Computer & mehrHardwaretests

Die TurboNAS QNAP TVS-473e im Test– eine NAS die ihrem Namen alle Ehre macht..

..oder: schnell, schneller, QNAP TVS-473e  – die NAS, die nie außer Atem ist!

..oder: schnell, schneller, QNAP TVS-473e  – die NAS, die nie außer Atem ist!

Vor knapp einem halben Jahr hatte ich für euch hier den Test der QNAP TS-431P2 veröffentlicht und mit Gut bewertet. Diese Note bekommt Sie auch immer noch – Sie ist eine ideale Einsteiger-NAS, die dank sicherem RAID 5, ausreichendem Speicher und Quadcore-Prozessor sowohl die Standard-Aufgaben (Datensicherung) als auch zusätzliche Aufgaben (Mail-Server, Terminplanung, DLNA-Server), schnell und sicher erledigt.

Doch leider ist Sie in einem Punkt leider nicht so leistungsfähig gewesen, wie gewünscht: Das streamen von Videos über das heimische Netzwerk wurde leider zu oft mit der Meldung “Dieser Server ist nicht leistungsfähig genug um Videos konvertieren zu können” quittiert. Dies lag wahrscheinlich an dem 32 BIT ARM Prozessor der Annapurna Labs. Bei allen anderen Anwendungen lief er Top – aber Multimedia? Das war nicht seine Kernkompetenz (das war jetzt mal ein echter Flachwitz – Kernkompetenz.. kapiert?) Was also tun?

QNAP TVS-473e VollausstattungDie TS-431P2 sollte gegen ein anderes Modell eingetauscht werden, welches insbesondere im Multimedia-Bereich genügend Power bieten sollte. Es sollte auch eine NAS von QNAP sein, denn dort kann man die Festplatteninhalte – sofern sie slotidentisch wieder eingesetzt werden – übernehmen.

Die Suche auf der QNAP Webseite führte mich dann zur TVS-473e – im oberen KMU Bereich angesiedelt, mit schnellem AMD Quad-Core Prozessor, einem integriertem Grafikchip und der Möglichkeit 64 Gigabyte RAM zu verwalten. Das war für mich das Kaufargument. So viel RAM kann sonst kaum eine ansprechen.

(Bild Links: Die QNAP TVS-473e – schon keine NAS mehr sondern ein leistungsfähiger PC mit Datenspeicher. Gut erkennbar ist das LED-Punktmatrix-Display, welches verschiedene Infos anzeigt. Oben auf der NAS sichtbar ist der magnetische Kranz mit den 4 Stabantennen der QWA-AC2600 WLAN Steckkarte, die es als Zubehör für ca. 130,00 € zu kaufen gibt. Nur für den Fall, dass die 4 Gigabit-Ethernet-Anschlüsse nicht reichen)

Überdies bietet Sie noch die Möglichkeit  2 x M.2 SSDs zusätzlich einzubauen und 2 Erweiterungskarten (hier kann man wählen zwischen Karten mit Platz für 2 oder 4 x M.2 SSDs, Karten mit schnellem WLAN im 2,4 und 5 Ghz Bereich oder mit Netzwerkkarten, die Daten mit 40Gbps durchs Netzwerk schießen) .

Dass diese NAS den Preis der TS-431P2  bei weitem übersteigt ist klar. Die “kleine” NAS kostete komplett knapp 900,00 €, wobei der Preis sich ungefähr 50:50 für Gehäuse und Festplatten aufteilte.

Die “große” kostet in meiner Ausstattung fast 2000,00 €, deren Preis sich wie folgt aufteilt:

  • 1 x QNAP TVS-473e Leergehäuse = 800,00 €,
  • 4 x WD RED 4 TB HDD Festplatten = 500,00 €,
  • 4 x 16 GB RAM = 320,00 €,
  • 2 x 512 GB M.2 SSDs = 200,00 €,
  • 1 x QNAP WLAN Steckkarte = 120,00 €.

Damit, und mit dem neuen Betriebssystem QTS 4.4.1, welches Auto-Tiering beherrscht, stellt die QNAP in Sachen Geschwindigkeit so ziemlich alles in den Schatten.

(Bild Rechts: schematische Darstellung von Tiering – häufig aufgerufene Dateien werden auf die schnellsten Datenträger verschoben. Daten die selten aufgerufen werden landen auf den langsameren Datenträgern. Ändern sich die Zugriffe, werden die Dateien automatisch angepasst – das sogenannte Auto Tiering.)

QNAP TieringWer wissen möchte, was Auto-Tiering bedeutet, dann hier eine kurze Erklärung: Auto-Tiering sortiert die gespeicherten Festplatten-Daten Blockweise so, dass die am meisten benutzten Daten auf den schnellsten Speichermedien sind und zwar unabhängig vom Speichertyp – also SSD oder HDD. Wenn Du also Beispielsweise sehr oft Helene Fischer von deinen auf der NAS gespeicherten Alben hörst, wird die Tiering-Intelligenz die von den HDDs auf die SSDs verschieben, während die weniger oft gespielten Alben auf den HDDs bleiben. Da dieser Vorgang sowohl dynamisch als auch vom Betriebssystem verwaltet und gesteuert ist, muss man sich um nichts weiteres kümmern.

(Bild Links: Erweiterung wird bei der TVS-473e groß geschrieben – hier im Bild die WLAN Erweiterungskarte QWA-AC2600, die sowohl im 2,4 GHz, wie auch im 5 GHz Bereich funkt.)

QWA-AC2600 WLAN Adapter

Der wesentlich höhere Preis macht sich aber auch in vielen anderen Bereichen bemerkbar. Während das Gehäuse der TS-431P2 komplett aus Kunststoff ist, und nur die Bodenplatte und Rückseite aus Metall, ist das Gehäuse der QNAP TVS-473e komplett aus champagnerfarbenem Metall – die Farbe ist sicher Geschmackssache –  und wirkt schon deshalb robuster. Auch die Festplatten-Trays sind besser verarbeitet und luxuriöser ausgestattet. Die Festplatten müssen im Gegensatz zur ‘431’ nicht geschraubt werden sondern werden mit Klick-Schienen befestigt. Durch Gummilager sind Sie überdies akustisch entkoppelt und das Tray lässt sich durch einen Schieber verriegeln.

Ebenso wird bei der TVS-473e das Thema Erweiterungen groß geschrieben. Neben den mindestens 4 Laufwerktrays, in die wahlweise HDDs oder SSDs eingesetzt werden können (die TVS x73e Serie gibt es auch mit 6 und 8 Laufwerkstrays) – kann man auch noch zwei M.2 SSDs ins Gehäuse verbauen. Darüber hinaus stehen noch 2 PCIe Stecklätze für Erweiterungskarten zur Verfügung.

Auch bei der Anzahl der möglichen RAM-Steckplätze wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. Statt einer Bank mit maximal 8 GB RAM, wie bei der TS-431-P2, stehen 4 Bänke mit jeweils maximal 16 GB verwaltungsfähigem Speicher zur Verfügung – dadurch warten in der höchsten Ausbaustufe üppige 64 GB RAM darauf gefüllt zu werden.

TVS-473e Hybrid Desk StationEin Novum: die TVS-473e kann aufgrund der verbauten CPU und des Grafikprozessors mittels einer der 2 HDMI-Anschlüsse wie ein normaler PC genutzt werden. Mit der Anwendung QvPC kann die Turbo NAS durch Anschluss eines HDMI-Displays und mit Hilfe der „HybridDesk Station (HD Station)“ für mehrere Anwendungen mit verschiedenen Desktops als PC verwendet werden.

(Bild Rechts: mittels HDMI Kabel und einem Monitor kann man direkt auf die QNAP TVS-473e zugreifen. Ein externer Rechner mit Browser ist dann überflüssig)

Selbst Visualisierungen mit virtuellen Maschinen sind möglich. Bei 64 GB installiertem RAM kann man locker 8-16 GB für eine virtuelle Windows 10 Installation entbehren. Bei der Performance merkt man kaum einen Unterschied zu einem normalen PC.

Erworben habe ich die QNAP Online und ein paar Tage später wurde ein großer Karton angeliefert. Dort drin – geschützt durch Luftpolster – war der Verkaufskarton der QNAP.

Wie üblich war der Karton durch geformten Schaumstoff exakt auf das Gehäuse der NAS abgestimmt. Die NAS selber war nochmal izum Schutz vor Nässe in einen stabilen Kunststoff-Beutel eingepackt. Da klapperte nichts und der Karton hätte auch ein paar Stöße ausgehalten ohne dass der NAS etwas passeirt wäre. Im Karton war neben der NAS ein weiterer Karton, der das Zubehör enthielt: 2 Netzwerk-Kabel zum Anschluß an einen Router und ein Beutel Kleinteile, der sowohl Schrauben für HDDs als auch SSDs enthielt, 2 Kühlkörper, Befestigungsschrauben und Abstandsschraube für die M.2 Festplatten und natürlich einen der üblichen Quick Installation Guides.

Und wie klappt die Integration ins heimische Netzwerk? Schlicht und einfach supereinfach.

Anschließen, einschalten – dies dauerte bei dem Gerät etwas länger, bis es bereit ist, da es erst die Hardware initialisiert, den Speicher checkt und das Betriebssystem lädt. Das Display zeigt dann die IP-Adresse an, die die NAS vom Router bekommen hat und schon kann man mit einem Browser auf die NAS zugreifen.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell die QNAP trotz der nun wirklich reichlich im Hintergrund laufenden und nicht grade ressourcenschonenden Programme ihren Dienst versieht. Allerdings liegt dies auch am großzügig bemessenem RAM. Mit den ab Werk verbauten 4 GB Ram (gibt es auch mit 8 GB Ram) kommt leider gar kein Spaß auf. Selbst die Einstellungen in der Systemsteuerung laufen nur in Zeitlupe ab – viele Anwendungen lassen sich erst gar nicht installieren, wie QSirch oder QuMagie. Aber grade diese Programme machen bei einer NAS Sinn.

QSIRCH - LandkartensucheQsirch ist ein sehr leistungsfähiges Suchtool, – ähnlich wie die kostenpflichtige Copernic Desktop-Search – welches die Dateien auf der NAS indiziert und auch Vorschaubilder anzeigt. Fotos lassen sich über eine Weltkarte anzeigen – praktisch für Weltenbummler..

(Bild links: das Programm Qsirch im Einsatz = Indizierte Bilder lassen sich praktisch entweder über eine Landkarte suchen, oder durch Texteingabe. Ebenfalls möglich ist das setzen von Filtern, wie Datum, Dateigröße oder Datentyp. Office Dokumente sind ebenfalls indizier- und filterbar)

Ebenfalls ein Highlight ist die Surveillance-Station und das QVR Pro. Beide dienen zur Einrichtung und Ansteuerung von Überwachungskameras. Waren es bei der ‘431’ noch “nur” 4, sind es bei der ‘473’ schon 8 Kameras, die angeschlossen werden können. Damit kann man schon fast ein ganzes Einkaufs-Center überwachen. Selbst weitere Kameras lassen sich über ein Lizenzupgrade hinzufügen.

QVR Pro

(Bild oben: Bis zu 8 Kameras lassen sich bei der TVS-473e  verwalten und deren Aufnahmen auf der NAS speichern. Da man auch selber einen Grundriss erstellen kann und dort die Position der Kameras und den Aufnahmewinkel anzeigen, ist das schon ganz großes Überwachungs- Kino.)

Doch genug von den Standard-Programmen – die liefen unter der TS-432P2 auch schon gut und wurden auch als gut getestet. Für mich ist der PLEX Media-Server das absolute Highlight, für das es sich schon alleine gelohnt hat, sich diese NAS zu holen!

Der Plex Media-Server ist eine Anwendung, die man entweder kostenlos (mit reduziertem Umfang), monatlich für 4,99€ oder einmalig für 119,99€ (lebenslang) erhalten kann. Darüber hinaus ist auch eine jährliche Zahlung von 39,99€ möglich um auf die Premium-Features zugreifen zu können. Über den Plex Server werde ich in Kürze einen eigenen Blogbeitrag schreiben.

Beim Stromverbrauch ist die NAS mit ca. 60 Watt kein Kostverächter. Beim 24-Stunden Dauerbetrieb sind am Tag 1,3 KWh verbrannt. Bei den aktuellen Strompreisen sind knapp 130 € Stromkosten pro Jahr einzuplanen. Aber selbst bei nur 18 Stunden Betrieb am Tag ist ein Hundert €-Schein für die NAS einzukalkulieren. Dies sollte man bedenken, wenn man sich für eine NAS interessiert.

Einen Nachteil, der in meiner Konfiguration auftritt, muss ich noch erwähnen: Der Einbau von 2 x M.2 SSDs führt zwar zu einem Geschwindigkeitsplus – ist aber mit einer übermäßigen Geräuschentwicklung verbunden. Werden die SSDs zu heiß (was leider sehr häufig auftritt), veranstalten die insgesamt 3 Gehäuselüfter ein Höllenkonzert. Das Überhitzungsproblem tritt sogar bei Installation von aufwendigen Kühlkörpern auf den Controllern der SSDs auf. Da die SSDs sich dann auf über 70° Celsius erhitzen leidet auch deren Lebensdauer darunter. Wenn aber bereits nach 33 Tagen die Lebensdauer einer SSD auf 88% herunter gesunken ist, dann ist der ziemlich teure Speicherbaustein nach nicht mal 10 Monaten schrottreif und muss ersetzt werden. Dies widerspricht eigentlich dem Tiering-Gedanken, der ja auch darauf abzielt kostengünstig zu sein.

Die Lärmbelästigung tritt aber nur beim Betrieb mit zusätzlichen SSDs auf. Beim konventionellen Betrieb mit 4 HDDs ist die QNAP angenehm flüsterleise.

Für mich ist die TVS-473e aufgrund des schnellen Prozessors, dem leistungsfähigem Grafikchip und der Möglichkeit 64 GB Ram zu verwalten die beste Multimedia-NAS.

Was meint Ihr?  Gibt es für den Bereich eine bessere NAS (gerne auch von Synology)? Mit welcher streamt Ihr eure Videos im heimischen Netzwerk?

Die TVS-473e im Test

Preis/Leistungsverhältnis
Aussehen
Verarbeitung
Haptik
Kompatibilität
Installation
Zubehör
Energieverbrauch

Gesamtergebnis

Die TVS-473e ist eine hervorragende Multimedia-NAS. Sie streamt Videos in allen Auflösungen durchs Netzwerk, transkodiert auf Wunsch die Filme dabei sogar in verschiedenen Auflösungen und speichert Sie auf den Datenträgern ab. Optik und Haptik machen einen guten Eindruck und die Verarbeitung ist gut. Über das LED-Display mit Punktmatrix-Anzeige können Infos angezeigt werden - bei Fehlern werden die Störungen ebenfalls dort eingeblendet. Das Gehäuseinnere könnte etwas besser designt sein - beim Einbau der zusätzlichen Steckkarten muss leider das Netzteil ausgebaut werden. Beim Stromverbrauch ist die NAS mit ca. 60 Watt kein Kostverächter. Beim 24-Stunden Dauerbetrieb sind am Tag 1,3 KWh verbrannt. Bei den aktuellen Strompreisen sind knapp 130 € Stromkosten einzuplanen. Aber selbst bei nur 18 Stunden Betrieb am Tag ist ein Hundert €-Schein für die NAS einzukalkulieren. Die Integration ins heimische Netzwerk ist einfach. Das Display zeigt die IP-Adresse an und über den Webbrowser kann man auf die NAS zugreifen. Die NAS kann auch als Backup-Medium für APPLE genunutzt werden. Die Macs erkennen die QNAP und fragen ob es als Time-Machine genutzt werden soll. In der höchsten Ausbaustufe mit 64 GB Ram ist die NAS der Hammer - man hat das Gefühl, dass alles in Echtzeit geht. Schliesst man einen Monitor an einen der 2 vorhandene HDMI Ausgänge an, sowie eine Maus und Tastatur über USB, arbeitet man auch quasi direkt auf der NAS.

User Rating: Be the first one !
Schlagworte

Doctor Love

Peter (aka Doctor Love) hat schon mal das Attribut "bester Allround-Blogger" von einer bekannten Bloggerin verliehen bekommen - Inoffiziell versteht sich. Er ist in Netzwerken aktiv - schreibt aber hier über alle Themen, die grade aktuell sind (und dabei ist im kein Eisen zu heiß..)

verwandte Artikel

Geistesblitz da lassen..

Back to top button
Close
Close
Zur Werkzeugleiste springen