille macht den Unterschied zwischen Retter der Welt und linkischem Trottel – ja, wenn die Einordnung von Charakteren so einfach wäre..)

    Tja, wäre ich hellwach und im Vollbesitz meiner Superkräfte, hätte ich wahrscheinlich den Flug auf den harten Küchenboden und das zerbersten auf demselben verhindern können, indem ich vorher dank Supergeschwindigkeit ins Schlafzimmer flitze, dort ein Kissen aus dem noch schönen warmen Bubu-Bettchen hole, dies dann im Superkurzprogramm der Waschmaschine wasche, natürlich in meiner Eigenschaft als Superhausmann das Schlummerquadrat mit extra viel Weichspüler Aufprallsicher mache, um es dann grade noch rechtzeitig auf den harten Küchenboden zu legen, damit ich das ableben des Glasgefäßes noch verhindern kann.

    Tja – ich bin aber leider nicht Supermann (jedenfalls nicht VOR meinem Morgenkaffee). Deshalb machte es ‘Klirr’, und das blöde Teil war im Arsch…


    HIER FOLGT EINE WERBEANZEIGE


    Während ich also mit meinen Filzpantoffeln an den Füßen und dem Espresso in Händen (einem wirklich leckeren Espresso, übrigens) da so in der Küche stehe und – immer noch nicht richtig wach – mit leicht dümmlichem Gesicht auf die Scherben auf dem Fußboden schaue, denke ich: wie vergänglich das Leben ist. Dieser Glasbecher hätte auch nicht gedacht, dass sein Leben dank eines ungeschicktem Trottel.. ähh.. Superhelden an diesem Morgen enden würde.

    Gibt es ein Leben nach dem Tod für gescheiterte Ding-Beziehungen?

    Doch denken Glasbecher oder generell Dinge über so etwas nach? Bekommt ein Spielzeug Panik, wenn dem kleinen, bösartigen Kackblag schon wieder die pure Zerstörungswut aus den Augen funkelt? Hat der Kleinwagen Angst, wenn Frau versucht das Töff-Töff in eine Parklücke zu bugsieren, die für ein Containerschiff groß genug wäre, aber die weibliche Einpark-Legasthenikern selbst bei dieser Größe 4 Anläufe zum parken braucht, was dem unschuldigen Autoleinchen, wenn es ein Bewusstsein hätte,  Angst um fremde und eigene Stoßstangen bescheren könnte?

    Nun, wir wissen es nicht. Dinge neigen nicht dazu, sich zu beschweren. Sie erleiden Ihr Ende schweigend und standhaft wie ein Held.  Wissen Sie mehr als wir? Gibt es für gescheiterte Ding-Beziehungen ein weiterleben nach dem Wertstoffhof? Scheinbar ja, vielleicht vertreten Sie auch die These des gläubigen Menschen: Wir Menschen leben ewig! Der Tod ist nie das Ende, sondern immer nur der Anfang von noch etwas besserem…

    Nun, so – oder fast so – wird es uns jedenfalls von allen möglichen Religionen verkauft. Werfen wir mal einen Blick auf die Religionen und schauen uns das Seelenfangen um das ewige Leben etwas genauer an und beleuchten wir doch mal die einzelnen Glaubens-Fraktionen in Sachen „mein imaginärer Freund ist viel toller als Deiner“ – natürlich streng Grenzwissenschaftlich..

    Das Christentum – Himmel oder Hölle? Nur gegen Bares!

    Kostet halt nur – aber das ist ja immer so, wenn ein Dienstleister eine Leistung erbringt – selbst wenn Sie erst nach dem Tod fällig wird. Doch während Du bei deiner Lebensversicherung jährlich eine Übersicht bekommst, was Du erwarten kannst, und auch beim Rückkaufswert was Du ausbezahlt bekommst, wenn du kündigst, bekommst Du in der Kirche was? Genau: NIX!

    Als Christ zahlst Du in diesem Land Kirchensteuer (vielleicht während des Gottesdienstes noch ein bisserl in die Kollekte um ganz sicher zu gehen, dass dein Name da oben in der Liste richtig geschrieben ist, wenn Du an der Pforte anklopfst, weil deine LAG den Satz: „Das war dein letztes Fremdgehen“ wörtlich meinte, und der seltsam bittere Geschmack des morgendlichen Espressos nicht „diese neue Sorte aus dem Aldi“ sondern ein halbes Pfund Arsen war ) und dann kommst Du bei guter Führung auf Erden auch ganz bestimmt in den Himmel – bei schlechter in die Hölle.


    HIER FOLGT EINE WERBEANZEIGE


    Aber Psst, mal im Vertrauen: Geht man von der Beschreibung aus, ist der Himmel echt nicht mein Ding. Den ganzen Tag in weißen Klamotten rumlaufen, Hosianna singen und frohlocken? Ist ja voll lahm! Meine Harley kann ich sicher auch nicht mitnehmen – und Ich wette, wenn ich da so einem knackigen jung verstorbenem Engelmädchen anbiete, Sie im fliegen zu vögeln, werde ich ganz schnell 2 Etagen tiefer bei Herrn Teufel anklopfen. Christen haben ja zu kreativem Sex ein, hmm.. sagen wir mal „gespanntes“ Verhältnis und verstehen in solchen Dingen keinen Spaß.

    Trotzdem frag ich mich, wie sich Engel vermehren? Der Nachwuchs kann sich doch nicht nur aus, wegen bereits jahrelangem Medientod, freiwillig aus dem Leben geschiedenen C-Promis  des Dschungel-Camps rekrutieren. Man stelle sich vor, dass „der Wendler“ ein Schutzengel sein könnte – also DAS könnte mir echt Angst vor dem Tod machen..

    Der Wachtturm-Club: eine elitäre Gesellschaft – selbst nach dem Tod..

    Die Zeugen Jehovas haben auch so was wie den Himmel, allerdings haben die Jungs es dort etwas exklusiver – es gibt nur einen kleinen VIP Bereich – grade mal 144.000 Mitglieder lassen die da oben rein (Da kommt doch spontan die Frage auf: Und was macht der Rest, der nicht in diesen Robinson-Club für Wachtturm-Blättchen-Verteiler kommt? Das jahrelange blöde rumstehen in den Fußgängerzonen wollen die ja schon irgendwie belohnt bekommen, oder?). Paradoxerweise gibt es offiziell ca. 8 Millionen lebende Mitglieder. Da es die Wachtturm Gebrüder schon etwas länger gibt – so ungefähr seit 1930 –  werden schon einige abgelebte Führungsoffiziere von denen die besten Plätze gesichert haben und Ihre Harfe auf einen Liegestuhl mit Blick auf das Wolkenmeer gelegt haben.

    Das wird also ein schönes Hauen und Stechen geben, wenn die da oben beim Weltuntergang plötzlich alle vor der Himmelspforte beim Türsteher um Einlass begehren. Da von den bereits im Paradies weilenden Engel-Funktionären ja keiner stirbt, um Platz für Nachrückende zu machen – geht ja auch schlecht, wenn man schon tot ist – sind die Dauerkarten für den Jehova Swingerclub und die ‚All you can Drink‘- Flatrate für Ambrosia-Cocktails da wohl schon lange im Voraus vergeben. Trotzdem werden die noch lebenden Jungs der Werbertrupps nicht müde, neue Seelen-Verträge abzuschließen. Bei denen zahlt man zwar keine Kirchensteuer – dafür zahlt man aus seinem Privat-Vermögen und scheinbar auch vorher mit dem gesunden Menschenverstand.  Denn diese Glaubensgemeinde ist wohl nur was für Zocker, die bei einer Gewinn-Chance von 1:144.000 „All IN“ gehen.

    Islam? Ja bitte – ich wollte schon immer 70 Jungfrauen… NICHT!

    Andere Religionen sind ähnlich kreativ in Sachen Boni und Leistungen nachdem man Wurmfutter geworden ist. Im Islam gibt’s laut vollmundiger Versprechungen etliche Jungfrauen, die Dir nach deinem Ableben zu Diensten sind – kein Wunder dass bei derlei Aussichten, die Angehörigen dieses Glaubens es kaum erwarten können sich selber in die Luft zu bomben, damit Sie endlich mal mit richtigen Frauen hemmungslos knattern können – und nicht die störrische Ziege des Nachbarn.

    Doch Hey – aufgepasst! Bevor Du freudestrahlend eine Viagra einwirfst und auf den Zünder drückst, solltest Du folgendes bedenken: 70 Jungfrauen hört sich im ersten Moment viel an. Aber auf die komplette Ewigkeit gerechnet – (das Universum soll ja in knapp 20 – 70 Milliarden Jahren aufhören zu existieren) – hast Du im besten Fall nur knapp alle 300 Millionen Jahre ein neues Betthaserl. Da könnte vielleicht doch nach ein paar hundert Jährchen Langeweile aufkommen. Und was da in der Zeit schon allein an Antifaltencreme draufgeht..

    Sei’s wie es sei – Überall wird Dir der Tod von den menschlichen Stellvertretern schmackhaft gemacht – wenn man sich schön an die Regeln hält und nicht kündigt, weil man ein besseres Angebot für die Ewigkeit annehmen möchte.

    Der Tod: wissenschaftlich betrachtet (naja.. fast)

    RegenbogenbrückeAber wie Real ist es in etwas zu kommen, was der HIMMEL ist? Und wie müssen die Umstände des Todes sein?

    Schaut man sich Filme an, in denen Menschen sterben, haben die, wenn Sie als Geist wieder auftauchen, immer akkurat sitzende Klamotten an, so als hätten Sie sich vor Ihrem ableben noch schnell bei Strauss Innovation den Maßanzug für 99 Euro aus Ziegenhaarpolyester gegönnt, um perfekt gestylt die Dachpfanne auf den Wirsing zu kriegen.

    Denken wir mal logisch und wissenschaftlich darüber nach. Nach einem Brainstorming mit den Grenzwissenschafts-Experten der Doctor Nerd Labs können wir folgendes sagen: Die wenigsten sind zum Todeszeitpunkt wie aus dem Ei gepellt. Angenommen, mich trifft Morgens beim anziehen der Schlag – und habe grade erst das Unterhemd an – muss ich dann in alle Ewigkeit mit einem Schiesser Feinripp Shirt und einem im freien baumelnden Piephahn rumlaufen, bzw. durch himmlische Sphären fliegen? Sonntagsgedanken: von Kaffeemaschinen, Reinkarnation, dem Himmel und der Angst vorm Sterben..

    Dank dem ollen Professor Haber, der uns in den 60er Jahren an der Glotze die Raumfahrt erklärt hat, weiß man – es wird immer kälter, je höher man in der Atmosphäre kommt. In der Mesosphäre (so zwischen 50 und 80 Kilometer Höhe) sind Minus 90° Celsius. Da kann man den Schniepel echt einem Eiszapfen nennen – vor allem, wenn er nicht in einem wärmenden Beinkleid steckt…

    (Bild rechts: es gab vor gefühlt 100 Jahren schon mal einen Professor Lesch. Er hieß Heinz Haber und klärte die Bürger der Bundesrepublik über die Mondfahrt und das Weltall auf. Mit den „Animations-Tricks“ würdest Du heute bei YouTube ausgebuht!)

    Jetzt werden einige Gelehrte sagen: wenn man Tod ist, merkt man keine Schmerzen. Na gut. die körperlichen vielleicht nicht. Aber mit dem Outfit hast du bis in alle Ewigkeit die Arschkarte. Ok, sagen wir, da oben gibt’s wie beim Bund eine Kleiderkammer, die dem Neuankömmling Arbeitskleidung stellt – also weiße Klamotten, die dich wie einen Maler und Anstreicher  aussehen lassen.


    HIER FOLGT EINE WERBEANZEIGE


    Was ist aber, wenn Du nicht halbwegs körperlich intakt gen Himmel fährst? Ein Autounfall, bei dem sich die Lenksäule in die Brust bohrt, was ein großes hässliches Loch und einen Blick auf deine Organe erlaubt, gegen die selbst Hagens Körperwelten Kinderprogramm sind, der nicht ganz clevere Versuch mit einem Eisbär im Zoo zu kuscheln, der die ungewollten Annäherungsversuche falsch versteht und den Kuschler in handliche Fleischstückchen zerfetzt, der Lebensmüde, der für seinen Selbstmordversuch die Deutsche Bahn benutzt und auf mehrere Kilometer Bahnlinie verteilt wird – also ehrlich: Engel, die ihre Körperteile in einem blauen Müllsack mit sich rumtragen, sind ja wohl eher die Leute, die man da oben nicht unbedingt zu einer Party als Gast einlädt – auch Engel haben eine Ekelgrenze und es gibt sicher Mecker, wenn auf den leckeren Horsd’œuvres mit Ambrosia ein paar abgefallene Gliedmaßen rumliegen…

    Auch hier werden Gelehrte abwinken und sagen: Nee, ist ja alles ganz anders, denn nur der Geist verlässt den Körper. OK.. Und was macht dann so’n nichtstofflicher Geist?  Wabert der planlos durchs All oder sucht der sich andere Geister um ‘ne Runde Geisterskat zu spielen? Oder denkt er darüber nach, dass er doch lieber die Sicherung hätte rausdrehen sollen, als er den E-Herd anschließen wollte?

    Reinkarnation? Nur für Cosplayer und Domina-Studio-Besucher interessant..
    Holy_ghost_03.jpg

    (Bild rechts: damit könnte man vielleicht mal Leute in die Kirche locken – Side-by Side gefüllt mit wohltemperiertem Messwein, TV mit eingeschaltetem Bibel-Kanal und einem bequemen Sessel, statt harter Holzbänke. Die Kundenfreundlichkeit der Kirche ist verbesserungsfähig!)

    Jetzt kommen wir langsam zum Thema Seelenwanderung – auch Reinkarnation genannt. Die Seele wandert einfach in einen anderen Körper. Hört man ja häufiger, dass Menschen behaupten in Ihrem früheren Leben Morgensternschwinger für Attila den Hunnen – oder Liebessklave von Katherina der Großen gewesen zu sein. Ich persönlich glaube, dass diese Leute leicht einen an der Waffel haben – aber wir wollen ja wissenschaftlich bleiben.

    Also wichtige Frage zuerst: wer entscheidet darüber, was man wird? Gibt’s eine Lostrommel? Oder so was wie einen Reinkarnations-Fallmanager. Kann man den vielleicht mit einer Musik-CD voller gregorianischen Kirchen-Gesängen bestechen, damit man den besseren Job kriegt? Muss man einen Fragebogen ausfüllen? Also Liebessklave, da würde ich zumindest mal ein Praktikum in Erwägung ziehen.

    Und was passiert mit dem Geist, der dort schon vorher drin war? Kriegt der ’nen anderen Job? Oder bleibt er drin und die lebenden Körperinhaber hören dann “diese Stimmen” – kommen daher eventuell die gespaltenen Persönlichkeiten? Ist es womöglich kein psychologischen Problem, sondern ein Buchungsfehler mit einer Doppelbelegung die die Jungs dort oben verbockt haben?

    Es bestehen auch Thesen, bei denen der Geist sich bei einer Reinkarnation in einem Tier manifestiert. Je nach Tier hast Du da ja schon das Loser-L auf der Stirn, kaum dass Du aus dem Ei, dem Uterus oder deinem Wirtskörper schlüpfst. Kommst Du als Schildkrötenbaby zur Welt (von denen nur jedes 5000ste das Erwachsenenalter erreicht), krabbelst morgens noch wagemutig aus dem Ei, wühlst dich tapfer aus dem Sand und trippelst mutig Richtung Meer – ist dann das letzte was Du denkst, wenn die Möwe dich schnappt: “Ach Manno – nicht schon wieder..”?


    HIER FOLGT EINE WERBEANZEIGE


    In der Tat hat diese These logische Fehler. Menschlicher Geist in einem Tierkörper? Das scheint irgendwie nicht zu funktionieren. Oder hat schon mal jemand im Pferdestall einen Zossen gesehen, der einem Mädchen zuzwinkert und mit seinem Huf in den Sand scharrt: ”Hey, Kleine – willst Du mal ‘nen richtigen Schwanz sehen?”

    Glauben, gesunder Menschenverstand und Logik? Das passt nicht zusammen!

    Scheinbar ist das, was uns eigentlich ausmacht – nee, nicht die Seele du Doofmann! Ich meine den Verstand, bei diesen ganzen Mutationen auf der Strecke geblieben. Was macht das also alles für einen Sinn, zu Lebzeiten seine Zeit damit zu verplempern irgendwelchen Humbug zu glauben?

    Wieso basteln auf der einen Seite ein paar Scharlatane ein Konstrukt von Versprechungen zusammen – und wieso sind durchaus mit Verstand bewaffnete Menschen, die es schaffen mit der Urknall-Theorie  die Entstehung des Universums zu erklären, bereit diese Lügen bereitwillig zu glauben?


    HIER FOLGT EINE WERBEANZEIGE


    Ist es das Wissen darum, dass mit dem Tode das Leben zu Ende ist? Will man sich selber die Angst vor dem Tod nehmen, weil man einen Strohhalm hat, an den man sich klammern kann? Warum hält sich jeder Mensch für unverzichtbar?

    Wir leben seitdem man Antibiotika erfunden hat, fast doppelt so lange, wie vor einigen hundert Jahren. Nur sind wir von der Natur nicht dafür gemacht so alt zu werden – aus gutem Grund. Der Mensch starb meistens, nachdem er den Zenit seiner Zeugungsfähigkeit überschritten hatte um Platz zu machen für den Nachwuchs. Die meisten Menschen um die 50 Jahre haben heutzutage Zahnersatz. Zahnärzte und Prothesen hat die Natur aber nicht vorgesehen (Rechtsanwälte und Unternehmensberater auch nicht!). Im Mittelalter wären diese Menschen wahrscheinlich verhungert, weil Sie ohne Zähne die Nahrung nicht zerteilen konnten, oder bereits vorher durch Krankheiten wie die Pest und Infektionen. 

    Geschickterweise wurde die Pest von der Kirche auch immer als Mangel an Glauben instrumentalisiert. Clever waren Sie ja, die Kuttenträger.

    Ich bin jetzt fast 60 Jahre alt – lebe also quasi schon auf Pump, wenn es nach der Natur geht. Das merke ich im wahrsten Sinne des Wortes schmerzlich jeden Tag: kaum ein Tag, an dem nicht Morgens beim aufstehen irgendetwas schmerzt – die Gelenke sind durch etliche Jahre harter körperlicher Arbeit zerschlissen. Dies wird mit zunehmendem Alter sicher nicht besser – nur schlimmer!

    Und ganz sicher möchte ich nicht mit 100 Jahren als Mümmelgreis und dem aussehen eines Zwetschen-Männchens von meinem Zivi die Windel gewechselt bekommen. Geburt, Leben und Tod – dies gehört einfach zusammen

    Wieso sparen wir uns nicht die Kirchensteuer, hören auf uns wie Idioten ans Leben zu klammern und nehmen, und vor allem akzeptieren den Tod als das, was er ist?

    Und nach all diesen Gedanken um Gott, Glauben und Geld – was würde als Video besser dazu passen, als das schon über 20 Jahre alte (aber geniale) Video von Genesis?

    Und Gott, Glaube, Gier, Geld und Genesis fängt alles mit „G“ an – ein „göttliches“ Zeichen?

    Denk mal drüber nach..

    Datum letzte Änderung: 14.03.2014 12:45 Uhr

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"